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Volkstrauertag

19.11.2019

Gegenwart und Zukunft friedvoll gestalten

Auch in Deisenhausen wie in vielen anderen Gemeinden gab es am Volkstrauertag ein Gedenken an die Opfer der Weltkriege.
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Auch in Deisenhausen wie in vielen anderen Gemeinden gab es am Volkstrauertag ein Gedenken an die Opfer der Weltkriege.
Foto: Helmut Höld

Welche Akzente beim würdevollen Gedenken in Krumbach gesetzt werden

Nach dem vorausgegangenen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche Maria Hilf, musikalisch vom Musikverein gestaltet, gedachten Geistlichkeit, politische Gemeinde, Abordnungen örtlicher Vereine mit ihren Fahnen und eine ansehnliche Anzahl von Besuchern vor dem Ehrenmal auf dem Westfriedhof der Opfer, die in den Kriegen, als Opfer von Gewaltherrschaft, auf der Flucht und in Gefangenschaft ihr Leben verloren haben.

Namens der Krumbacher Kirchengemeinden leitete die Feierstunde Pfarrer Eugen Ritter von der evangelischen Gemeinde sowie Stadtpfarrer Josef Baur und Pfarrer Kazimierz Piotrowski von den katholischen Pfarreien mit geistlichen Gebeten und Fürbitten ein. „Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse darf niemals nur ein Blick zurück sein. Erinnerung ist zugleich der Auftrag an uns alle, Gegenwart und Zukunft friedvoll zu gestalten“, mahnte Bürgermeister Hubert Fischer in seiner Gedenkrede. Von besonderer Bedeutung sei dabei, die Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit mit einzubeziehen. Ziel dieser friedenspädagogischen Arbeit muss sein, Jugendliche und junge Erwachsene durch aktive Auseinandersetzung mit den Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft zu Friedensliebe und Völkerverständigung zu ermuntern.

Ausgehend vom Ersten Weltkrieg, der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, leistet der vor 100 Jahren gegründete „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ nicht nur mit der Fürsorge für die unzähligen Gräber und Betreuung von Angehörigen einen Beitrag zur Förderung des europäischen Gedankens, gäbe es doch durch zunehmenden Nationalismus nicht mit allen unseren europäischen Nachbarn ein entspanntes, belastungsfreies Verhältnis.

„Am Volkstrauertag den Opfern der Kriege und Gewaltherrschaft zu gedenken ist notwendig und richtig, aber es ist nicht genug, denn Kriege sind keine Naturkatastrophen, sie brechen nicht einfach aus. Sie werden gemacht, durch Feindbilder, autoritäre Denkmuster und Propaganda werden sie vorbereitet“, sagte Fischer und verwies auf die allein im Jahr 2018 weltweit 213 gewaltsam ausgetragenen Konflikte. Demagogie und Ressentiments, Antisemitismus, nationale Egoismen und Bereitschaft zur Gewaltanwendung dürfen niemals wieder die Oberhand gewinnen, das sei die bittere Lehre aus einer gemeinsamen, leidvollen Geschichte. Choräle, das Lied vom guten Kameraden und Böllerschüsse begleiteten das würdevolle Gedenken.

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