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Kirche

18.07.2015

Ein Kerkerheiland zwischen Himmel und Hölle

Pfarrer Fritz Kahnert und Kirchenpfleger Ernst Weber freuen sich über die Renovierung der Kerkerkapelle im Prittrichinger Spatzenturm.
Bild: Christian Lichtenstern

Einmalige Kapelle im Spatzenturm ist renoviert. Ein Prittrichinger Bauexperte hat großen Anteil daran

Die Außensanierung der Pfarrkirche St. Peter und Paul ist erst vor eineinhalb Jahren abgeschlossen worden. Doch die Arbeit geht in der Pfarrgemeinde Prittriching nicht aus. Beziehungsweise ist die Kirchenverwaltung ständig daran, ihre Liegenschaften und Gotteshäuser instand zu halten. Jüngstes Projekt ist die Renovierung der Kerkerkapelle im Spatzenturm, das Prittrichinger Wahrzeichen.

Pfarrer Fritz Kahnert segnete jetzt die außergewöhnliche Kapelle im Wehrturm. Bilder und Heilandfigur sind restauriert und der Innenraum der frisch verputzten Kapelle strahlt wieder. Für Kahnert ist es bewundernswert, dass die Liebe zu den historischen Gebäuden in der Gemeinde so intakt ist: „Die Kerkerkapelle ist ziemlich einmalig. Es wäre unverzeihlich gewesen, wenn man sie verkommen lassen würde.“ Die Frauenkirche in Prittriching ist umgeben von einer Wehranlage mit Mauer, Zinnenturm und dem vielgiebeligen sogenannten Spatzenturm. Dort wurde im nördlichen Seitenteil 1739 eine Kapelle mit der lebensgroßen Figur eines Kerkerheilands eingerichtet. Unter ihm schmachten die armen Seelen im Fegefeuer und an der Kapellendecke ist eine Himmelskulisse mit Wolken, Engeln und Gottvater eingebaut. Die Gottesdienstbesucher sehen auf dem Weg in der Kirche in der Kapelle den angeketteten Heiland zwischen Hölle und Himmel.

Insgesamt 10000 Euro hat die Renovierung gekostet, berichtete Kirchenpfleger Ernst Weber. Ein ungenannter Spender übernahm 2000 Euro, die Diözese ebenfalls 2000 Euro und die Gemeinde 1700 Euro. Dass die Kosten so gering lagen ist vor allem seinem Vorgänger als Kirchenpfleger, Richard Ditsch, zu verdanken. Der ausgewiesene Bauexperte hatte sich wieder einmal ein Projekt vorgenommen und natürlich selbst Hand angelegt. Schon mehrmals und oft ganz allein hat Ditsch Prittrichinger Kirchengebäude mit enormen Einsatz und fachmännischer Arbeit wieder in Bestzustand gebracht. Von der Kirchengemeinde und vom Pfarrer gab’s dafür großes Lob. Für den Winter und das Frühjahr hat sich Ditsch dazu noch eine Heimarbeit aufgeladen. 16 Kerzenständer aus Messing polierte er in unzähligen Stunden auf Hochglanz. Sie strahlten jetzt in der Frauenkirche. Daneben wurde ein leichtes Messgewand für den Sommer ausgestellt. Der Frauenbund hat es finanziert und dazu 50 Gotteslobe. Insgesamt eine Spende von 2000 Euro, freute sich Kirchenpfleger Weber. (cli)

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