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Von Studnitz hat seinen Job am Theater Ulm gemacht

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Kommentar Von Marcus Golling
11.07.2018

Intendant Andreas von Studnitz hatte sich vor Jahren große Ziele für das Theater Ulm gesteckt. Doch nicht alle konnte er erreichen.

Intendant Andreas von Studnitz verabschiedet sich nach zwölf Jahren vom Theater Ulm – mit einer durchwachsenen Bilanz. Er war 2006 mit dem Selbstverständnis angetreten, eine neue Ära einzuläuten. Doch der mittlerweile 64-Jährige hat es nicht geschafft, das Ulmer Theater, das erst unter ihm zum „Theater Ulm“ wurde, wieder zur überregional beachteten Bühne zu machen. Es gelang ihm schon nicht, die von ihm selbst verantwortete Schauspiel-Sparte in der Gunst des regionalen Publikums nach vorne zu bringen.

Das ist schade. Doch hinterlässt die lange Intendanz von Studnitz Gutes: Der erfahrene Theatermann hat das Haus weitgehend komplikationslos durch die lange Sanierungsphase begleitet. Unter seine Ägide blieben sowohl alle drei Sparten als auch das Podium als zweite Spielstätte erhalten – obwohl die Lokalpolitik letztere zwischenzeitlich beerdigen wollte. Und der Theatersommer auf der Wilhelmsburg ist unter von Studnitz zum Liebling der Massen geworden.

Die künstlerische Arbeit des Intendanten hatte Höhen und Tiefen: Unter seinen rund 50 Inszenierungen waren starke Statements wie die Tragödie „Die Bakchen“. Aber es gab auch Fehlschläge wie das bizarr verunglückte Weihnachtsmärchen „Schneewittchen“.

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Dass mal eine Produktion daneben geht, ist im Theater normal. Was man von Studnitz vorwerfen kann, ist sein Unwillen, Kritik anzunehmen, auch nicht von eigenen Mitarbeitern. Bei Besprechungen, so hört man, war der Chef meist mit dem Laptop beschäftigt. Der Umgangston erinnerte manchmal an einen Kasernenhof. Auch gegenüber Gemeinderat und Medien war von Studnitz oft dünnhäutig, starrsinnig und pampig.

Ein Teamplayer ist er nicht. Da wirkt es fast ironisch, dass sein großes Glück seine engsten Mitarbeiter waren: Matthias Kaiser hielt die Musiktheater-Sparte auf Erfolgskurs, Ballettchef Roberto Scafati hat das Publikum mit seinen Choreografien verzaubert, Generalmusikdirektor Timo Handschuh das Philharmonische Orchester auf eine neue Stufe gehoben. Auch dafür steht Andreas von Studnitz. Er hat seinen Job gemacht. Was von seiner Intendanz bleibt, werden die nächsten Jahre zeigen. Was er selbst dazu sagt? Ein Interview mit unserer Zeitung hat er abgelehnt.

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