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Partnerschaft

18.09.2019

Eine nicht ganz gewöhnliche Radtour zu Freunden

Die Familiengruppe radelte immer wieder Teilstücke der insgesamt 1200 Kilometer langen Strecke nach Mortain mit. Dazwischen blieb Zeit für Sightseeing. Hier am Place de Stanislaus in Nancy.
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Die Familiengruppe radelte immer wieder Teilstücke der insgesamt 1200 Kilometer langen Strecke nach Mortain mit. Dazwischen blieb Zeit für Sightseeing. Hier am Place de Stanislaus in Nancy.
Bild: Sammlung Zimmermann-Wejda

Zwei Radlgruppen aus Thannhausen machten sich auf den rund 1200 Kilometer langen Weg nach Mortain

Irgendiwe war es schon ein verrückter Einfall, den sich die beiden Partnerschaftskomitees ausgedacht haben: eine Radtour von Thannhausen nach Mortain. Zwei Radelgruppen machen sich auf den langen Weg. Eine Profi-Gruppe um Extremradler Raimund Kraus, der die etwa 1200 Kilometer nach Mortain als „Spazierfahrt“ bezeichnet und eine Familiengruppe, die nur bestimmte Abschnitte mitfährt.

Mitte August geht’s mit großem Abschiedswinken von Thannhausen los. Schon bei Ichenhausen werden die Profis von einem kurzen Regenschauer geduscht. Und am ersten Abend gibt die Isomatte von Bauamtsleiter Stephan Martens-Weh den Geist auf. Für rund 60 Euro wird eine neue Luxusmatte gekauft und der Tagesetat eindeutig überzogen. Am Donnerstag, 15. August treffen sich beide Gruppen in Saverne am ausgemachten Parkplatz zur gemeinsamen Tour am Kanal. Abends auf dem Campingplatz die ersten Erfahrungsaustausche und ein schöner Abend in Garry’s „Wohnzimmer“. Am darauffolgenden Freitag trifft man sich in Nancy erneut. Nun meint es das Wetter nicht so gut mit den Radlern. Regen und Gegenwind, dazu die Berge um Nancy machen ihnen ganz schön zu schaffen. Antonia, die einzige Frau im Profiteam beschließt, sich der Familiengruppe in Nancy für eine kurze Auszeit anzuschließen. 50 Kilometer hinter Nancy wird mangels Übernachtungsmöglichkeit ein Schlafplatz in freier Natur gesucht. Am Samstag regnet es ohne Unterlass. Die Graswege werden matschig und rutschig. Es gibt zwei Stürze. Mittags stößt Antonia in einem Supermarkt wieder zu den „Profis“ dazu. Am Abend ist wieder keine Übernachtungsmöglichkeit in Sicht. Ein freundlicher Schleusenwärter am Kanal stört sich nicht daran, dass die Radler wie Clochards unter einer Brücke nächtigen. Cést la vie! Mit zwei Flaschen Rotwein, leckerem Käse und Baguette ist es schon fast Luxus. Am Sonntag freuen sich alle nach einem Tag mit ausschließlich Gegenwind und Regen über die heiße Dusche vom Campingplatz in Paris, wo man sich auch mit der Familiengruppe wieder trifft. Außerdem gibt es vom „Begleittross“ hervorragende Verpflegung. Wieder Pizza und Rotwein. Nach diesen 185 Kilometern werden Fahrradreparaturen notwendig.

Am Montag geht es nach dem Frühstück wieder mit starkem Gegenwind viele Berge hinauf. Martens-Weh erhält hier den Spitznamen Bergziege und darf auf den 140 Kilometern öfters vorausfahren. Nach einer kurzen Fahrt durch Chartres wird auf einem Municipal Campingplatz übernachtet, das sind gemeindliche Einrichtungen, die meist sehr sauber und sehr günstig angeboten werden. Am Dienstag hemmt wieder mal ein „Platten“ das Fortkommen. 165 Kilometer Fahrtstrecke und ein Fünf-Sterne Campingplatz lassen die Radler dennoch richtig übermütig werden. Der Campingplatz war ein ausgezeichneter Bio-Bauernhof mit Plumpsklo und einem Mini-Sanitärbereich. Die vier Sterne hat er wohl in erster Linie wegen seiner Bioprodukte. Am Mittwoch steigt die Spannung. Die Profis sind die ersten, die am Treffpunkt Rathaus in Domfront eintreffen. Nach und nach trudeln die Familiengruppe und die französischen Radler und einige Komiteemitglieder ein. Großes Hallo, Bonjour und Grüß Gott vor dem Rathaus nach knapp 1100 km. Nach einer Stadtführung und einer gemeinsamen Tafelrunde im Rathaussaal beginnt die vorerst letzte gemeinsame Etappe. Ziel ist der Gemeindesaal im Dorf Bion, das zu Mortain gehört. Begleitet von einem Sicherheitsfahrzeug geht es auf der Dorfstraße von Domfront nach Mortain. Die Profis und die Familiengruppe radeln mit den französischen Radfreunden auf einem Abschnitt des Veloscenic auf der ehemaligen Eisenbahntrasse von Domfront nach Mortain. Zwei Regionalzeitungen berichten über das Ereignis und interviewen die Radler. Während des Essens unterhält ein Musikduo und der Bürgermeister, Michel Desserouer, hält in seiner Rede nochmals die sportlichen und kulturellen Kontakte für unerlässlich zum Gelingen einer Städtepartnerschaft. Er beglückwünschte ausdrücklich alle Teilnehmer für ihren sportlichen Einsatz und dankte allen Helfern und den beiden Komitees für die Ausführung dieser 2017 entstandenen Idee. Die deutsche Delegation mit Gertrud Zimmermann-Wejda und Johannes Winter bedankte sich für das große und spannende Programm, das in den nächsten Tagen auf sie warten würde. Das sieht unter anderem eine Besichtigung des Bauernhofs „Cara-Meuh vor, der bekannt für die Herstellung von Caramel ist. Nach einer Führung durch das Hofgelände wird bei der Caramelherstellung zugesehen und zur Freude der Kinder darf auch probiert werden. Die letzte Fahrradetappe beinhaltet am Freitag eine „Genusstour“ zum Mont Saint Michel. Zwischen Salzwiesen und den neuen riesigen Parkplätzen am Damm zum Mont St. Michel gibt es ein leckeres normannisches Picknick. Danach ist die Radstrecke nur noch ein kurzes Stück auf der Straße. An den Parkplätzen angekommen müssen die Räder wieder verladen werden, denn seit der neue Zugangsdamm errichtet ist, darf auch kein Fahrrad mehr direkt an den Mont St. Michel fahren. Jetzt ist das Abenteuer Radltour endgültig zu Ende. Die Profigruppe bewältigte 1201 Kilometer und 8000 Höhenmeter. (zg)

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