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19.07.2010

Und es war Sommer

Im Zeichen der Sonnenblume: Die echten Fans tragen sie als Erkennungssignal. Und wieder andere reichen dem Meister damit ein BH auf die Bühne ...
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Im Zeichen der Sonnenblume: Die echten Fans tragen sie als Erkennungssignal. Und wieder andere reichen dem Meister damit ein BH auf die Bühne ...

Ulm Wenn Schlager eine Botschaft hat, dann diese: Am Ende wird alles gut. Als Dieter Thomas Kuhn am Sonntagabend die Bühne auf dem Münsterplatz betritt, jubeln Tausende in der wärmenden Abendsonne dem Erretter des deutschen Schlagers, der "singenden Föhnwelle" zu. Rund 8000 Menschen feiern eine "Fiesta Mexicana" mit "Michaela" und "Anita" und wähnen sich "Über den Wolken".

Unter den Wolken war es am Samstagabend vielen Ulmern und Neu-Ulmern so gar nicht nach Fiesta zumute gewesen. Starke Regenfälle sorgten dafür, dass sich weit weniger Zuschauer als sonst an der Donau versammelten, wo die Lichterserenade den traditionellen Auftakt zum Schwörfest bildete. Auch die Tische auf dem Neu-Ulmer Schwal, wo es wieder über die Schwörtage Livemusik und Bewirtung gibt, blieben leer. Anderswo in der Stadt das gleiche Bild.

Am Sonntag ist aber tatsächlich alles wieder gut, und so wird das Konzert des Tübinger Schlager-Wiederbelebers Dieter Thomas Kuhn, der bereits vor elf Jahren auf dem Münsterplatz auftrat, eine riesige Party - und ein Erfolg für den Veranstalter. "Perfekt", so das knappe Urteil von Carlheinz Gern, der alle zwei Jahre das Open Air am Schwörsonntag ausrichtet. Der Platz ist jedenfalls mehr als gut gefüllt mit vielen Paradiesvögeln. Blinkende Sonnenbrillen, Schlaghosen, Hawaiihemden, Blumenketten, Flokati-Hüte. Erlaubt ist, was auffällt.

Ganz so wie bei Kuhn selbst, der in seinem typischen Glitzeranzug auf die Bühne kommt - und dem sich schon beim ersten Song "Sag mir quando, sag mir, wann" die Hände und mitgebrachten Sonnenblumen entgegenrecken. An manchen warten BHs darauf, vom Meister gepflückt zu werden. Es folgt Hit auf Hit: "Griechischer Wein", "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" oder "Aber bitte mit Sahne" klingen in der flotteren Interpretation von Kuhn und seiner siebenköpfigen Band (ebenfalls im 70er-Look) weniger nach ZDF-Hitparade als nach Bierzelt-Gassenhauer. Die mitschwingende Ironie und der Trashfaktor der überdrehten Show sind dabei nur ein Deckmantel. Hier schwelgen 8000 Besucher in der reinsten Schlagerseligkeit. Dieter Thomas Kuhn hat in den 90ern ein neues, jüngeres Publikum für Mamas Lieblingslieder begeistert - und seine Fans sind ihm und den schmalzigen Melodien treu geblieben, auch in Ulm.

Knapp zwei Stunden geht das Programm, und am Ende singt der ganze Münsterplatz mit, als Kuhn, der zwischendurch das Glitzeroutfit gegen einen Retro-Trainingsanzug getauscht hat, "Tränen lügen nicht" ins Mikrofon haucht. Dabei steht er in einer Wolke von Seifenblasen, die im Spotlicht glänzen. "Ich liebe euch", ruft Kuhn seinen Fans zu. So gehen große Gefühle. Ohne sie gäbe es keinen Schlager.

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