Newsticker

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland

Ringen

29.11.2018

Immer noch alles auf Angriff

Der Unterelchinger Ringer Rudolf Münkle (rechts) ist mit seinen 30 Jahren der Senior im Team des KSV. Trotz seines Alters gehört der Schwergewichtskämpfer zu den stärksten der Mannschaft.

Rudolf Münkle ist der Routinier in der Mannschaft des KSV Unterelchingen. Noch gibt es keinen anderen im Team, der dem Schwergewichtler das Wasser reichen kann

Wenn selbst ein erfahrener Sportler sagt: „Wir haben eine super Saison, aber Platz eins können wir nicht schaffen“, dann ist das so. Denn Rudolf Münkle, Schwergewichtsringer beim Landesligisten KSV Unterelchingen, weiß, dass der noch ungeschlagene Tabellenführer KSV Winzeln sich in den noch ausstehenden drei Kämpfen keine Blöße geben wird. Zumal die Unterelchinger gegen ihn zwei klare Niederlagen bezogen haben – die bisher einzigen in der laufenden Runde. „Winzeln müsste aufgrund des direkten Vergleichs mit uns alles verlieren und wir alles gewinnen“, erklärt Münkle, der je nach Stilart in der 98- und 130-Kilogrammklasse eingesetzt wird. „Das ist unmöglich, es sei denn, es geschieht ein Riesenwunder.“

Die Unterelchinger sind dennoch hochzufrieden. „Als Aufsteiger haben wir einen Mittelfeldplatz angepeilt“, sagt der KSV-Abteilungsleiter und frühere Topringer Manuel Tögel. „Rang zwei ist grandios. Jetzt haben wir noch drei Kämpfe und unser Ziel ist, alle zu gewinnen. Die schwerste Aufgabe wartet jetzt am Samstag gegen den VfL Obereisesheim auf uns.“ Da trifft das KSV-Team daheim (20 Uhr) zwar „nur“ auf den Tabellenfünften und in der Vorrunde gewann es klar mit 25:9, aber Tögel gibt zu bedenken: „Bei uns hat im Hinkampf absolut alles gepasst. Das ist nicht immer so.“ Theoretisch kann der Tabellenzweite auch noch aufsteigen, wenn in der höheren Klasse ein Verein seine Mannschaft zurückzieht, aber an solchen Eventualitäten verschwendet Tögel derzeit keine Gedanken: „In der kommenden Saison wird der Aufstieg unser Ziel sein. Jetzt freuen wir uns über den zweiten Rang.“

Rudolf Münkle, der seit 24 Jahren durchgehend beim KSV Unterelchingen ringt und mit 30 Jahren Senior und Vorbild im Team ist, ergänzt: „Winzeln ist völlig zu Recht Erster. Das Team ist in der Liga einfach überragend.“ Münkle ist trotz der Verjüngungskur in der Mannschaft nach dem freiwilligen Rückzug aus der Oberliga vor zwei Jahren weiterhin unersetzlich. „Der ist bei uns Leistungsträger und absolut zuverlässig“, lobt Tögel den starken Mann. „Wenn er ringt, muss man sich keine Sorgen machen.“ Schwergewichtler Münkle will nach eigenen Worten so lange weiter ringen, „wie es zeitlich und gesundheitlich geht“. In seiner Karriere hat er neben kleinen Wehwehchen auch zwei Knieverletzungen erlitten und gesteht: „Ich merke schon, dass ich älter werde.“ Er fühlt sich dennoch fit genug, um der Konkurrenz Paroli zu bieten, auch wenn er in der laufenden Saison zwei Kämpfe verloren hat. Konkurrenz ist für den 30-Jährigen kein Problem, was unter anderem daran liegt, dass es in seiner Gewichtsklasse eher wenig Ringer gibt. „Wenn heute bei uns im Verein ein Schwergewichtler kommt und mich schlägt, gebe ich die Nummer eins gerne ab.“ Wobei er im KSV momentan eigentlich niemanden sieht, der ihm die Spitzenposition streitig machen könnte.

Als die erste Mannschaft des KSV 2001 und 2002 sogar in der Zweiten Bundesliga mitmischte, saß der damals jugendliche Rudolf Münkle als gebannter Zuschauer am Mattenrand. Es folgte der erste persönliche Höhepunkt, als er einmal als A-Jugendlicher Deutscher Meister wurde. „Highlights für mich waren auch die drei Jahre Regionalliga. Das war von der Fitness her meine beste Zeit. Da hatte ich einige ganz starke Kämpfe.“ Eine vergleichbare Zeit wird Münkle wohl als aktiver Ringer kaum noch erleben. Denn selbst, wenn in der kommenden Saison der Aufstieg gelingt, wäre die Regionalliga noch zwei Klassen entfernt. Da der KSV – dieses Jahr sind von der Jugend Luca Besser, Samuel Guerrero und Tim Bourguignon aufgerückt – weiter auf den eigenen Nachwuchs setzen will, dürfte diese Klasse in absehbarer Zeit kaum erreichbar sein – wenn überhaupt. Denn Tögel weiß: „In einer Randsportart wie Ringen wird es immer schwieriger, Jugendliche für sie zu gewinnen.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren