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Deisenhausen

15.06.2020

Müll und Fäkalien: Wie Deisenhausen das Lkw-Problem lösen will

Entlang des Sportgeländes sollen Parkmöglichkeiten für Lkw errichtet werden. Unzufrieden zeigen sich einige Bürger über die Granitsteine entlang des Günzdammes im Vordergrund.
Bild: Emil Neuhäusler

Plus Warum das Thema Lkw den Deisenhauser Gemeinderat gerade so intensiv bewegt und welche Lösung jetzt gefunden wurde.

Der Hochwasserschutz für das Gewerbegebiet „Schildbachstraße“ in Deisenhausen ist installiert. Doch nun bereitet eine andere „Überschwemmung“ Probleme in der Schildbachstraße. Lkw-Fahrer, vor allem diejenigen, die oft über das Wochenende dort parken, bis sie dann am Montag früh in das Firmengelände des Holzzentrums Thalhofer einfahren dürfen, hinterlassen Müll und Fäkalien. Im Gemeinderat gab es Verständnis für die Fahrer, und es wurde nach einer Lösung gesucht.

Die Firma selbst sehe sich für die Lösung des Problems nicht zuständig, fasste Bürgermeister Bernd Langbauer als Resultat seines Vorsprechens bei der Firmenleitung zusammen. Aber auch die Gemeinde habe keine Verpflichtung, sich der Lkw-Fahrer, die teilweise von weit her anfahren, anzunehmen, fügte er hinzu und sprach sich anfangs für ein Halteverbot aus. „Wie sollen wir uns verhalten?“, stellte er zur Diskussion in den Raum.

Allein ein Halteverbot sei nicht ausreichend

Der Situation allein mit einem Halteverbot zu begegnen, wurde als nicht ausreichend angesehen. Das würde die Problematik nur auf andere Straßen und Plätze verlagern. „Wir dürfen die Lkw nicht verpönen, wir brauchen sie!“, meinte ein Gemeinderat. Eine mobile Toilettenkabine würde die Gemeinde im Jahr rund 1400 Euro kosten, rechnete 3. Bürgermeister Helmut Höld vor. Mit 11:2 Stimmen wurde schließlich beschlossen, entlang des Sportgeländes auf einer 40 Meter langen und drei Meter breiten Versickerungsfläche wenigstens eine Parkmöglichkeit zu schaffen. Gleichzeitig soll im restlichen Bereich der Straße ein beiderseitiges Halteverbot in Kraft treten. Das Problem der Toilette wurde vorerst ausgeklammert.

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Grasweg Auch nicht 100-prozentig zufriedenstellend gelöst werden konnte der Antrag eines Anliegers des Grasweges in Unterbleichen. Aufgrund der geringen Breite dieser Straße, moniert er, entstehe auf der B 16 ein Rückstau, wenn ein Kraftfahrer von dort in den Grasweg einbiegen, gleichzeitig jemand herausfahren möchte. Bürgermeister Langbauer klärte auf, dass auf der Südseite noch ein Grünstreifen von einem halben Meter Gemeindegrund zur Verfügung stehen würde, auf der Nordseite sogar mehr als ein Meter. Letzterer ist schon lange Zeit durch die Hecke des Anlegers überwuchert. Außerdem befindet sich im Untergrund ein Kanal, der für Schwerlastverkehr nicht geeignet ist. Für den Verkehr, meinte Langbauer, könne höchstens ein halber Meter genutzt werden. Der Gemeinderat entschied, dass als erste Maßnahme vom Anlieger die Hecke auf dessen Grundstücksgrenze zurückgeschnitten werden muss. Dann könne man die Situation neu überdenken und die Grabenverrohrung eventuell durch bauliche Maßnahmen schützen. Schließlich wurde darauf hingewiesen, dass der an dieser Straße anliegende Landwirt noch eine weitere und sicherere Möglichkeit der Zufahrt auf die B 16 habe und diese auch wahrnehmen solle.

Geschwindigkeitstafeln in Unterbleichen und Oberegg

Geschwindigkeitstafeln Weiterhin wurde beschlossen, die bereits vom letzten Gemeinderat ausgesuchten mobilen Geschwindigkeitstafeln nun endgültig zu kaufen. Mit diesen soll zuerst in Unterbleichen der einfahrende Verkehr von der B 16 und von Oberegg her gemessen und überwacht werden.

Granitsteine Keine Veränderung nimmt die Gemeinde hinsichtlich der Granitsteine am Sportplatz Deisenhausen vor, welche dort aufgebracht wurden, um eine Verdichtung der Versickerungsfläche entlang des Günzdammes zu verhindern. Es waren von Bürgern Bedenken vorgebracht worden, dass landwirtschaftliche Geräte und LKWs beim Ausweichen im Gegenverkehr durch die scharfkantigen Steine beschädigt werden könnten. Einen ablehnenden Bescheid erhält auch ein Grabbesitzer im Friedhof Unterbleichen, dem ein Baum zu nahe an seiner Familiengrabstelle gepflanzt wurde. Laubbefall erschwere die Pflege und die Wurzeln des Baumes könnten irgendwann die Grabenfassung beschädigen.

Der Markt soll erkundet werden

Breitband Bereits in der letzten Sitzung des scheidenden Gemeinderates wurde die Firma Corwese mit der Durchführung der Markterkundung und des Auswahl- und Förderverfahrens zum Ausbau der Breitbandversorgung im Rahmen der bayerischen Gigabitrichtlinie beauftragt. Bürgermeister Langbauer teilte mit, dass die für die Ausschreibung erforderliche Erstellung der Grunddaten bis Mitte Juli abgeschlossen sein dürfte, sodass dann die Ausschreibung in Angriff genommen werden kann. Auf Nachfrage erklärte Langbauer, dass der Breitbandausbau für alle Ortsteile, geplant sei. Über die Höhe der Förderung bzw. die Finanzierung der Maßnahme wollte er noch keine Angaben machen.

Gemeindeentwicklung Prüfen will Bürgermeister Langbauer, welche Ergebnisse des Gemeindeentwicklungskonzeptes, das 2015 vom Gemeinderat zusammen mit Bürgern in Arbeitskreisen erarbeitet wurde, realisiert werden können. Die Mitglieder des Gemeinderates erhalten vom Bürgermeister zunächst die Er-gebnisprotokolle aus der vergangenen Sitzungsperiode, damit sich vor allem die Neugewählten einen Überblick verschaffen können. Dann wird in einer separaten Sitzung über die Realisierung einzelner Maßnahmen diskutiert. Ebenso wird mit der vom ehemaligen Jugendbeauftragten Christoph Scherer durchgeführten Jugendbefragung und Jugendversammlung verfahren. Auch die Wünsche der Jugendlichen sollen auf Machbarkeit geprüft und eventuell eine Prioritätenliste ange-legt werden.

Wofür es Beifall gab

Seniorenbeauftragte Abschließend wurde mit Beifall aufgenommen, dass Martha Liebhaber als Seniorenbeauftragte der Gemeinde zur Verfügung steht. Andiskutiert wurde noch kurz, dass wegen nicht ausreichender Kindergartenplätze eine Nachmittagsgruppe installiert werden soll. Gemeinderätin und Kindergartenleiterin Jennifer Dreier verwies darauf, dass zusätzlich Personal eingestellt werden muss, und sie zeigte sich gespannt, ob sich wirklich Eltern finden, die ihre Kinder am Nachmittag bringen wollen.

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