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Landsberg

11.09.2018

Beim Einbau der Turbine ist Millimeterarbeit gefragt

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Die Turbine, die seit rund 20 Jahren an der Maier-Mühle in Landsberg Strom produziert, ist am Dienstag wieder eingebaut worden.
Bild: Julian LeitenstorferJulian Leitenstorfer

Zwei Autokräne, mehrere Firmen und exakte Zusammenarbeit: Die Rückkehr der Mühlbach-Turbine an ihren Platz an der Maier-Mühle in Landsberg verläuft spektakulär.

„Interessant!“ Roland Ritter bleibt gegen 10 Uhr am Absperrgitter am Infanterieplatz stehen und betrachtet den großen Autokran und sein kleineres Pendant. Ein blauer Koloss liegt am Boden: Die Turbine aus der Maier-Mühle ist wieder da. Anfang Juni war die Turbine zu ihrer ersten Inspektion nach 22 Jahren aus ihrem Einbau im Mühlbach gehoben worden (LT berichtete). In Ravensburg ist sie überholt worden und nun harrt das 21 Tonnen schwere Teil darauf, wieder an seinen ursprünglichen Ort gelupft zu werden.

Eigentlich hätte die Turbine schon vor einigen Wochen zurückkehren sollen

Noch liegt die Turbine auf Hölzern auf, doch oben ist sie bereits an Gurten festgezurrt. Kettenzüge dienen dazu, sie in die richtige Position zu bringen. Denn sie muss nicht nur aus ihrer Transportposition aufgerichtet werden. Sondern auch der gelbe Generator muss nach oben gedreht werden. Ansonsten ließe sich die Turbine nicht einsetzen.

Unsere Bildergalerie vom Einbau der Turbine an der Maier-Mühle:

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Eine der beiden Turbinen am Mühlbach ist zurück
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Technische Leiter der Stadtwerke, Norbert Köhler, und Mitarbeiter Thomas Schneider machen sich vor Ort ein Bild von der Lage. An der Entscheidung, was an der Turbine überarbeitet werden soll, waren auch Stadtwerkemitarbeiter beteiligt, erzählt Schneider: „Wir waren einen Tag lang in Ravensburg und sind alles durchgegangen.“ Beispielsweise sei entschieden worden, auch die Leitschaufeln – ein Mechanismus, mit dem die Turbine geschlossen werden kann – zu überarbeiten. So habe die Revision der Turbine auch länger gedauert als geplant. Eigentlich sei am 20. August der Termin gewesen, erzählt Schneider.

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Die Zuschauer sind von der Präzision beeindruckt

An der Turbine sind derweil Tobias Klemm von den Stadtwerken und Michael Maier von der Firma Andritz Hydro, die die Turbine überarbeitet hat, zugange. Beide Männer stehen auf der Turbine und bedienen die Kettenzüge. Auch unten stehen Mitarbeiter der Stadtwerke an den Ketten. Kranführer Volker Kaltenbach dirigiert von seinem Führerhäuschen aus und springt schon mal ab, um unten nachzusehen. Es gilt, das Verbindungsteil in der Vertikalen auszurichten. Denn sobald die Turbine in den Mühlbach gehoben wird, kann sie nur noch in einer Ebene gedreht werden. Ansonsten gibt es wenig Spielraum, wie Tobias Klemm erklärt, der zur Mittagspause von seinen metallenen Arbeitsplatz heruntergestiegen ist: „Das ist auch körperlich anstrengend.“ Gut, dass der Wirt von Sarker’s Masala ein Tragl Spezi für die schwitzenden Männer hinstellt.

„Ich bin schwer beeindruckt, wie konzentriert und gut abgestimmt das Team arbeitet“, sagt Roland Ritter. „Und dass, obwohl sie ja nicht jeden Tag zusammenarbeiten.“ Er bleibt und will sich ansehen, wie die Turbine in die Höhe gehoben wird – denn eigentlich passiere das ja nur alle 20 bis 30 Jahre.

Die letzte Phase ist die kritischste

Christian Wilhelm ist mit seinem Sohn Sebastian gekommen. „Heute ist mein letzter Urlaubstag und ich habe im LT gelesen, dass die Turbine heute zurückkommt.“ Er arbeite bei der Stadt und sei an Technik interessiert, verrät Wilhelm. „Aber bei Regen hätte ich es, glaube ich, sein gelassen.“ Lea Jordan aus Pürgen ist wegen ihres Sohnes David hier. „David liebt so etwas, er mag auch Traktoren sehr gerne.“ Der 15 Monate alte Bub klammert sich vergnügt an den Bauzaun, schaut sich die großen Maschinen an, ist aber auch begeistert von den Menschen, die um ihn herum stehen.

Lange haben die Männer an der richtigen Position der Turbine gearbeitet. Es wird eine kurze Pause eingelegt, dann arbeitet der große Autokran und lupft die Turbine ein kleines Stück über das Dach des indischen Restaurants zwischen den Häusern hindurch an ihren Platz neben der Brücke. Jetzt ist Millimeterarbeit angesagt. Rund 20 Minuten dauert der „Hub“, dann geht es ums Einpassen und gegen 14 Uhr ist die Turbine auch wieder fixiert.

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