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Vöhringen

22.01.2019

Tango und Trompeten: Vöhringen startet glanzvoll ins neue Jahr

Zum Neujahrskonzert hatte die Stadtkapelle Vöhringen ins Wolfang-Eychmüller-Haus geladen.
Bild: Ursula Katharina Balken

Die Vöhringer Stadtkapelle überraschte mit ihrem hohen musikalischen Anspruch. Was geboten war.

Wozu nach Wien zum Neujahrskonzert reisen, wenn die Vöhringer Stadtkapelle Gleiches mit schwungvoller Musik bietet? Der Saal des Wolfgang-Eychmüller-Hauses und die Galerie waren ausverkauft. Die Besucher erwartete ein anspruchsvolles Programm, das Dirigent Andreas Blätzinger zusammengestellt hatte und das 52 Musiker auf der Bühne präsentierten.

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Mit dem Einzugsmarsch aus der Strauß-Operette „Der Zigeunerbaron“ – bearbeitet von Max Villinger – setzte die Stadtkapelle gleich zu Beginn einen Akzent. Dynamik, ein homogener Klang und Freude an der Musik sind Markenzeichen der Kapelle. Dass Blätzinger nicht nur Dirigent, sondern auch ein begabter Arrangeur ist, wurde bei „Libertango“ von Astor Piazzolla deutlich. Die Instrumente, die zu einem argentinischen Tango gehören, sind zwei Bandoneóns, Klavier, zwei Violinen und ein Kontrabass, also ein kleines Ensemble. Einen Tango für ein großes Blasorchester so aufzubereiten, dass sein melancholischer Charme nicht verloren geht, kommt einem Kunststück gleich. Daniela Milz (Trompete) übernahm den Part des Bandoneóns. Ihr Solo im Presto, mit Trillern gestaltet, erhielt Szenenapplaus.

Schwanensee zum Ende des ersten Teils

Der erste Teil endete mit der „Schwanensee Suite“ nach Peter Tschaikowsky, bearbeitet von José Schyns und Blätzinger. Wer diese Komposition genießen wollte, musste sich vom zarten Geigenklang des Balletts verabschieden. Blätzinger hatte daraus ein Werk gemacht, das sinfonische Züge trug. Die Oboe leitete über zu voluminösem Orchesterklang, die Bläser präsentierten sich in ganzer Fülle. Ein wuchtiger Abschluss des ersten Teils.

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Mit allen im Percussion-Instrumentarium vorhandenen Möglichkeiten ging es mit „Copacabana“ in einer Bearbeitung des japanischen Arrangeurs Naohiro Iwai in den zweiten Teil. In „Irving Berlin Showstoppers“ (bearbeitet von John Higgins) waren bekannte Songs verwoben, etwa Melodien aus dem Musical „Anny get your gun“. Berlin ist der Komponist, der „White Christmas“ zum Ohrwurm machte. Beschwingt war die Interpretation des „Second Waltz aus der Jazz Suite Nr. 2“ von Dmitri Schostakowitsch, arrangiert von Johan de Meij. Mit Leichtigkeit kamen die Klänge von der Bühne.

Lord of the Dance war in Vöhringen zu hören

„Lord of the Dance“ von Ronan Hardiman, bearbeitet von Frank Bernaerts, setzte den Schlusspunkt. Blätzinger am Pult forcierte die Tempi – vom düsteren, fast geheimnisvollen Beginn mit Tuba und kristallklarem Flötenklang im Legato bis zum Finale im Fortefortissimo.

Der Beifall forderte Zugaben. Das waren zum einen ein Ausflug in Big-Band-Klänge der 1930er-Jahre und der „Säbeltanz“ aus dem Ballett „Gayaneh“ von Aram Khatschaturian. Durch das Programm führte mit ausführlichen Erklärungen Volker Tietz. Und was stand zum Finale an? Der Radetzky-Marsch. Diese Tradition muss gepflegt werden.

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