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Bahnstrecke

14.03.2016

Igling will dichtmachen

Die Gemeinde Igling fordert im Rahmen der Elektrifizierung der Bahnstrecke einen besseren Lärmschutz.
Bild: Thorsten Jordan

Gemeinde fordert von der Bahn einen längeren und höheren Lärmschutzwall im Rahmen der Elektrifizierung.

„Wichtigste Forderung ist der Lückenschluss der Schallschutzwände im Gemeindebereich.“ Zusätzlich würden, wie Geschäftsstellenleiter Patrik Piller in der jüngsten Iglinger Gemeinderatssitzung in Bezug auf die geplante Elektrifizierung der Bahnlinie München-Lindau ausführte, weitere Lärmberechnungen, eine genauere Überprüfung der möglichen Schutzfälle sowie die Erweiterung des Prognosezeitraums verlangt. Der Gemeinderat stimmte den im Rahmen des Anhörungsverfahrens zur Planfeststellung von der Verwaltung schriftlich fixierten und in einem Anwaltsbüro überprüften Hinweisen und Einwendungen unisono zu. In dem Schriftstück geht es zunächst um die Gebietstypisierung.

Darin wird laut Piller auf die Bauleitplanung und die damit verbundene Neufassung des Flächennutzungsplans (FNP) für die Gemeinde Igling hingewiesen. In diesem Rahmen sei teilweise mit deutlichen Änderungen der Gebietsfestsetzungen zu rechnen. Unter anderem würden bisher als Dorfgebiet ausgewiesene Bereiche in Wohngebiete umgewandelt, um den tatsächlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Infolgedessen müssten auch die Immissionsgrenzwerte neu berechnet und angepasst sowie die Schallberechnungen auf Grundlage des neuen FNP erstellt werden. In den Bereichen der beiden bisher geplanten Lücken zwischen den nördlich und südlich zu errichtenden Schallschutzwänden sieht die Gemeinde laut Piller weiteres städtebauliches Entwicklungspotenzial. Die 200 beziehungsweise 225 Meter langen Öffnungen zu den Gleisanlagen müssten deshalb geschlossen werden, fordert die Gemeinde in dem Schreiben.

Gleichzeitig wird eine teilweise Erhöhung der Lärmschutzwände auf vier Meter sowie deren Verlängerung um 180 beziehungsweise 130 Meter am östlichen und westlichen Ortsende verlangt. Bisher hat die Bahn insgesamt fast 1400 Meter Schallschutzwände auf Iglinger Flur geplant. Die Einrichtungen beginnen am östlichen Ortseingang mit einem 480 Meter langen und zwei Meter hohen Bauwerk.

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Nach 200 Metern Lücke ist ein 220 Meter langer und drei Meter hoher Schallschutz vorgesehen. Nach einer weiteren Lücke von 225 Metern auf Höhe Schlosswiese folgen bei der Bahnhofstraße noch einmal 490 Meter Schallschutz mit einer Höhe von drei Metern sowie beim Brandholzweg – auf der gegenüberliegenden Seite der Gleisanlagen – 190 Meter in gleicher Höhe. Nicht einverstanden ist die Gemeinde Igling mit der Ermittlung der Schutzfälle.

„Angeblich“, so Piller, „sind Mitarbeiter der Bahn im Lauf des Jahres 2014 im Ort rumgelaufen und haben Schutzfälle festgelegt.“ In keinem der Fälle seien dazu persönliche Gespräche mit betroffenen Anwohnern geführt worden. Dies hätten Befragungen der Gemeinde ergeben. Die Gemeinde fordert daher, die Parameter zu erfahren, nach denen die Nutzungseinheiten ermittelt wurden und gegebenenfalls die Zahlen zu korrigieren. Das Gleiche gilt für die Verkehrsdaten, die der schalltechnischen Untersuchung zugrunde gelegt worden sind. Diese entstammen laut Piller dem Bedarfsplan für Bundesschienenwege aus dem Jahr 2004. Dieser gelte laut Bundesministerium für Verkehr für Vorhaben mit einem Baubeginn bis spätestens 2015. Der Maßnahmenbeginn für Elektrifizierung sei jedoch im Zeitraum 2017/2018 terminiert.

Die Gemeinde Igling fordert deshalb, dass die Prognosezugzahlen nach dem neuen Bundesverkehrswegeplan Schiene ermittelt werden. Dieser werde voraussichtlich im März 2016 ermittelt. Weiter fordert Igling die Errichtung von Schallschutzwänden während der Bauzeit, wie sie im Gemeindebereich Weil-Schwabhausen beschrieben sind. Etliche Einwendungen werden in Bezug auf das geplante Entwässerungskonzept vorgebracht. Die Hauptforderung ist, dass für sämtliche Vorfluter Probenahmemöglichkeiten zu schaffen sind, zu denen die Gemeinde Igling jederzeit Zugang hat.

Der Einrichtung eines Baulagers, wie es die Bahn in der Bahnhofstraße und am Brandholzweg plant, wird nur zugestimmt, wenn Umfang und Dauer mit einer deutlich vor Maßnahmenbeginn abgeschlossenen Vereinbarung geregelt werden. Die Zufahrten sind durch ein Beweissicherungsverfahren zu dokumentieren. Dies sei von vier Anwohnern ebenfalls bereits gefordert worden. Gemeinderat Peter Heiland wies zudem darauf hin, dass private Hauseigentümer zusätzlich zum Beweissicherungsverfahren dringend eine Rammüberwachung fordern sollen, um Erschütterungen bei der Einrammung von Tragelementen und die damit verbundene Auswirkung auf nächstgelegene Gebäude nachweisen zu können.

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