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07.07.2010

Ohne staatliche Hilfe aus der Krise

Mit der silbernen Ehrennadel verabschiedete die Volksbank Günzburg ihren langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Walter Thalhofer. Das Bild zeigt von links Direktor Ernst Fandrich, Hauptrevisor Martin Stößl vom Genossenschaftsverband, der Geehrte Walter Thalhofer und Direktor Johann Mayr nach der Ehrung im Günzburger Forum am Hofgarten. Foto: Sandra Kraus
Bild: Sandra Kraus

Günzburg Ins Schwitzen kamen die Besucher der Vertreterversammlung der Volksbank Günzburg allenfalls wegen der hochsommerlichen Temperaturen und nicht wegen den vorgelegten Zahlen des Geschäftsjahres 2009. "In Anbetracht der äußerst schwierigen Rahmenbedingungen können wir mit dem erzielten Ergebnis sehr zufrieden sein", zog Direktor Johann Mayr eine positive Bilanz.

Immerhin blieb auch nach Einzahlung von einer Million Euro in den Fonds für allgemeine Bankrisiken unter dem Strich ein Gewinn von knapp 600 000 Euro, 100 000 Euro weniger als im Vorjahr. Einstimmig folgten die 75 Stimmberechtigten dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, zwei Fünftel des Gewinns als 4,75-prozentige Dividende auf die Geschäftsguthaben auszuschütten und den Rest den Rücklagen zuzuführen.

Mit einem gewissen Stolz kehren die Genossenschaftsbanker ihre Sonderstellung heraus, "deutschlandweit als einzige Bankengruppe die Finanzkrise bisher ohne staatliche Hilfe bewältigt zu haben" (Mayr). Früher sei man von manchen als konservativ und ängstlich belächelt worden, formulierte Aufsichtsratsvorsitzender Walter Thalhofer, während heute die Unterstützung der Region in finanziellen Bereichen ohne Harakiri-Banking eher ein Markenzeichen sei.

Mändle und Winkler werden als Aufsichtsräte bestätigt

Ohne staatliche Hilfe aus der Krise

Zum letzten Mal leitete Thalhofer in gewohnt launiger Art die Vertreterversammlung. Er kann aus Altersgründen nicht mehr in den Aufsichtsrat gewählt werden, dem er 33 Jahre lang angehörte und dessen Vorsitzender er seit 2006 war. Direktor Johann Mayr ehrte Thalhofer, den er als Mensch mit klaren Worten und fundierten Kenntnissen charakterisierte, zusammen mit Hauptrevisor Martin Stößl vom Genossenschaftsverband aus München mit der Silbernen Ehrennadel, der höchsten bayerischen Auszeichnung. Nachdem das Aufsichtsratsgremium aufgrund von Fusionen im Moment überbesetzt ist, war keine Wahl für den vakanten Posten von Thalhofer nötig.

Einstimmig als Aufsichtsrat bestätigt wurden Herbert Mändle aus Burgau, der seit 29 Jahren dabei ist, und Dieter Winkler aus Günzburg (13 Jahre). "Eine Mischung aus Jungen und Erfahrenen im Aufsichtsrat hat sich bewährt", kommentierte Direktor Ernst Fandrich das Wahlergebnis.

Ungebrochen von den wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und der ganzen Welt, die Johann Mayr in seiner Rede als Vorstand einer kritischen Analyse unterzog, ist bei der Günzburger Volksbank der positive Trend. Die Eckdaten: Bilanzsumme 447 Millionen Euro (plus sechs Prozent zu 2008), Kundenkreditvolumen: 291 Millionen Euro (plus zwei Prozent) und Kundenanlagevolumen: 476 Millionen Euro (plus zwei Prozent). Dabei flossen Kredite in Höhe von 21 Millionen Euro in die heimische Wirtschaft und in Höhe von 33 Millionen an Privatkunden. Aktuell zählt die Genossenschaft 12 483 Mitglieder (plus 113).

Auch im bayerischen Vergleich der Genossenschaftsbanken kann sich das Günzburger Ergebnis sehen lassen. Das aus dem Zinsüberschuss der Bank (11,4 Millionen Euro) in Bezug zur Bilanzsumme errechnete Zinsergebnis von 2,64 Prozent liegt über dem bayerischen Schnitt von 2,42 Prozent. Bei der Vermittlung von Riester-Verträgen gab es einen vierten Platz in Bayern. Gemessen an der Bilanzsumme wurden die Verwaltungskosten (9,8 Millionen Euro) gesenkt. Durch Optimierung der Geschäftsprozesse sei man bemüht, weiter die Kosten zu senken, gab Mayr ein klares Ziel vor.

Solarpark Deubach gekauft

Zusammen mit der Raiffeisenbank Krumbach gründete die Volksbank Günzburg eine Mittelschwäbische Energiegenossenschaft, die mittlerweile 134 Mitglieder hat und den Solarpark Deubach gekauft hat. Damit sollen "ökologische Akzente" (Mayr) gesetzt werden. Andere Akzente in Form von Spenden und Stiftungsgeldern (65 000 Euro), Investitionen (325 000 Euro), Steuerzahlungen (eine Million Euro) und Löhnen und Gehältern (fünf Millionen Euro) kamen hinzu.

Nach so viel Zahlen, Statistiken und Quervergleichen nahmen Monika und Rainer Hamberger aus Isny die Gäste im Günzburger Forum mit auf eine Diashow durch Südafrika und Namibia.

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