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Krumbach
26.11.2021

"Spendiert": Ein Kaffee für Krumbacher in Notlagen

Über das Projekt "Spendiert" sollen sich auch die einen Kaffee im Café leisten können, die gerade nicht so gut bei Kasse sind.
Foto: Melissa Niedermair

Im Café einen Kaffee mehr bezahlen - für eine Person, die gerade Unterstützung braucht. Jetzt soll dieses Krumbacher Projekt neuen Schwung bekommen.

Vor einem Jahr startete das Projekt „Spendiert!“ in fünf Krumbacher Bäckereien beziehungsweise Cafés. Und so mancher fragt sich noch immer: „Spendiert? Was soll denn das sein?“. Das Projekt ist eigentlich ganz einfach: Wie der Name schon sagt, geht es ums Spendieren. Mal eben der besten Freundin oder dem besten Freund einen Kaffee ausgeben, der Familie einen Kuchen zahlen oder ein „Passt schon“, wenn die Begleitung kein Geld dabei hat – das kennen wohl die meisten. Bei „Spendiert!“ geht es aber darum, dass man ganz fremden Personen etwas spendiert. Wie das gehen soll? In den am Projekt teilnehmenden Bäckereien und Cafés kann man ein Produkt, welches man selbst kauft, doppelt bezahlen und damit ein weiteres „aufschieben“.

„So lässt sich beispielsweise der Kaffee, der für einen selbst gekauft wurde, doppelt bezahlen, wodurch eine andere Person diesen bezahlten Kaffee umsonst genießen kann“, erklärt Quartiersmanagerin Aischa Yurt. Aber wer genau? Ein Mitmensch aus der eigenen Heimatstadt, der sich aus irgendeinem Grund gerade eben keinen Kaffee leisten kann, erläutert sie weiter.

Kaffee oder Breze für Bedürftige in Krumbach

Dabei muss es gar kein Kaffee sein – einen Tee, eine Breze, einen Kuchen – eigentlich kann jegliches Produkt spendiert werden. „Spendiert! – Suspended Coffee Germany“ heißt die Bewegung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, im Kleinen Menschen zu unterstützen, die aufgrund von finanziellen Engpässen nicht in den Genuss eines Cafébesuches oder auch nur eines „Coffee to go“ kommen.

Das Ganze funktioniert wie folgt: Wenn ein Produkt spendiert wurde, stellt das Café oder die Bäckerei einen Gutschein hierfür aus. Die Gutscheine werden dann gesammelt an die Krumbacher Tafel übergeben oder vom Bürgerhaus geholt, so dass diese Gutscheine an Menschen übergeben werden, denen damit eine Freude bereitet werden kann.

Gutscheine gehen an die Krumbacher Tafel

Warum Menschen dieses Produkt gerade nicht selbst bezahlen können, spielt dabei keine Rolle. Es gilt das Vertrauensprinzip. Gemeinsam mit Krumbacher Bäckereien und Cafés wurde das Projekt mitten in der Corona-Zeit gestartet. Leider genau zu dem Zeitpunkt, als die Cafés schließen mussten und der Genuss von einem Kaffee oder ähnlichem vor Ort nicht möglich war.

Nun, ein Jahr später, möchten das Quartiersmanagement und die Jugendpflege dem Projekt neuen Aufschwung geben. „Welche Zeit eignet sich hierfür besser als die Winterzeit, in der wir besonders gerne Geben und an unsere Mitmenschen denken?“, sagt Melissa Niedermair von der Jugendpflege Krumbach. Mit einem Aufsteller auf den Tischen der beteiligten Partner soll gezielt auf das Projekt aufmerksam gemacht werden. Und so ist zu hoffen, dass sich das Projekt, welches ursprünglich in Italien seinen Anfang fand, in Krumbach weiter etabliert und Anklang findet. Anklang nicht nur bei Menschen, die etwas spendieren, sondern auch bei denen, die dieses „Geschenk“ gerne annehmen. Gutes tun kann auf diesem Weg ganz einfach sein. Bei Fragen zu dem Projekt steht das Quartiersmanagement und die Jugendpflege Krumbach gerne zur Verfügung.

Und wo kann ein Produkt spendiert werden? Im Bistro Jo, beim Zitherbäck, im Café „Nimm Platz!“, bei der Bäckerei Kaiserbeck und im Weltladen Krumbach. (AZ)

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