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Mindelzell

12.09.2019

Eine Mindelzeller Begegnung mit Alexandra

Cornelia Corba während ihres Auftritts im Jahr 2012 in Mindelzell. Nun kehrt die Münchner Sängerin und Schauspielerin als Alexandra-Interpretin ins Mindelzeller Amphitheater zurück.
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Cornelia Corba während ihres Auftritts im Jahr 2012 in Mindelzell. Nun kehrt die Münchner Sängerin und Schauspielerin als Alexandra-Interpretin ins Mindelzeller Amphitheater zurück.
Bild: Georg Drexel

Das Konzert mit Cornelia Corba und dem Ural-Kosakenchor wird zur Annäherung an das zauberhafte und zugleich verlorene Leben der Sängerin Alexandra.

Heydekrug. Wer kennt noch diesen Namen? Heute heißt der Ort Silute, in dem etwa 20000 Menschen leben, er liegt im Westen Litauens. Nach Litauen – es war ein Weg durch die Windungen und Abgründe der Geschichte. Heydekrug, das war einst sozusagen das nordöstliche Ende des Wilhelminischen Kaiserreichs. Dann fiel der Ort an Litauen, dann wieder an das Nazireich, später an die Sowjetunion – die sich auflöste. Heydekrug: Die wechselvolle Geschichte des Ortes im Osten Europas steht symbolisch für das Leben von Alexandra, die mit ihrer tiefen, melancholischen Stimme in den 60er-Jahren berühmt wurde. Alexandra ist 1942 in Heydekrug als Doris Wally Treitz geboren. 1969 starb sie bei einem Autounfall auf der Fahrt von Hamburg nach Sylt. Ihr Leben, ihre Musik rückt am Samstag, 21. September, um 19 Uhr im Mindelzeller Amphitheater von Engelbert Schmid in den Mittelpunkt. Zusammen mit dem Ural-Kosakenchor singt die Münchner Schauspielerin und Sängerin Cornelia Corba Lieder von Alexandra wie beispielsweise „Mein Freund, der Baum“, „Sehnsucht“ oder „Zigeunerjunge“.

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Alexandra – das ist zweifellos ein sehr spezieller Abschluss dieser Saison im 391 Plätze umfassenden Amphitheater von Engelbert Schmid, in dem seit 2008 Konzerte stattfinden. Schmid blickt zufrieden auf den Verlauf des Sommers im Amphitheater. Unter anderem mit den Auftritten des Chors Jubilate aus Dinkelscherben, der Band Steinbach oder auch Blech & Co. habe es zahlreiche Höhepunkte gegeben. Der Auftritt des Musikvereins Mindelzell war für den Mindelzeller Schmid und den Musikverein gleichermaßen ein besonderes Heimspiel. Schmid, der in Kürze seinen 65. Geburtstag feiern kann, plant bereits die neue Saison. Er geht davon aus, dass 2020 Steinbach und Blech & Co. wieder auftreten werden.

Doch nun richten sich die Blicke auf ein besonderes Saisonfinale. Alexandra? Schmid, Jahrgang 1954, kann sich aus seiner Jugendzeit noch gut an sie erinnern. „Wir haben ihre Lieder nachgesungen. Ihre Stimme, sie war etwas ganz Besonderes.“

1944 floh Alexandras Familie vor der heranstürmenden Roten Armee nach Sachsen, später nach Kiel. Schon in jungen Jahren wurde das künstlerische Talent von Alexandra offensichtlich. Sie heiratete den 30 Jahre älteren russischen Emigranten Nikolai Nefedov, 1963 kam ihr Sohn Alexander zur Welt. Die Ehe scheiterte, Doris Wally Treitz nannte sich fortan in Anlehnung an den Namen ihres Sohnes Alexandra.

Alexandra, die ein Grafikstudium begonnen hatte, machte dann als Sängerin rasch Karriere. Bei einer Tournee war sie unter anderem auch in der Sowjetunion unterwegs. Dann der 31. Juli 1969. Mit ihrem Sohn und ihrer Mutter fuhr Alexandra von Hamburg Richtung Sylt in den Urlaub. Auf einer Kreuzung kollidierte ihr Wagen mit einem vorfahrtsberechtigten Lkw. Alexandra starb noch an der Unfallstelle, ihre Mutter nur wenig später in einer Klinik. Ihr sechsjähriger Sohn, der schlafend auf der Rückbank lag, erlitt nur leichte Verletzungen. Das Grab der Sängerin befindet sich auf dem Westfriedhof in München. Auf ihrem Grabstein steht schlicht „Alexandra“.

In Mindelzell schließt sich ein Kreis

Es ist auf seltsame Weise ein Kreis, der sich bei dem Konzert in Mindelzell schließt. Denn Alexandra-Interpretin Cornelia Corba ist in Alexandras Todesjahr 1969 in München als Cornelia Bayr geboren. Mit zwölf Jahren war sie jüngstes Mitglied am Richard-Strauss-Konservatorium München. In den Bereichen Musik und Schauspiel gleichermaßen ist sie umfassend ausgebildet. In mehreren Tatort-Verfilmungen war sie Darstellerin. Zu sehen war sie in zahlreichen Folgen der Fernsehserie „Die Rote Meile“, zudem wirkte sie in zahlreichen Theaterproduktionen mit. Mit Thomas Fuchsberger (Sohn von "Blacky" Fuchsberger) lebte sie bis zu dessen Tod zusammen. 2012 war sie bereits im Mindelzeller Amphitheater zu Gast, damals als Interpretin von Marilyn Monroe. Engelbert Schmid denkt noch gerne an diesen Auftritt zurück. Auch mit Blick darauf verspreche das jetzt anstehende Konzert musikalische und schauspielerische Klasse gleichermaßen. Die Begleitung durch den Ural-Kosakenchor bilde einen idealen Rahmen. Cornelia Corba wird dann „Das Lied von der Taiga“ und „Zigeunerjunge“ singen. Und die Besucher werden noch einmal eintauchen in das zauberhafte und zugleich verlorene Leben von Alexandra.

„Alexandra“ in Mindelzell: Samstag, 21. September, 19 Uhr. Bewirtung im Weingarten ab 17 Uhr. Karten gibt es bei folgenden Vorverkaufsstellen: Per Mail: engelbert-office@schmid-horns.com. Per Abholung, Postversand und an der Abendkasse: Engelbert Schmid GmbH, Bellerweg 3, 86513 Mindelzell, Telefon 08282/890412 und an der Abendkasse. Per Abholung: Mittelschwäbische Nachrichten, Bahnhofstraße 50, 86381 Krumbach, Telefon 08282-907-0. Lesehexe GmbH, Raiffeisenplatz 2, 86470 Thannhausen, Telefon 08281/4488. Mindelheimer Zeitung, Maximilianstraße 14, 87719 Mindelheim, Tel. 08261/991375.

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