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Oide Wiesn

28.09.2013

Eine Halle fürs Gaudiradeln

Strengen sich an auf den Velos (von links): Robert Lotter, Nadine Löwenthal und Marko Milutinovic.
Bild: Beate Bentele

Dießener Bauingenieur Robert Lotter hat Velodrom fürs Oktoberfest gebaut und ist fürs Unterhaltungsmanagement zuständig

Das „Humoristische Velodrom“, das von 1901 bis 1962 auf dem Oktoberfest die Menschen zum Lachen brachte, hat sich im Münchner Stadtmuseum zur Ruhe gesetzt. Aber auf der „Oidn Wiesn“ gibt es heuer wieder ein „Stadion mit Radlrennbahn“. Der Dießener Bauingenieur Robert Lotter hat es zusammen mit der Schaustellerfamilie Löwenthal entworfen. Früher ein Wiesn-Muffel, ist er zurzeit täglich im Getümmel am Fuße der Bavaria, „unser jüngstes Baby bereitet mir bergeweise Spaß“, sagt Lotter und freut sich, dass ihm Joachim und Nadine Löwenthal nicht nur Planung, sondern auch Licht- und Tontechnik übertragen haben. Außerdem ist er fürs Unterhaltungsmanagement verantwortlich.

Als Lotter im vergangenen Jahr den Auftrag bekam, „musste ich mich erst einarbeiten und recherchieren, was ein Velodrom alles können muss“. Weil’s für die Oide Wiesn ist, lag eine Anlehnung ans Humoristische Velodrom von 1901 nahe. Sechs verschiedene Pläne hat Lotter entworfen, der Bauherr entschied sich dann für ein architektonisches Zitat des Stils von 1901 mit vier Säulen an der Frontseite, die stilisierte Zirbelnüsse tragen. Jugendstil-Dekor ist angedeutet und die farbigen Prospekte, die die Eingänge flankieren, sind mit witzigen Radl-Szenen bemalt.

Velophoniker spielen auf

Das 30 mal 25 Meter große Velodrom wird wie damals in der Mitte vom „Stadion“ beherrscht. Drum herum ist Platz fürs Publikum, das die mutigen Velofahrer anfeuert, bewundert und immer wieder fotografiert. Es gibt Kaffee und Kuchen, Imbiss und alkoholfreie Getränke. Über dem Radl-Parcour spielen die Velophoniker auf einer Galerie. Sie thronen über dem Geschehen wie im Circus, „so soll es auch sein“, erklärt der Planer die Show-Effekte, für die er auch zuständig ist. Das fällt ihm leicht, weil er als Mandy Lotter seit Jahrzehnten mit seiner roten Gitarre als Musiker unterwegs ist. Für die Velophoniker wählte er Musikanten aus, die unter anderem bei großen Showbands in den 1980-er Jahren gespielt hatten. Dazu wurde eine Jodlerin engagiert, „die beste bairische Stimmung mit aufbaut“. Es ist eine Musikmischung wie im Humoristischen Velodrom seinerzeit auf der Wiesn: Zirkusmusik, orchestraler Rumba, 20-er Jahre. „Gestrichen sind Party- und Stimmungsmusik, weil das nicht passt“, sagt Lotter.

TV-Mime fungiert als Conférencier

Auch der Conférencier schaut aus, als käme er gerade aus dem humoristischen Velodrom: TV-Seriendarsteller Marko Milutinovic. Er zieht seine Scherze über und mit den Velofahrern, die alle Mühe haben, sich auf den Fahrrädern zu halten. Denn die sind nicht einfach zu handhaben. Die einen werden über die Hinterachse gelenkt, die anderen rütteln den Radler durch, weil sie tierisch eiern … es gibt Stürze und kaum jemand macht eine elegante Figur bei seinen ersten Auftritten. „Man muss eben üben“, sagt Nadine Löwenthal. Sie ist Chefin im Velodrom und erklärt, dass jeder Radler einen Euro bezahlt und dafür radeln darf, „solange er möchte, aber nach acht Runden sind die meisten schon entkräftet vom anstrengenden Strampeln und Ausbalancieren.“

Auf der ersten Oidn Wiesn waren die Löwenthals, die unter anderem auch Besitzer des Skyline-Parks Allgäu und der größten transportablen Wildwasserbahn sind, schon mit einem Velodrom vertreten. Es war eine kleine Arena unter einem Zirkuszelt, das sie der Schausteller-Stiftung abgekauft und im Skyline Park aufgebaut hatten.

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