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13.12.2010

Die Natur als Vorbild des Menschen

Pürgen Die 22. Jahresausstellung in der Galerie Bärbel Pfleghar am dritten Adventswochenende sollte die letzte im jährlichen Rhythmus sein. Von nun an präsentiert die Künstlerin in Pürgen nur noch alle zwei Jahre einen Querschnitt ihrer Arbeiten: Malerei, Mosaik, Schmuck und Wandgestaltung.

2010 stand die Präsentation unter dem Motto "Verwandlung". "Wir Menschen erfahren Verwandlung oft in schleichenden Prozessen, kaum wahrnehmbar", so die Künstlerin, die im vergangenen Jahr neue künstlerische Wege betrat. Durch Schmerz, Verlust oder Fluchtsymptomatiken könne der Mensch eine Ichfindung erfahren, aus der er gestärkt auftaucht und seinen Paradigmenwechsel erlebt - ähnlich des Werdens und Vergehens in der Natur.

Die Räume im ersten Stock zeigten einen Querschnitt des vielseitigen Schaffens von Bärbel M. Pfleghar. Schmuck und Edelsteinbilder, Wandgestaltungen, Landschaften sowie die im vergangenen Jahr neuen Schüttbilder und Akte wurden präsentiert. Bereits im Treppenhaus tauchten die Besucher ein in die typische Bilderwelt von Bärbel Pfleghar. Symbolisch in Gelb, Orange und Gold beschäftigte sie sich in kleinen, quadratischen Formaten mit Leben und Tod - versinnbildlicht in Ebbe und Flut, den Jahreszeiten, Sonne und Mond. Diese Bilder stammen aus einer frühen, den Besuchern vertrauten Schaffensphase. Unerwartet und neu: Akte sowie Landschaften in Öl.

"Ich habe festgestellt, dass sich in meinen Bildern schon seit Jahren eine Verwandlung ankündigt", sagt Bärbel Pfleghar. Hatte sie bisher spirituelle Bilder gemalt, konzentrierte sie sich 2010 auf Akte und Landschaften in Öl. Die weiblichen und männlichen Akte, denen ein eigener Raum gewidmet ist, sind realistisch, farbig innovativ interpretiert, auch verfremdet. Vom realistischen Akt bis zur Farbexplosion reicht die Spanne. Vorausgegangen waren zahlreiche Studien und Skizzen, die die Künstlerin in ein Buch binden ließ. "Ich wollte beweisen, dass ich realistisch malen kann und einen schnellen Strich habe", sagt Bärbel Pfleghar. Akte wie Landschaften, die aber die spirituelle Neigung der Künstlerin nicht verleugnen können, zeigen Verwandlung im Kleinen wie im Großen. "Die Natur ist unser Lehrmeister, was Verwandlung angeht", sagt Bärbel M. Pfleghar, "Leben, Rückzug, Reduzieren und Fülle sind darin zu finden". An den Akten fasziniert sie die Buntheit und Vielschichtigkeit der Menschen, das "Perfekte trotz aller Unperfektheit", weshalb sie auch die Gesichter nicht ausführt.

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