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Dießen

12.09.2018

Das war‘s mit dem Container-Kiosk in den Dießener Seeanlagen

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Saisonende für den Kiosk in den Dießener Seeanlagen. Das bedeutet auch das Aus für den provisorischen Container.
Bild: Thorsten Jordan

Heute war der letzte Tag für den Kiosk in Dießen. Demnächst starten die Arbeiten für den Neubau, der im Frühjahr 2019 öffnen soll. Die bisherige Pächterin würde ihn gerne betreiben.

Sechs Jahre hat Christine Gottschalk im Kiosk an den Dießener Seeanlagen ihre Besucher mit Espresso, Wiener Würstchen, belegten Broten und Getränken versorgt. Für viele war der in den vergangenen vier Jahren als Provisorium angelegte Verkaufsstand auch ein beliebter Treffpunkt. Seit Mittwoch ist nun Schluss damit – vorerst. Das Provisorium, ein Container, muss nun einem neuen Kiosk weichen, der bereits im kommenden Jahr im April wieder ein mindestens gleichwertiger Anziehungspunkt werden soll.

„Eigentlich sagen alle hier, dass es doch so bleiben soll, wie es ist“, erzählt die Kioskbetreiberin. Der provisorische Container steht seit 2015, nachdem im Oktober 2014 der alte Kiosk in Brand geraten war. Ein wenig Wehmut schwingt daher in Christine Gottschalks Stimme schon mit, wenn sie sagt, dass es schon komisch sei. Jetzt, da es für sie als Pächterin zu Ende geht, habe sie eigentlich endlich die richtigen Erfahrungswerte gesammelt. Was und welche Ware muss sie in welcher Menge vorhalten. „Mal verkaufst Du 100 Brezen, dann wieder nur zehn. Das muss man erst mal rausfinden.“ Als Kioskbetreiberin habe man auch keinen alltäglichen Job. Das Geschäft ist sieben Tage in der Woche geöffnet. „Da kommen leicht mal zwölf Stunden Arbeit am Tag zusammen“, stellt sie fest. Allein könnte sie das nicht bewältigen. Sie hat daher sechs nette junge Damen angestellt, die auf Minijob-Basis bei ihr arbeiten.

Die Ammerseedampfer bringen kaum Kunden mit

Die wenigsten Kunden, so hat sie festgestellt, kämen von den Ammerseedampfern: „Die gehen nämlich meist schnurstracks in einen Biergarten.“ Wer aber auf ein Schiff warten muss, verkürzt sich gerne mal die Zeit bei ihr mit einem selbstgebackenen Kuchen oder einer Tasse Kaffee. Wie von selbst kämen die Kunden dann auch ins Gespräch mit ihr und ihren Helferinnen.

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Harald Fischer aus Neckarsulm zum Beispiel kennt den Kiosk in den Seeanlagen seit über 50 Jahren. „Es ist so schön hier“, meint er. Radlergruppen gehören übrigens zu den häufigsten Besuchern. Die fahren am Ufer entlang und machen gerne einen Stopp, um die Aussicht nach Andechs zu genießen. Zwei Mal in der Wochen spielen nachmittags Männer Boule. Für sie ist es selbstverständlich, ihr Freizeitvergnügen mit einer „Einkehr“ bei Christina Gottschalk zu krönen. Dafür gibt’s die Tische und Stühle auf der Südseite, aber wenn die besetzt sind, dann nehmen die Herren auch auf der Holzrampe Platz.

Ab 1. Oktober rücken die Bauarbeiter an

Der Dießener Bernd Tammen verbringt gerne seine Mittagspause bei Christine Gottschalk: „Für mich ist es einer der schönsten Plätze in Dießen“, stellt er fest und bedankt sich bei der Betreiberin dafür, „dass sie es so toll macht.“ Nun hat jedoch die Gemeinde einen sportlichen Zeitplan zu bewältigen. Denn schon in der 40. Kalenderwoche, so teilt Verwaltungschef Karl-Heinz Springer auf LT-Anfrage mit, werde mit den Rohbauarbeiten für den neuen Kiosk begonnen. Die 40. Woche, das ist also ab Montag, 1. Oktober. Zu den Rohbauarbeiten, für die rund drei Wochen veranschlagt sind, gehören vor allem der Abbruch der alten Bodenplatte, der Bodenaushub, die Verlegung von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie der Bau einer neuen Bodenplatte inklusive einer Aufkantung als Hochwasserschutz.

Ab Anfang November - anvisiert ist Donnerstag, 8. November - beginnen dann die Zimmererarbeiten, die am kommenden Montag übrigens im Bau- und Umweltausschuss vergeben werden (19.30 Uhr, Rathaus). Anschließend, nach den Zimmerern kommt der Schreiner zum Einbau der Fenster und Türen.

Damit wäre der neue Kiosk schon einmal winterfest, sodass im Dezember voraussichtlich mit dem Innenausbau begonnen wird. Den Anfang machen dabei der Trockenbau mit den Zwischen- und Trennwänden sowie die Sanitär- und Elektroarbeiten. Dafür ist ein Zeitfenster bis Mitte Januar vorgesehen. Anschließend soll der Estrich verlegt werden.

Demnächst entscheidet der Gemeinderat, wer neuer Pächter wird

Mitte Februar wird der Kiosk sein äußeres Erscheinungsbild noch einmal ändern. Um den Holzbau kommt dann die Außenfassade aus Cortenaustahl. Zu diesem Zeitpunkt, so Karl-Heinz Springer, sollten dann auch die Fliesenlegearbeiten im Kiosk abgeschlossen sein, damit die Maler beginnen können. Als Abschluss wird dann Ende Februar die Küche eingebaut. Wenn dann noch die Außenanlage hergestellt ist (ab März), sollte einer pünktlichen Eröffnung des neuen Kiosks im April nichts mehr entgegenstehen.

Bernd Tammen hofft, dass dann die neue Pächterin wieder Christine Gottschalk heißt. Geht es nach ihr, würde dieser Wunsch auf jeden Fall in Erfüllung gehen: „Das würde ich gerne machen.“ Die Ausschreibungen laufen bereits, entschieden wird darüber der Gemeinderat – vermutlich im Oktober noch oder im November.

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