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Finning

23.01.2019

Finning: Der Discounter und ein Gerücht

Auf dieser Fläche am Staudenweg gegenüber dem Gewerbegebiet in Finning könnte der Discounter Platz finden. Im Mai entscheiden die Bürger in einem Ratsbegehren darüber. In der jüngsten Gemeinderatssitzung äußerte sich Bürgermeister Siegfried Weißenbach zu Gerüchten rund um die Ansiedelung.
Bild: Julian Leitenstorfer

Ende Mai sollen die Finninger entscheiden, ob sie einen Supermarkt im Ort wollen. Warum der Bürgermeister schon jetzt eine persönliche Stellungnahme abgibt.

Die Frage, ob sich ein Discounter in Finning gegenüber dem bestehenden Gewerbegebiet im Staudenweg ansiedeln darf oder nicht, beschäftigt weiterhin die Finninger. Bei der jüngsten Gemeinderatsitzung stellte Bürgermeister Siegfried Weißenbach zur Diskussion, ob eine Nahversorgungsanalyse inklusive einer Verträglichkeitsuntersuchung eines Dienstleiters noch im Vorfeld des bereits im Dezember beschlossenen Ratsbegehrens beauftragt werden soll. Aber zuvor ging es um die Finninger Gerüchteküche, die Bürgermeister Weißenbach zu einer Stellungnahme veranlasste.

Mehr zum Thema finden Sie hier: Die Bürger sollen entscheiden, ob ein Discounter kommt oder nicht

Persönlich profitieren?

Im Dorf seien Aussagen im Umlauf, dass er als Bürgermeister von der Ansiedelung des Discounters persönlich profitieren würde, sagte Weißenbach. Er wies dies entschieden zurück und betonte: „Ich arbeite Beschlüsse ab.“ Jeder Gemeinderat sei seinerzeit auch gefragt worden, sagte er. Eine neutrale Analyse der Situation könnte „das Rückgrat des Gemeinderates stärken“, meinte er zu dem vorliegenden Angebot, das ein privates Institut eigeninitiativ der Gemeinde aufgrund der überörtlichen Presseberichterstattung angeboten hatte. Sogar ins Bayerische Fernsehen hatte es das Dorf mit dem Szenario kleines Lebensmittelgeschäft versus Discounter geschafft. Eine Bürgergruppe sieht keinen Bedarf für einen Discounter und fürchtet, dass der ansässige kleine Lebensmittelmarkt im Ort in Folge schließen muss, außerdem will die Gruppe eine weitere Flächenversiegelung vermeiden.

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Alle Bürger sollen entscheiden

Anfang Dezember hatte sich der Gemeinderat entschieden, allen Bürgern die Entscheidung, ob ein Discounter nach Finning kommen soll oder nicht, zu überlassen und ein Ratsbegehren mit der Frage: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Finning die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Ansiedlung eines Discounters auf dem vorgesehenen Grundstück Fl. Nr. 76/1 im Bereich Staudenweg/Ammerseestraße (LL 23) der Gemarkung Entraching schafft?“ einstimmig beschlossen. Die Wahlberechtigten dürfen darüber zusammen mit der Europawahl am 26. Mai abstimmen. Eine Infoveranstaltung soll es noch vor der Bürgerversammlung im April geben, sagte Weißenbach dem LT.

Untersuchung ist zu teuer

In der jüngsten Sitzung ging es dann um die Angebote Nahversorgungsanalyse inklusive einer Verträglichkeitsuntersuchung, die auch beinhalten würde, wie die Konkurrenz- und Wettbewerbssituation der Ansiedelungsplanung des Netto-Lebensmitteldiscounters mit Backerei zur bestehenden Nahversorgung in Finning zu beurteilen sei. Kosten würde diese Untersuchung um die 10000 Euro. Für die Beauftragung sprach sich Dr. Franz-Xaver Boos aus, denn er erhofft sich, dass sich durch die neutralen Ergebnisse „die ganze Diskussion versachlichen wird“. Die Neutralität des Institutes zweifelte Zweiter Bürgermeister Roland Brenner an, der sagte, das Institut habe als Hauptauftraggeber Konzerne. Deshalb sah er mehr Sinn darin, wenn die Analyse die Handelskette in Auftrag geben würde.

„Wir haben die Entscheidung an die Bürger weiter gegeben“, sagte Albert Boos und meinte, dass sich das Meinungsbild im Ort durch eine solche Untersuchung nicht ändern wird. Auch war ihm die Untersuchung zu teuer. Dieser Meinung schlossen sich mehrere Gemeinderäte an. Mit zwei zu neun Stimmen lehnte die Gemeinderäte das Angebot schließlich ab.

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