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Weil/Bad Grönenbach

09.01.2020

28 Kälber haben die Chance auf ein schönes Leben

Eveline Treischl kümmert sich auf den Gnadenhof Zickenfarm auch um Kälber aus einem der Skandalbetriebe in Bad Grönenbach.
Bild: Christian Schapals

Plus Der Tierschutzverein SchaZi hat seinen Sitz in Weil im Landkreis Landsberg. Der Verein kümmert sich um Jungvieh aus einem der Bad Grönenbacher Skandalbetriebe.

Im Sommer erschütterte ein Tierskandal die Gemeinde Bad Grönenbach im Unterallgäu. In drei großen Milchviehbetrieben wurde wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Auslöser war ein Film, den Tierschützer in einem der Betriebe heimlich gedreht hatten. 28 Kälber aus einem der Bad Grönenbacher Betriebe haben Glück: Sie dürfen künftig auf der Zickenfarm in Bad Grönenbach und auf anderen Gnadenhöfen leben. Dass für diese Tiere die Zukunft positiv aussieht, liegt an dem Tierschutzverein SchaZi, der seinen Sitz im Landkreis Landsberg hat. Das Landsberger Tagblatt hat mit der Vorsitzenden Heidi Jensen und der Betreiberin des Gnadenhofes Zickenfarm, Eveline Treischl, gesprochen.

Die Kälbchen leben auch auf anderen Höfen

Treischl führt die Zickenfarm in Bad Grönenbach schon seit Jahren: „Wir sind seit 2016 im Unterallgäu, vorher waren wir in Nesselwang im Ostallgäu“, erzählt die 50-Jährige. 150 Tiere, darunter Ziegen, Schafe, Ponys, Pferde und Katzen – viele von ihnen krank –, leben auf dem Hof, wie Eveline Treischl erzählt. Und nun auch einige Kälber. „Der Landwirt kam selbst auf uns zu und hat um Hilfe gebeten“, sagt Treischl. Der Bauer beende die Milchwirtschaft, und der Verein habe sich bereit erklärt, die 28 Kälber zu übernehmen.

Dieses Kälbchen hatte Glück, es darf künftig auf dem Gnadenhof Zickenfarm leben.
Bild: Christian Schapals

Sechs leben jetzt auf der Zickenfarm in Bad Grönenbach, die anderen wurden auf weitere Höfe und auf Pflegestellen verteilt, unter anderem im Raum Augsburg. Manche Höfe finanzierten die Pflege der kleinen Rinder selbst, sagt Eveline Treischl, oder der Verein zahle 120 Euro pro Monat für Futter und Tierarzt. Der Verein hat über seine Facebook-Seite und Homepage auch eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um Geld für die Kälbchen aufzutreiben.

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Heidi Jensen aus Weil setzt sich für Tiere ein

Die Kälber seien in keinem guten gesundheitlichen Zustand und müssten behandelt werden. „Wir haben die sechs behalten, die nicht transportfähig waren und intensiv behandelt werden müssen.“ Sie bekämen zwei- bis dreimal am Tag Spritzen oder Medikamente. Auf dem Gnadenhof sei man darauf spezialisiert, sich vor allem um kranke Tiere zu kümmern. Bis Mitte 2019 wurde die Zickenfarm – sie besteht seit 2007 – privat geführt. Doch als der Sponsor ausfiel, entschloss man sich, einen Verein zu gründen, wie Eveline Treischl erzählt.

Heidi Jensen aus Weil ist Vorsitzende des Tierschutzvereins SchaZi.
Bild: Jensen

Und hier kommt Heidi Jensen aus Weil ins Spiel. Die 65-Jährige hatte vor einiger Zeit selbst zwei Schafe gerettet, die bei ihr auf einer Weide in Weil stehen. „Es sind zwei Zackelschafe.“ Über die Schafe entstand der Kontakt zu Eveline Treischl. Und Heidi Jensen beteiligte sich im vergangenen Sommer aktiv bei der Vereinsgründung. „Für Tiere tue ich fast alles“, so Jensen. Sieben Mitglieder hat der Verein, sie stammen laut Jensen aus der Region.

Lesen Sie dazu auch: Staatsanwaltschaft ermittelt im Tierskandal gegen 15 Beschuldigte

Und das sind die aktuellen Entwicklungen: Nach Tierskandal in Bad Grönenbach: Stimmt das Kontrollsystem noch?

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