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Kaltenberger Ritterturnier

11.07.2014

Es geht Schlag auf Schlag

Auch für König Arnulf (Ludovic Gortva, links) hält der Schwarze Ritter in diesem Jahr so manche Überraschung bereit. Gestern Abend hat auf Schloss Kaltenberg das 35. Ritterturnier begonnen, das bis zum 27. Juli dauern wird.
Bild: Thorsten Jordan

35.Auflage des Mittelalterspektakels mit noch mehr Action. Scheiterhaufen und Feuerwerk

 Dunkle Wolken verhüllen den Himmel über der Arena von Schloss Kaltenberg. Das Turnier hat gerade erst begonnen, da scheint es eigentlich schon vorbei. Doch die dunklen Wolken sind nicht meteorologischer Natur, sondern quasi von Hand gemacht. Sie entstammen einem großen Scheiterhaufen, auf dem König Theobald seine Feuerbestattung erhält.

Es ist also erst der Beginn der Geschichte, zugegebenermaßen ein durchaus martialischer. Für den Darsteller des Herrschers, Mario Luraschi, aber in diesem Jahr eine gute Gelegenheit, sich aus der Story zu verabschieden und die Fäden im Hintergrund in der Hand zu behalten, zu steuern, wenn nötig zu korrigieren und zu koordinieren. Mario Luraschi, erfahrene Kaltenberg-Besucher wissen das ohnehin, ist der Regisseur der Titelstory und Chef der französischen Stunttruppe Cavalcade. In den vergangenen Jahren war er in die Geschichten als Darsteller mit eingebunden. Meist verkörperte er den Edelmann, der mit seinen Dressur-Vorführungen Hoch zu Roß für Momente der Entspannung und des Verweilens innerhalb der zwischenzeitlich sehr höfisch ausgerichteten Geschichte sorgte.

Das ist in diesem Jahr anders. Der Tiel „Der Feuerschwur“ deutet bereits viel von dem an, was in knapp einer Stunde in der Arena passiert. Es geht – natürlich – um Werte wie Verlässlichkeit, Treue, Edelmut und Gerechtigkeit. Das Gute triumphiert wieder über das Böse – was ja nicht immer typisch für Kaltenberg war. Da war in dem einen oder anderen Jahr der Schwarze Ritter (Frédéric Laforêt) kurz davor, sich die Mehrheit in der Gunst des Publikums zu erobern. Wir erinnern uns: einmal durftensogar die Besucher durch schwenken von weißen oder schwarzen Tüchern mitentscheiden, wer am Ende der siegreiche Recke sein sollte.

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Doch zurück ins Jahr 2014, das 35. in der erfolgreichen Geschichte des Kaltenberger Ritterturniers, das einst 1980 auf der grünen Wiese mit einer einzigen Reitbahn begann. Das Feuer im Titel „Feuerschwur“ verspricht noch mehr Action, noch mehr Effekte, eben Pyrotechnik. Markus Wiegang, Pressesprecher der Kaltenberger Turnierveranstalter: „Prinz Heinrich ist ein großer Fan von Feuerwerk und Spezialeffekten.“

Die Besucher kommen kaum zum Verschnaufen

So ist der Eingangs erwähnte lichterloh brennende Scheiterhaufen eine der auffälligen Neuerungen, die der junge Prinz ins Geschehen eingefügt hat. Er selbst gehört ja auch zu denjenigen, die in der Verantwortung neu sind in Kaltenberg – er übernahm die Geschäftsführung von seiner Mutter Prinzessin Beatrix – und dennoch längst erfahren sind im Thema.

Die Besucher des 35. Ritterturniers kommen jedenfalls kaum zum verschnaufen. Es geht „Schlag auf Schlag“, nach der Ermordung des Vaters durch den Schwarzen Ritter machen die beiden Prinzen Arnulf (Ludovic Gortva) und Blacwin (Yann Vaille) zwei durchaus unterschiedliche Entwicklungen durch. Arnulf wird Nachfolger seines Vaters, Blacwin fällt dagegen in die Hände des Schwarzen Ritters. Als Zeichen der Macht über den jungen Prinzen geht der Unhold dieses Mal sogar so weit, dass er den Unglücklichen im Beisein tausender Zuschauer mit einem Feuereisen das Mal des Schwarzen Ritters live in die Haut brennt.

Aber wie das in Märchen und Legenden halt so ist – am Ende siegt der Gute und da waren dann nicht wenige, vor allem die jüngeren Zuschauer, auch durchaus glücklich darüber.

Um die gute Stimmung noch zu verbessern, hatte sich Prinz Heinrich auch noch etwas ganz besonderes einfallen lassen. Wir erinnern uns: Er mag Feuerwerk. Also wurde das Turnierbudget erweitert und den Besuchern 15 Minuten lang ein Musikfeuerwerk präsentiert, das in Kaltenberg bislang nur jeweils einmal während der Gauklernacht beschert wurde.

Spätestens dann waren wohl auch die Gemüter derjenigen besänftigt, deren Nerven bei der Anreise nach Kaltenberg teilweise aufs Äußerste strapaziert wurden – zumindest wenn sie über die Autobahn angereist sind. Die Baustelle auf Höhe Windach sorgt seit Wochen für Staus auf der A 96, so auch gestern Abend. Markus Wiegand: „Die Autobahnmeisterei hat uns aber angekündigt, dass die Baustelle anfang nächster Woche abgeschlossen sein wird.“ Dann jedenfalls stehen einem ungestörten zweiten Besuch auf Schloss Kaltenberg nur noch die Schlosswachen am Eingangstor im Weg.

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