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Kriminalstatistik 2014

19.03.2015

Kein Einbruch bei den Einbruchszahlen

Die Einbruchszahlen bleiben laut der aktuellen Kriminalstatistik hoch. Wer ein paar Tipps der Polizei beachtet, kann Einbrechern aber das Leben schwerer machen.
Bild: Andreas Gebert/dpa (Symbolbild)

Wohnungseinbrüche zählen zu den belastendsten Delikten. Was die Polizei dagegen tun will. Und warum es sich in der Region dennoch ziemlich sicher lebt.

Unter den 39 881 Fällen, die bei der Polizei zwischen Allgäuer Alpen und Donau im vergangenen Jahr registriert wurden, machen sie zwar nur etwa ein Prozent aus. Trotzdem richten die Ermittler in diesem Jahr gezielt ihr Augenmerk auf das Thema Wohnungseinbrüche. 399 Mal wurde im vergangenen Jahr in Häuser und Wohnungen eingebrochen, davon blieb es bei 179 Fällen beim Versuch. Die Zahl der Einbrüche ist in den vergangenen fünf Jahren um 65 Prozent gestiegen, während die Gesamtkriminalität im Bereich des Präsidiums zurückgegangen ist.

Aufklärungsquote bei Einbrüchen liegt bei 16 Prozent

Bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2014 machte Polizeipräsident Werner Strößner deutlich, weshalb der Bereich aus den anderen Delikten heraus sticht: „Für viele Betroffene ist das Wissen, das ein Fremder in ihre Wohnung eingedrungen ist, so belastend, dass sie sogar umziehen müssen. Kriminaldirektor Karl-Heinz Alber ergänzt: „Das Problem sind die zurückbleibenden Ängste nach einem Einbruch, die in keiner Statistik auftauchen.“ Die Polizei im Präsidiumsbereich kann in diesem Bereich nur auf eine Aufklärungsquote von 16 Prozent verweisen – sie setzt auf Prävention, erklärt bei Messen und Märkten an Infoständen, wie man auch mit einfachen Mitteln Einbrüche verhindern kann. „Oft reicht es schon, einfach das Licht anzulassen, wenn man das Haus verlässt“, so Strößner. Dazu versucht es die Polizei mit gezielten Aktionen – noch dieses Frühjahr und wieder im Herbst wollen die Ermittler Kontrollen und Aktionen durchführen, um Einbrecher zu schnappen.

Grundsätzlich lebt es sich in der Region zwischen Alpen und Donau sehr sicher. Mit einer Kriminalitätshäufigkeitszahl (Zahl der bekannt gewordenen Fälle pro 100 000 Einwohner im Verhältnis zur Gesamteinwohnerzahl) von 4254 liegt der Präsidiumsbereich in Bayern und Deutschland an der Spitze. Über diesem Schnitt, aber immer noch unter dem bayerischen Mittelwert, liegen die Landkreise Günzburg (4300) und Neu-Ulm (4596).

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Mehr Sexual- und Drogendelikte in der Region

Bei den Städten in der Region liegt Lindau mit 8709 an der Spitze, gefolgt von Memmingen (7354), Günzburg (6724) und Neu-Ulm (6433). Die Zahl der Delikte ist in fast allen Bereichen zurückgegangen, die Gesamtkriminalität liegt auf dem niedrigsten Wert seit zehn Jahren. Einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr gibt es allerdings bei den Sexualdelikten (470 Fälle) und bei der Rauschgiftkriminalität (2531 Fälle). Hier hatte die Polizei 2014 verstärkt ermittelt, so erklärt sich der Anstieg um mehr als 20 Prozent.

Das Thema Rauschgift hat die Polizei im vergangenen Jahr auch in den eigenen Reihen stark beschäftigt, im Jahresbericht des Präsidiums ist von einer „schmerzhaften Zäsur“ die Rede, die der 15. Februar 2014 darstellt. An diesem Tag wurden 1,8 Kilogramm Kokain im Büro des mittlerweile verurteilten Leiters des Rauschgiftkommissariats in Kempten gefunden. Mit den Folgen des Skandals hatten auch unbeteiligte Kollegen zu kämpfen, die immer wieder auf das Thema angesprochen wurden. Polizeipräsident Werner Strößner sieht nach dem Ende des Prozesses wieder etwas Ruhe eingekehrt. Er ist froh über die schnelle Aufklärung der Vorfälle. „Wir haben nichts zu verbergen. Wir können nicht verhindern, dass ein Mitarbeiter eine Straftat begeht. Aber wenn, dann langen wir auch hin.“ Die Kollegen des verurteilten Ermittlers nimmt der Polizeipräsident ausdrücklich in Schutz. „In diesem Kommissariat gibt es hervorragende Kollegen, die alles tun, um Rauschgiftkriminalität zu bekämpfen.“

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