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Neuburg

19.10.2016

Niemand will den Funkturm in seiner Nachbarschaft haben

In der Nähe von Neuburg soll ein Funkmast aufgestellt werden. Die Standortsuche gestaltet sich schwierig. (Symbolbild)
Bild: Wolfgang Widemann

Die Standortsuche für die Aufstellung eines Sendemastens östlich von Neuburg gestaltet sich schwierig. Handys sind inzwischen selbstverständlich, Sendemasten offenbar nicht.

Die Deutsche Funkturm GmbH ist auf der Suche nach einem Standort für einen Funkmast für LTE-Frequenzen. Nun scheint ein Standort östlich von Neuburg gefunden. Dieser befindet sich rund 600 Meter von der Wohnbebauung entfernt. Standorte bei Langenhaslach stießen auf Widerstand und sind damit aus dem Rennen.

Bisheriger Standort wurde kurzfristig gekündigt

Die Deutsche Funkturm GmbH gehört zur Deutschen Telekom Gruppe. Der Krumbacher Wilhelm Kielmann sucht im Auftrag des Unternehmens zwischen Neuburg und Langenhaslach einen Standort für einen circa 20 Meter hohen Funkmast. Bisher war eine Station im Dach des Neuburger Schlosses installiert.

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„Uns wurde relativ kurzfristig gekündigt, weitere Verhandlungen mit dem Schlossbesitzer sind gescheitert“, sagte Kielmann. Die Gründe wollte er nicht nennen. Nur so viel: Der Standort Schloss Neuburg entspreche zudem nicht mehr dem neuesten Stand für LTE-Frequenzen. Zur Erklärung: LTE steht für „Long Term Evolution“ und soll beim Download hohe Datenraten ermöglichen. LTE löst das bisherigen „D1-Netz“ von Telekom ab. Die Krux in der Standortsuche: Das Handy am Ohr ist heute eine Selbstverständlichkeit, der Funkmast vor der Haustür ist es nicht. Dies wurde bei der Standortdiskussion deutlich. Ein Standort am südlichen Ortseingang von Langenhaslach kam aus Gründen der Ortsoptik nicht in Betracht.

Alternative: zehn Meter hoher Mast auf einem Anwesen im Ort

Diskussionswürdig erschien das Gelände bei den Krautgärten zwischen Neuburg und Langenhaslach. 23 Anwohner des Mühlweges in Langenhaslach, knapp 900 Meter von diesem Standort entfernt, signalisierten allerdings Widerstand. Stichhaltiger für die Markträte waren dagegen die Befürchtungen eines Anliegers, der nur rund 200 Meter von dem geplanten Funkmast wohnhaft ist. „Für mich kommt der Standort nicht infrage“, sagte Marktrat Otto Bader. Kielmann appellierte an die Markträte. Sollte kein geeigneter Standort gefunden werden, so werde er im Dorf auf die Suche gehen.

„Ich bin mir sicher, dass wir ein Anwesen finden wo die Errichtung eines genehmigungsfreien zehn Meter hohen Mastes möglich ist“, meinte Kielmann. „Handys strahlen wesentlich intensiver. Ihre Strahlung nimmt zudem ab, je näher man am Sendemast ist“, klärte Kielmann auf. Seine Erklärung: Je weiter der Funkmast entfernt ist, umso schlechter sei der Empfang und umso höher wiederum die Sendeleistung, also die Strahlungsquelle. Schließlich wurden die Markträte fündig. Ein Standort östlich von Neuburg, circa 600 Meter von der Wohnbebauung entfernt, soll es nun richten. Kielmann wird jetzt die Machbarkeit prüfen.

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