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Landsberg

13.10.2015

Boshafte Geschäftsfrau kontra Hausfrau

Christine Wachsmuth und Angelika Engl bei den Proben zu „Gott der Träume“ – ihre Rollen könnten unterschiedlicher gar nicht sein. Die toughe reiche Frau und die Mutter mit vier Kindern, die gerne Sport macht.
Bild: Julian Leitenstorfer

Theater „Gott der Träume“ zeigt unterschiedliche Frauentypen. Das LT stellt zwei der Schauspielerinnen vor, die in diese Rollen schlüpfen

Beide Damen betonen, sie seien an den Job gekommen wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde. Plötzlich hätten sie auf der Bühne gestanden. Und schuld sei der junge Maxi. Für niemand anderen hätten sie das gemacht, sagen sie. Denn unsägliche Angst vor dem Auftritt haben beide. Christine Wachsmuth und Angelika Engl spielen zwei der vier Hauptrollen im neuen Stück des jungen Landsberger Multitalents Max von Theben und seines Projekts „Randerscheinungen“.

In der satirischen Komödie „Gott der Träume“ geht es um vier Frauen, vier ehemalige Schulfreundinnen, die sich nach 40 Jahren wieder treffen und versuchen, sich gegenseitig Erfolg und Glück vorzuspielen. Da geht es um gescheiterte Lebensträume, bürgerliche Fassaden und die Leere dahinter. Um Boshaftigkeit und Wahrheit, um fliegende Fetzen und betäubte Sinne. Geschrieben und inszeniert von Max von Theben, der bürgerlich Maximilian Huber heißt. Angelika Engl spielt die vierfache Mutter Hannah Aires, die betrogene Ehefrau, die sich medikamentös sediert. Es ist ihr schwergefallen, in diese ihr so unbekannte Rolle zu schlüpfen, sagt die 53-Jährige, niemals würde sie im realen Leben Tabletten nehmen, um sich zu beruhigen. Sie sei doch ein ganz anderer Charakter, fröhlich, offen, direkt und bodenständig. Aber auch sie kenne viele Menschen, die sich hinter kleinbürgerlichen Fassaden verstecken: „Ich glaube, in diesem Stück werden sich viele wiedererkennen“, und nein, so ist sie nicht, betont die alleinerziehende Mutter zweier Kinder.

Die zahnmedizinische Assistentin ist waschechte Landsbergerin, was ihren Auftritt, so befürchtet sie, nicht leichter macht, denn sie kennt hier alle und jeden. „Mit Maxis Mutter bin ich befreundet, da war der Maxi noch gar nicht auf der Welt“, und als der vor einiger Zeit gesagt habe, dich will ich auf der Bühne sehen, nun, da hätte sie die Herausforderung eben angenommen.

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Während Angelika Engl die Bühnenbretter das erste Mal betritt, ist es für Christine Wachsmuth bereits die dritte Inszenierung von Max von Theben, in der sie mitspielt. Nur dieses Mal hat sie keine kleine Nebenrolle. Dieses Mal spielt sie eine Frau, die das Gegenteil von ihr selbst darstellt. „Beim letzten Mal war ich eine lustige, hinterfotzige Metzgerin, die in Bayrisch herumpoltern konnte. Das liegt mir”, erzählt Wachsmuth, aber jetzt die boshafte Geschäftsfrau Marzella Feuerbach, das sei ein komplett anderer Mensch, so in Hosenanzug („Spießerklamotten“), mit viel Schminke („ganz schlimm“) und in Hochdeutsch („ich übe“). Die gelernte Hauswirtschafterin ist als neuntes von zwölf Kindern in Niederbayern aufgewachsen. Seit 25 Jahren wohnt sie in Landsberg, seit 13 Jahren arbeitet sie als ambulante Pflegehelferin im Sozialzentrum St. Martin. Dessen neue Leiterin Juliane Hampe hat das Potenzial der Witwe und dreifachen Mutter erkannt und sie mit 48 Jahren noch zur Ausbildung als Altenpflegerin animiert. Da die Prüfungen anstehen, wollte Wachsmuth eigentlich nicht noch zusätzlich auf die Bühne, „doch der Maxi, der hat so eine Art an sich, den muss man einfach lieben, der findet immer genau die richtigen Worte, sodass man das Gefühl bekommt, man sei genau für diese Rolle die einzig Richtige“. Das Theaterspielen und die Ausbildung, das sind die großen Herausforderungen ihres Lebens, total aufgeregt sei sie.

Termine Die satirische Komödie über vier Frauen, vier Leben und vier Jahrzehnte präsentiert die Theatergruppe „Randerscheinungen“ ab November im Landsberger Stadttheater. Zu sehen ist „Der Gott der Träume“ am 5., 6., 7., 8. und 11. November. Karten für die Vorstellungen gibt es im Stadttheater Landsberg 08191/128333) und im Reisebüro Vivell 08191/917412.

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