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Fuchstal

10.03.2019

Falsch bestellt: Wohin mit einem Lastwagen voller Klopapier?

Im Jahr 2006 bestellte die Gemeinde Fuchstal einen Lastwagen voll Klopapier. Jetzt ist die letzte Rolle aufgebraucht.
Bild: Martin Gerten/dpa (Symbolfoto)

Im Jahr 2006 ging bei einer Bestellung der Gemeinde Fuchstal einiges schief. Warum das im Nachhinein gar nicht so schlecht war.

Die letzte Rolle Toilettenpapier ist aufgebraucht. Im Jahr 2006 hatte ein Mitarbeiter der Fuchstaler Verwaltung aus Versehen eine große Menge davon beschafft. Erst bei der Anlieferung hatte sich damals herausgestellt, dass der Besteller sich bei der Menge etwas geirrt hatte. Ein voll beladener Lastwagen fuhr am Fuchstaler Bauhof vor, einen zweiten, der beim Verkäufer schon abfahrbereit stand, konnte man gerade noch stoppen.

Eine Woche lang Klopapier verräumt

Die Aussprache über die Heizung für den Bauhof, verbunden mit einer Nachfrage eines Ratsmitglieds nach dem Lagerbestand und eine offensichtlich nicht sehr umfangreiche Tagesordnung bot Bürgermeister Erwin Karg in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Gelegenheit, in dieses sehr spezielle Thema abzugleiten. Man sei seinerzeit sehr erschrocken gewesen, als der Lastwagen vorgefahren sei, erinnert er sich, und man mit dem Gabelstapler die Paletten abzuladen begann. Drei Mitarbeiter hätten seinerzeit eine Woche gebraucht um die Riesenmengen irgendwo unterzubringen, berichtete er in der Sitzung weiter und man hätte in allen gemeindlichen Einrichtungen wie etwa in den Schulen und im Technikbereich der Fuchstalhalle die Schränke in den Abstellräumen damit vollgestopft.

Das Papier kam nicht gut an

Nachdem das einlagige graue Papier bei einem Großteil der Benutzer nach kurzer Zeit regelrecht verhasst war, dauerte es ganze zwölf Jahre bis der Bestand geleert war. Denn anders als in manchen Betrieben, in denen das Toilettenpapier nach Hause mitgenommen wird, brachte ein Teil der „Leidtragenden“ ihr eigenes mehrlagiges Komfortprodukt von zu Hause mit. Um es trotzdem aufzubrauchen, hatte Karg die Rollen einmal sogar bei der jährlichen Vereinsvertreterbesprechung den Teilnehmern am Quiz als Trostpreise überlassen, was allerdings nicht sonderlich gut ankam.

Der Mitarbeiter, der mittlerweile nicht mehr in der Verwaltung arbeitet, musste jahrelang bei betrieblichen Feiern reichlich Spott ertragen. Doch der Einkauf, für den 6000 Euro bezahlt wurden, habe sich im Nachhinein als doch nicht so schlecht erwiesen, wagte der Bürgermeister nun eine späte Rehabilitierung. Denn er war in einer Tiefphase der Holzpreise erfolgt, sodass danach die Preise für Papier wieder deutlich anstiegen. Zudem hätten die qualitätsbedingten Mängel dafür gesorgt, dass sich der Verbrauch und somit auch die Kosten zwölf Jahre lang auf einem unterdurchschnittlichen Niveau hielten, rechnete Erwin Karg vor.

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