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Für gutes Essen auch bezahlen

Für gutes Essen auch bezahlen
Kommentar Von Stephanie Millonig
11.12.2019

Wer gut essen will, sollte auch bereit sein, für diese Dienstleistung zu bezahlen. Ein Kommentar von LT-Redakteurin Stephanie Millonig.

Abends schick essen gehen oder auch nur auf einen Absacker in die Stammkneipe, am Sonntagmittag in der Traditionswirtschaft den Schweinsbraten genießen – keiner will das missen. Wenn sowohl der Geschmack des genossenen Menüs, als auch die Art und Weise des Services von der Professionalität des Personals zeugen, dann passt für den Gast alles.

Aber offensichtlich passt es für viele dort Arbeitende nicht mehr. Denn auch in der Gastronomie fehlt es mehr und mehr an Fachkräften. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten verweist auf Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung, wonach durchschnittlich 48,6 Prozent der Kochazubis ihren Lehrvertrag auflösen. Bei der Summe aller Branchen liegt das Verhältnis der Vertragsauflösungen bei 25,8 Prozent. An welchen Stellschrauben gedreht werden muss, ist einfach: mehr Geld und ein besserer Ausgleich bei den Arbeitszeiten.

Nicht jeder Wirt kann dem Personal mehr zahlen

Aber können die Wirte das leisten? Es gilt zu differenzieren. Sicherlich gibt es prosperierende Betriebe, die ihren Azubis und Angestellten gute Bedingungen bieten können. Doch viele Wirte dürften dazu nicht in der Lage sein. Laut dem Geschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes liegt der kalkulatorische Unternehmerlohn für Schankwirtschaften im Mittel bei 4,67 Euro pro Stunde. Da ist kein finanzieller Spielraum vorhanden, mehr Geld für Angestellte auszugeben.

Für gutes Essen auch bezahlen

Der Ball liegt wieder beim Verbraucher: Wer die örtliche Restaurant- und Wirtshauskultur unterstützen will, muss auch bereit sein, Geld fürs sorgsam zubereitete Essen auszugeben. Grundsätzlich würde es unserer Gesellschaft guttun, berufliches Können und Wissen mehr wertzuschätzen und damit auch Handwerk und Dienstleistung die entsprechende Achtung zu schenken. Vielleicht haben dann auch wieder mehr junge Leute Lust, Koch, Kellner oder Klempner zu werden.

Lesen Sie dazu auch den Artikel:Was tun, wenn Koch und Kellner fehlen?

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