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Mindelzell

07.08.2019

Bürger protestieren gegen 5-G-Funkmast in Mindelzell

Rund 70 Bürger aus Mindelzell demonstrierten gegen einen 5G-Mobilmast auf einem privatem Hausdach.
Bild: Christoph Dizenta

Planungen zum Mobilfunknetz im Ursberger Ortsteil Mindelzell sorgen für heftige Diskussionen.

Während der jüngsten Ursberger Gemeinderatssitzung hatt es der meist recht unscheinbare Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ in sich. Bürgermeister Peter Walburger informierte die Räte darüber, dass auf einem privatem Hausdach nahe dem Mindelzeller Ortszentrum die deutsche Funkturm, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, einen Standort gefunden hätte, wo in nächster Zeit ein 5G-Mobilmast installiert werden sollte.

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Im März hatte die Gemeinde noch einhellig jeglicher Unterstützung für so ein Projekt einen Korb gegeben. Auch unterstützend wurde die Gemeinde nicht tätig – nun ist die deutsche Funkturm im privaten Bereich fündig geworden.

Sehr schnell formierte sich der Unmut der Bevölkerung und es wurde eine Unterschriftensammlung gegen dieses Projekt und gegen den geplanten Standort eingeleitet. Bis zuletzt unterschrieben auf dieser Liste 235 Bürgerinnen und Bürger aus Mindelzell gegen die Aufstellung eines 5G-Funkmastes in ihrem Ortsteil.

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Kooperativ und schnell handelten auch die Grundstückseigentümer. Liesen sie doch zuletzt eine Gesprächsrunde hinter verschlossenen Türen in ihren Privaträumen zu, bei welcher sich Vertreter der Bürgerschaft, Gemeinderäte und ein Vertreter der deutschen Funkturm mit dem Für und Wider der 5G-Technik auseinandersetzten. Um ihren Bedenken noch mehr Nachdruck zu verleihen, hatten sich vor dem Haus der Eigentümer mehr als 70 Bürger des Ortsteils Mindelzells trotz Nieselregens eingefunden, um mit ihrer Anwesenheit den Gesprächsparteien ihre Besorgnis noch deutlicher vor Augen zu führen.

„Verzichte zu Hause auf Mikrowelle, um Strahlung zu vermeiden“

Gespanntes Warten dann auch auf das Ergebnis des Meinungsaustausches. Allgemeiner Tenor auf der Straße war, dass Mindelzell eine 5G-Technologie nicht benötige, da das bestehende Angebot, sei es im Handy- oder Internetbereich auch für die Zukunft als durchaus angemessen angesehen wird. Bedenken wurden allenthalben bezüglich der gesundheitlichen Gefährdungen dieser Technologie für Mensch und Tier geäußert. „Da verzichte ich zu Hause auf eine Mikrowelle, um Strahlung zu vermeiden und dann setzt man hier die Bevölkerung einem Vielfachen an Gefahren aus“, so eine Demonstrationsteilnehmerin.

„Für jede kleine bauliche Veränderung an Wohnhäusern müssen mehrere Instanzen zur Genehmigung durchlaufen werden – und bei einem Funkmast geht das einfach, still und leise und vor allem ratz fatz“, so eine andere Stimme von der Straße, die auch ihr Unverständnis gegenüber dem Gesetzgeber bei diesem Thema kundtat. Die Organisatoren verteilten zudem an die Anwesenden Informationsblätter die auf die Gefahren der 5G-Technologie anschaulich hinwiesen.

Bürger sollen über 5G-Technologie informiert werden

Nach gut einer Stunde des Wartens traten dann die Sprecher der Bürgerdemo sowie die Grundstückseigentürmer vor die gespannt wartende Menge. Man habe einen guten Meinungsaustausch mit dem Betreiber gehabt, die Eigentümer zeigen Verständnis für die Befürchtungen der Bevölkerung und man möchte diese nun auf einer Informationsveranstaltung, möglichst zusammen mit Vertretern der deutschen Funkturm, über die 5G-Technologie informieren.

Zwar sei laut Grundstückseigentümer der Vertrag unterzeichnet, doch seien zum einen noch Statikfragen ungeklärt und innerhalb des Vertrages gäbe es durchaus Möglichkeiten, diesen unter Umständen nochmals zu revidieren.

Der Vertreter der deutschen Funkturm trat nicht vor die Öffentlichkeit und so können wir hier zunächst auch nicht seine Sicht der Dinge wiedergeben. Aber dazu bietet sich ja wohl demnächst auf der Bürgerinfo ausreichend Gelegenheit. Der Druck ist jedenfalls erstmal Dank besonnener Gesprächsführung vom Kessel genommen. Und Mindelzell zeigte Flagge in Bezug auf die 5G-Technologie.

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