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Kreis Günzburg

15.02.2018

Wie Ichenhauser Schüler mit knappen Ressourcen umgehen wollen

Kleidung tauschen oder aus zweiter Hand kaufen – das ist auf alle Fälle ressourcenschonender als ein Neukauf. 
Bild: Alexander Kaya

Was ist eigentlich Nachhaltigkeit? Schnell lernen das Mittelschüler der siebten und achten Klasse aus Ichenhausen. Und sie entwickeln auch ganz konkrete Vorschläge.

„Wer hat heute schon Ressourcen genutzt?“, will Stefan Simonis von Multivision wissen. Die circa 100 Schüler der siebten und achten Klasse der Freiherr-von-Saint Mittelschule in Ichenhausen schauen sich verdutzt um. Stefan Simonis merkt, er muss zuerst einmal den Begriff Ressourcen erklären. Denn darum ging es in der Turnhalle in Ichenhausen. Simonis, der eigentlich Biologe ist und als freier Mitarbeiter für den Verein Multivision arbeitet, klärt im Rahmen der Unesco-Multivisionsschau „Reduse – Über unseren Umgang mit den Ressourcen der Erde“ über das Thema Nachhaltigkeit auf.

„Wer hat heute schon Wasser genutzt?“, fragt Simonis jetzt in die Runde. Dieses Mal gehen alle Hände nach oben. Auch bei der Frage, wer heute schon einen Semmel oder Müsli gegessen hätte, oder, wer heute mit dem Auto oder dem Bus in die Schule gefahren ist, melden sich viele Schüler. Auf die Frage, woher die Ressourcen kommen, die wir verwenden, antwortet ein Schüler richtig: „Von der Erde.“

Die Menschheit nimmt mehr als nachwachsen kann 

Man unterscheide hier zwischen nachwachsenden und nicht nachwachsenden Rohstoffen, erklärt der Biologe. Zu den Letzteren gehören Zinn, Kupfer, Eisen, Gold und Erdöl. Beispiele für nachwachsende Rohstoffe wären Baumwolle oder Holz. Ob nachwachsende Rohstoffe unbegrenzt sind, will Stefan Simonis wissen. „Ja, sie wachsen unendlich nach“, antwortet eine Schülerin. Simonis nickt halb zustimmend. Wenn die Menschen nur so viel nehmen würden, was auch nachwächst, sei es kein Problem, sagt er. Aber die Fläche der Erde sei begrenzt und damit auch die Anbaumöglichkeit von nachwachsenden Rohstoffen. Im Moment sei es so, dass wir mehr Ressourcen in einem Jahr verbrauchen, als nachwachsen können.

Nach dem Vortrag von Stefan Simonis schauten sich die Schüler einen Film an, der Vorschläge lieferte, was jeder einzelne gegen die Verschwendung von Ressourcen tun kann: Reduce, Reuse und Recycle sind dabei die Stichwörter. Ein erschreckender Fakt: Wenn jeder Mensch auf der Welt so leben würde, wie Leute in den westlichen Industrieländern, müsste es die Erde drei Mal geben, damit die Ressourcen reichen würden. Die Schüler erfuhren, dass beim Anbau von Baumwolle Pestizide verwendet werden, die enorm gefährlich für die Menschen sind, welche die Baumwolle ernten. Dabei seien dies meist Kinder. Oder der Coltanabbau in Minen im Kongo – Coltan ist in Handys zu finden: Auch hier arbeiten meistens Kinder in den Minen, weil sie besser in die engen Schächte passen. Ein weiteres großes Problem ist der Plastikmüll, der die Meere verseucht. Mittlerweile hat sich ein Plastikmüllstrudel gebildet, der so groß ist wie Deutschland, Spanien und Frankreich zusammen.

„Kein Papier verschwenden“

Die Jugendlichen diskutierten, wie man nachhaltig Ressourcen umgehen könne. „Nicht mehr so viele Tüten verwenden“, „Pfandflaschen“, „Glasflaschen statt Plastikflaschen“ und „kein Papier verschwenden“ waren einige Ideen. Medine, 14, machte den Vorschlag, weniger shoppen zu gehen. Obwohl ihr das sehr viel Spaß macht. Denn bei der Herstellung von Kleidung werden viele Ressourcen wie Wasser, Baumwolle und Erdöl verwendet. Stefan Simonis schlug vor, eine Kleidertauschparty zu veranstalten. Dabei bringt jeder Klamotten mit, die man nicht mehr braucht. Diese werden dann gewogen und das Gewicht wird notiert. Man schaut sich um, was die anderen mitgebracht haben und kann sich nehmen, was einem gefällt. Allerdings nur so viel Kilogramm, wie man selber an Kleidung mitgebracht hat.

Diese Idee fanden die Schülerinnen Medine und Ayca, 14, so gut, dass sie sich bereit erklärten, eine Kleidertauschparty an der Mittelschule in Ichenhausen zu organisieren. „Diesen Sommer im Pausenhof“, schlugen die Lehrerinnen Tiffany Walter Johanna Flock vor. Second Hand und die Kleidertauschparty sahen die Schüler als gute Möglichkeit.

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