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Weil

15.06.2017

Die Spatzen vergnügen sich im Brunnen

Geometrische Formen gibt es auch im Garten der Hubers.
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Geometrische Formen gibt es auch im Garten der Hubers.
Bild: Romi Löbhard

Sabine und Harald Huber aus Weil haben in ihren Garten viele Sitzgelegenheiten geschaffen. Von dort aus gibt es zu jeder Jahreszeit etwas zu sehen.

Unzählige Lavendelrispen stehen kurz vor dem Aufblühen, dazwischen reifen Johannisbeeren zu stattlichen Früchten, ein Rosenstock hat üppig Blüten angesetzt: Bei Sabine und Harald Huber in Weil ist der Weg zum großen Garten schon ein Erlebnis. Tritt der Besucher dann ein in das grün-bunte Reich des Ehepaares, kann er sich erst mal nicht entscheiden. Links, rechts, geradeaus nach vorn – in jeder Richtung sieht es anders aus. Mal überwiegt Buntes, mal ist beruhigendes Grün die vorherrschende Farbe. Vor allem aber sind in dem 830 Quadratmeter großen Grundstück scheinbar unzählige Ruhe- und Aufenthaltsplätze versteckt.

„Gerade entsteht unser siebter Sitzplatz“, erzählt Harald Huber. „Wir haben eine Bank geschenkt bekommen“, ergänzt Sabine Huber. Die werde angemessen positioniert. „Gute zehn Jahre“ ist es her, dass das Ehepaar Huber an die Planung des Gartens ging. „Wir haben uns schlau gemacht“, erzählen die beiden, „haben Bücher gewälzt und Fachzeitschriften gelesen.“

Heimisches und Exotisches

Gewünscht war ein gut funktionierendes Konglomerat aus heimischen Gewächsen und winterharten Exoten. Ebenfalls gewollt: Zier- und Nutzpflanzen und Gehölze in schöner Gemeinschaft. Der Pflegeaufwand sollte sich in Grenzen halten. Die Aufteilung sei schließlich klar gewesen, das Areal komplett selbst konzeptioniert worden. „Die Verteilung des Mutterbodens und die Grundbefestigung der Wege haben wir von einem Fachmann ausführen lassen“, sagt Harald Huber. Alles andere sei Eigenarbeit. Wobei „Arbeit“ für die Hubers nicht das richtige Wort ist: „Die Tätigkeit im Garten ist keine Arbeit für uns“, betonen beide. „Der Garten ist vielmehr Ausgleich für unseren Beruf.“ Sabine ist Krankenschwester, Harald arbeitet in der IT-Branche als Anwenderunterstützer.

Allerdings, und das wiederum dokumentieren die angelegten Sitzplätze, ist Ausruhen und Genießen der Pracht ein sehr wichtiger Aspekt dieses Gartens. Der Ablauf eines Tages vom Sonnenaufgang bis zum Untergang, sommers wie winters, ist in den Ruheplätzen versteckt. Dafür sorgen die freigehaltenen Sichtachsen. Jede Sitzgelegenheit offeriert neue Bezugspunkte für das Auge. Mal ist es eine knallrote Mohnblume, mal eine leuchtende Waldrebenblüte in hellem Blau. Ist es sehr warm und sonnig, dann sind Hubers an einem überdachten Hochsitz anzutreffen, umschlossen von Kornelkirsche und Haselnussstrauch.

Die Sträucher versprechen reiche Ernte

Mit einer kleinen Öffnung nach Westen: „Damit der Wind als Kühlung hier durchstreichen kann“, sagt Harald Huber. Wird es klamm, dann wartet ein kleiner Heizpilz auf seinen Einsatz. Streift das Ehepaar durch seinen Garten, dann kann es mittlerweile fast ganzjährig Verwertbares ernten. Das fängt beim gut sortierten Kräuterbeet an und hört bei Salat und Gemüse noch lange nicht auf. Die Äste von Stachelbeer- und Johannisbeersträuchern biegen sich derzeit unter der Last der angesetzten Beeren, mehrere Weinstöcke versprechen guten Ertrag. Es gibt keinen Apfelbaum im Garten, dafür erfreut das „Stuttgarter Geißbärtle“, eine kleine Birne voller Süße, seine Besitzer. Quitte, Schlehe – was nicht gleich gegessen wird, verarbeitet Sabine Huber zu Marmelade, Saft und Likör.

Letztendlich wichtig ist dem Ehepaar auch, Lebensraum für Tiere zu schaffen. Wildbienen befruchten als Dank die Blüten, Ameisen helfen den Pfingstrosen beim öffnen der Blüte. Und die angeblich vom Aussterben bedrohten Spatzen? Sie vergnügen sich in großer Zahl am kleinen, von Solarpaneelen betriebenen Brunnen. Kunst im Garten: Hat sich das Auge sattgesehen an Blumen, Blüten, Gewächsen, ist Zeit für neue Entdeckungen, ist der Besucher aufnahmefähig für Kunst und Kunsthandwerkliches. Hier ein hölzerner Vogel, dort ein bunter Hahn – so lebensecht, dass er einem fast sein Krähen suggeriert. Windspiele sind so zwischen die lebenden Gehölze integriert, dass sie sich nur durch leise Töne bemerkbar machen.

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