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Schönebach

05.10.2015

Die Meisterkürbiszüchter

Deutsche Meisterschaft im Kürbiswiegen
2 Bilder
Robert Jaser (rechts) und Norbert Mitschke jubeln am Sonntag am Schloss in Ludwigsburg (Baden-Württemberg) an ihrem Riesenkürbis der Sorte Atlantic Giant. Mit einem Gewicht von 812,5 Kilogramm sicherten sie sich neben dem Meisterschaftstitel auch den neuen Deutschen Rekord für den schwersten Kürbis.
Bild: Daniel Maurer, dpa

Robert Jaser und Norbert Mitschke aus Schönebach züchten den schwersten deutschen Kürbis. Ein Mammutprojekt in jeder Hinsicht.

Es ist 16 Uhr. Norbert Jaser sitzt nach einer Nachtschicht beim "Frühstück" und lässt die Ereignisse der vergangenen Tage noch einmal Revue passieren. Am Wochenende hat er bei der deutschen Meisterschaft im Kürbiswiegen in Ludwigsburg mit einem Riesenkürbis den ersten Platz erreicht und ganz nebenbei den deutschen Rekord geknackt: 812,5 Kilogramm brachte das Exemplar der Sorte Atlantic Giant auf die Waage.

Rund 800 Dollar für einen Samen

Das Erfolgsgeheimnis steckt in den Samen, verrät Jaser. Der Kern, aus dem Jasers Rekordkürbis entsprang, stammt aus dem Kürbis, der 2012 den Weltrekord markierte. Als er vor einigen Jahren mit Samen aus dem Baumarkt seine Züchterkarriere begann, wogen die Resultate kaum mehr als 50 Kilogramm. Inzwischen arbeitet er mit professionellem Saatgut. Das schlägt sich allerdings auch im Preis nieder. Die Samen kosten mitunter ein kleines Vermögen. „Ich hab schon mal 805 Dollar für einen Samen ausgegeben“, sagt Jaser. Für den Sieg bei der deutschen Meisterschaft erhielten Jaser und sein Nachbar Norbert Mitschke, mit dem er gemeinsam den Kürbis großzog, 1000 Euro Prämie. Für den Rekord gab es zusätzlich 1000 Euro Preisgeld. Wenn Jaser alles zusammenrechnet, was er für Samen und den Bau des etwa 200 Quadratmeter großen Gewächshauses, in dem die Kürbisse prächtig gedeihen, ausgegeben hat, dann ist das Preisgeld nicht viel mehr als eine nette Geste. Ohnehin züchtet Jaser das Riesengemüse nicht wegen des Geldes. Es macht ihm einfach Freude, zuzusehen, wie die Kürbisse wachsen. Und das sogar fast sprichwörtlich. Zwischenzeitlich legte die leicht ovale, graugrüne Kugel rund 30 Kilogramm Gewicht am Tag zu.

Mehr als 2000 Liter Wasser am Tag

Bis der Kürbis sein Rekordgewicht auf die Waage bringt, braucht er aber, besonders am Anfang, viel Pflege. Vor allem hat er Durst. Etwa 2000 Liter Wasser, an besonders heißen Tagen sogar 4000 Liter, hat Jaser pro Tag aus dem eigenen Grundwasserbrunnen in die Bewässerungsanlage gepumpt. Seit 2005 nimmt er an verschiedenen Wettbewerb teil. 2009 war er schon einmal deutscher Meister. Was ihm besonders gefällt: „Da gibt's keine Konkurrenz. Das ist ein großes Miteinander.“ Ach, und essen kann man den Kürbis auch. Laut Jaser schmeckt er ein bisschen wie Honigmelone. Nach dem Wettbewerb werden die Riesenfrüchte geschlachtet und an die Zuschauer verteilt.

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