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Dießen

25.02.2020

Der Dießener Fasching kennt (fast) keine Grenzen

Der Spielmannszug des Trachtenvereins sorgte unter anderem für die Musik.
Bild: Beate Bentele

Plus Die Kommunalwahl hat das bunte Treiben am Untermüllerplatz in Dießen fest im Griff. Da gibt es neben viel guter Laune plötzlich Sektorengrenzen und einen Wachturm.

Die Schlechtwetter-Zone ist zum Höhepunkt des Dießener Faschings zwei ganz anderen Distrikten gewichen: Die Sonne schien am Vormittag über der Gaudi-Zentrale am Untermüllerplatz und zum Handwagerl-Umzug blieb es auch noch trocken. Am Untermüllerplatz wurden die Narren an allen Zugängen begrüßt von „A Traum. Sie verlassen jetzt den Kirsch-Sektor“. Auf der Rückseite wurden sie gewarnt: „Vorsicht! Sie betreten jetzt die Kirsch-Zone Lebensgefahr für Vernunft Zukunft geistige Freiheit Kritik Junge Ideen“. Dieser Bereich sei nur für „untertänige Schoaß-weg-Schnüffler“ zugänglich.

„Lustig“, kommentierten viele Narren die Narretei und fügten an: „Da muss Dießen schon noch viel lernen von den berühmten Karnevals-Hochburgen im Rheinland, die die Politik richtig geißeln.“ Andere Faschingsbummler versteckten ihre Kommentare hinter Sätzen wie „Des hob i no net gsehn“ oder „Heit bin i net politisch“ oder „Dazu mog i nix sagn, weil wenn d’ Wahl anders ausgeht, dann hob ich sechs Johr nix zum lachn z’ Diassn.“

Aber jene, die venezianische Masken getragen haben, bis zur Unkenntlichkeit geschminkt und gut behütet waren, die haben mit Freude betont, wie ihnen die Straßenschilder, die übrigens über einen symbolischen DDR-Grenzturm am Diez gruppiert waren, ihre Meinung sagten. Ein schwarzer Teufel hielt fest, „dass der Noch-Bürgermeister vieles entschieden hat, ohne die breit aufgestellte Meinung der Bürgerschaft zu respektieren.“

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Rund um den Untermüllerplatz wurden Zonen-Schilder aufgestellt.
Bild: Thorsten Jordan

Ein jugendlich wirkender Bayern-Fan findet die Schilder „samt der Idee dahinter mit dem Grenzzaun-Wachturm echt cool. Die Schilder sind witzig, das muss der Kirsch aushalten nach vier Amtsperioden.“ Und wie sieht Bürgermeister Herbert Kirsch die Sektoren-Schilder? „Ja, mei“, sagt er dazu. Begeisterung hört sich anders an. Die umgestaltete Mühlstraße, auf die sich der Begriff „Kirsch-Zone“ wohl beziehe, sei jedenfalls besser als der Zustand vor dem Umbau. Ansonsten gelte: „Am Aschermittwoch ist der Fasching vorbei.“

Der Handwagerl-Umzug vor rund 500 überwiegend maskierten Besuchern in der Fischerei war wieder herzlich, fröhlich und guter Dinge. Auch da ging es vor allem um die Wahl mit sieben Bürgermeisterkandidaten und das ganze Drumherum. Begleitet wurde er vom Spielmannszug der Dießener Trachtler, vorneweg marschierte die Hauskapelle Krach & Fürchterlich und der Lotter Mandy forderte das Narrenvolk mit seiner San-Francisco-Partyband zum Tanzen, Schunkeln und Mitsingen auf – bis dass die langen Hering’, die Sauren Zipfel und das Starkbier in den Aschermittwoch überleiteten.

Die Kommunalwahl stand im Mittelpunkt des Handwagerl-Umzugs in Dießen: Die Neudießener spielten den Bürgermeister beim Schach aus.  
Bild: Beate Bentele

Während des Spektakels rollte die Bayernpartei beim Fischer Gastl auch ein Tuch aus: „Ja Diaßn sigt man kaum vor lauter Bannerwahn. An die Gartenzäun und Balkon hat bald nix mehr Platz vo Wenga bis zum Unterbräuplatz. Damit der Ort no scheena wird, hängt’s eucha Graffl hochkant auf, dann geht mehra und die Ösikopie Zarbo is dann vielleicht no a bisserl größer drauf.“ Das stand darauf zu lesen.

Mehr zum Dießener Plakate-Stress vor der Kommunalwahl lesen Sie hier:In Dießen herrscht vor der Wahl der große Plakat-Stress

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