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Kaufering

04.06.2015

Container statt Sozialwohnungen

In Kaufering soll es einen Standort für Wohncontainer für Flüchtlinge geben.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Der Großteil der Asylbewerber im Landkreis lebt in Kaufering. In nächster Zeit sind dort zwei größere Veränderungen geplant. Jetzt wurden die Anwohner informiert.

Es läuft eigentlich sehr gut in Kaufering, der Gemeinde im Landkreis mit der höchsten Aufnahmequote für Asylsuchende. Trotzdem sind nach wie vor Ängste in der Bevölkerung vorhanden. Das ist das Fazit einer Informationsveranstaltung zum Thema Asyl im Thomas-Morus-Haus in Kaufering.

Rund 80 Bürger verfolgten die Ausführungen von Landrat Thomas Eichinger, danach entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Kaufering sei vorbildlich, was die Betreuung der Flüchtlinge angeht, erklärte der Landrat: Es gebe keine Beschwerden oder Klagen. „Die Erfahrungen sind offensichtlich nicht so negativ“, sagte Eichinger, der nach einem Bericht zu allgemeinen Lage und speziell im Landkreis, auf die derzeitige Situation in Kaufering einging, wo in nächster Zeit zwei Veränderungen geplant sind. Laut Eichinger seien es statische Gründe, die den Landkreis zwingen, die für Asylbewerber genutzte Sozialwohnungsanlage in der Schlesierstraße zum Jahresende 2015 zu schließen. Eine Renovierung, auch, wie ein Anwesender vorschlug, unter Mithilfe von dort lebenden Asylbewerbern, sei ausgeschlossen. Es gebe aber eine andere Lösung. „Hier hat uns dankenswerterweise der Markt Kaufering einen Standort für Container in Aussicht gestellt.“

Außerdem erwägt der Landkreis laut Eichinger, in der Kauferinger Kolpingstraße ein Haus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu erwerben. Derzeit halten sich im Landkreis 35 Jugendliche auf, bis zum Jahresende werden 50 zugewiesen werden. Diese Zahlen hatte Peter Rasch vom Amt für Jugend und Familie parat. Das Gebäude in der Kolpingstraße sei relativ einfach zur Jugendhilfeeinrichtung umzubauen, rechnete Rasch vor. Weniger als 100000 Euro würden dafür anfallen. Entstehen sollen zwei Wohngruppen für jeweils bis zu zwölf Jugendliche und insgesamt 5,7 Betreuer. Eine bauliche Erweiterung für das Haus, das der Landkreis an den Träger, die Hilfsorganisation SOS Kinderdorf vermieten werde, sei nicht vorgesehen.

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In der Diskussion ging es vor allem um den Containerstandort Pfälzer Straße. Die Verwaltung habe zunächst mögliche Standorte zusammengetragen, sagte Bürgermeister Erich Püttner, das Ratsgremium habe sich für die Pfälzerstraße, hinter dem Spielplatz entschieden. „Der Standort soll in zentraler Lage sein, um die Integration der Asylsuchenden leicht zu ermöglichen“, erläuterte Püttner. „Wir bevorzugen den Standort Kuglerwiese“, betonten anwesende Anwohner der Pfälzerstraße, unter anderem auch, weil mit den Containern Parkplätze wegfallen würden. Zur Pfälzerstraße gebe es nur einen Zugang und auch der hier vorbeiführende Schulweg einiger Kinder werde kompliziert. Marktgemeinderat Norbert Sepp würde der Standort Schechen (Badparkplatz) besser gefallen. „Wir Altkauferinger hätten da nichts dagegen“, so Sepp, der diese Lage als ebenso zentral ansieht. Allgemein wurde gefordert, das Thema erneut im Ratsgremium zu behandeln.

Zur Kritik, warum denn die Bevölkerung nicht schon längst über den anvisierten Hauskauf in der Kolpingstraße für die minderjährigen Flüchtlinge informiert worden sei, sagte Peter Rasch: „Wir wollten erst alles in trockenen Tüchern haben und dann Nachbarn informieren.“ Gerade mit diesen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen habe es trotz vieler unterschiedlicher Sprachen noch nie Beschwerden, Klagen oder negative Erfahrungen gegeben, so Rasch. Der Tag dieser Jugendlichen sei gut gefüllt, es bleibe kaum Zeit für eigene Unternehmungen. Über Ängste – angesprochen wurde, dass sich junge Mädchen abends nicht mehr allein auf die Straße trauen würden – müsse selbstverständlich gesprochen werden, betonte Asylsozialberaterin Elke Puskeppeleit.

In der Schlesierstraße gebe es den Anwohnern zufolge absolut keine Schwierigkeiten mit den Flüchtlingen. Den Vorschlag, dass sich der Jugendbeirat der Marktgemeinde der jugendlichen Flüchtlinge annehmen solle, wird Bürgermeister Püttner weitergeben. „Wir sollten nicht nur abwarten, sondern auch selbst auf die Leute zugehen“, erklärte am Ende noch der Ortsgeistliche, Pater Franz Schaumann, auch so seien Ängste abzubauen.

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