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Phänomen "Spoilern"

16.05.2019

Wer war der Mörder? Tod den Spannungskillern!

Keine Sorge, hier gibt's keine Spoiler zu "Game of Thrones"!
Bild: Helen Sloan, HBO

Film- und Serienfans leben in ständiger Angst vor dem Verrat – nicht erst in Zeiten von "Game of Thrones".

Seit es Spiele gibt, gibt es auch Spielverderber. In unseren medial aufgeblähten Zeiten tritt der Spielverderber als geschwätziger Verräter auf – und heißt Spoiler. Spoilern (englisch "to spoil": verderben) ist die satanische Lust, anderen die Spannung zu verderben und die Luft rauszulassen aus der Dramaturgie ganzer Serienstaffeln, Fortsetzungsreihen und Kino-Blockbustern wie "Avengers". Wer stirbt? Wer war der Mörder? Wer bleibt übrig?

Ein Spoiler ist wie ein Virus, der das Internet infizieren kann. Auch wenn die Aufschreie heute größer und die Fan-Foren globaler sind: Spoilern ist keine Erfindung des Digitalzeitalters. Legendär ist die Aktion des Kabarettisten Wolfgang Neuss, der 1962 in Anzeigen den Mörder des TV-Straßenfeger-Krimis "Das Halstuch" von Francis Durbridge verriet. "Der Borsche war’s." Neuss wurde als "Vaterlandsverräter" gebrandmarkt.

Wer will das schon sein? Die ARD jedenfalls nicht, weshalb es üblich war, Bundesliga-Ergebnisse, die vor der Sportschau gemeldet wurden, mit vorausgeschickter Warnung und nur als Texttafel zu zeigen. Und Rezensenten von Kriminalromanen tun gut daran, den Plot nicht zu verraten.

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Wie entscheidend es für das Vergnügen ist, dass der Spannungsbogen hält, ist umstritten. Amerikanische Psychologen haben in Studien nachgewiesen, dass das Spoilern den Genuss weniger beeinträchtigt als gedacht. Das kennt jeder, der sich noch mal alte Winnetou-Filme ansieht: Man weiß, er wird sterben – und das bange Warten darauf gehört dazu. "Winnetous Seele muss gehen. Winnetou ist bereit …"

Und was "Game of Thrones" betrifft: Es ist so, dass in der letzten Folge auf dem Eisernen Thron … Nein, keine Sorge. Wir halten dicht.

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