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Premiere

17.09.2014

In historischen Kostümen aufs Oktoberfest

Echte Wiesn-Profis sind mittlerweile die Landsberger Tanzlmusikanten. Bereits 2010 spielten sie auf der alten Wiesn.
Bild: Marc Kiffe

Stadtkapelle kooperiert erstmals mit dem Ruethenfestverein. Gemeinsam beim Wiesn-Umzug dabei

Tracht ist Pflicht beim Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest – das wissen auch die Landsberger. So ist die Stadtkapelle heuer eine ganz besondere Kooperation eingegangen: Sie nimmt gemeinsam mit den Ruethenfestkindern am traditionellen Umzug teil. Seit 1981 ist die Stadtkapelle nicht mehr mitgegangen – warum, wisse man eigentlich gar nicht mehr so genau, gesteht Dirigent Martin Heller. Aus dem Landkreis beteiligen sich auch noch weitere Gruppen an der Münchner Wiesn: Auf der „Oiden Wiesn“ spielen die Tanzlmusikanten und die Lechgaukapelle am 29. September, beim Trachtenumzug am 21. September gehen außerdem Trachtler des Huosigau mit.

Vergangenes Jahr war Martin Heller als Zuschauer beim Trachtenfestzug mit seinen Buben. „Da waren auch Kapellen aus dem Umland und ich fragte mich: Warum ist die Stadtkapelle nicht dabei?“ Das letzte Mal nahmen die Landsberger 1981 teil, danach verlief es offenbar im Sand und so entschieden Heller und Geschäftsführer Dr. Aaron Wiedner, sich zu bewerben. Allerdings sei eben eine Voraussetzung für die Teilnahme eine Tracht oder ein historisches Kostüm. Tracht haben die Musiker der Stadtkapelle nicht, aber eine historische Uniform vom Ruethenfest. „So entstand die Idee: Wenn wir schon im Kostüm kommen, warum dann nicht auch gemeinsam mit dem Ruethenfestverein?“, erklärt Heller.

Bei Tobias Wohlfahrt, Vorsitzender des Ruethenfestvereins, fand die Idee ebenso Anklang. So gehen nun 28 Ruethenkinder mit. Der Verein selbst nimmt heuer seit vor dem Zweiten Weltkrieg das erste Mal wieder teil, doch es sei auch eine Herausforderung. Knapp acht Kilometer schlängelt sich der Zug durch München – das schaffen nicht alle Kinder. Auch bestimmte Musiker könnten deswegen nicht mit, meint Heller. Dennoch freuen sich die Landsberger über die Chance sich gemeinsam zu zeigen und vielleicht schon ein bisschen Werbung für das nächste Ruethenfest zu machen.

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Die beiden Gruppen stellen sich zum Festzug an einer Seitenstraße der Isar auf, vom Maximilianeum geht es über den Odeonsplatz bis zur Theresienwiese. Voran gehen wird Heller als Dirigent mit seinem sogenannten Tambourmajorstock, neben ihm darf auch sein fünfjähriger Sohn Ludwig mit einem identischen Kostüm mitlaufen. „Insgesamt dauert der Zug etwa eineinhalb bis zwei Stunden“, so Heller weiter. Zudem werde an zwei Stellen für die Fernsehübertragung gestoppt. „Da spielen wir dann einen bestimmten Marsch, den Stopp müssen wir auch mit den Ruethenkindern noch üben.“

Die Trachtler des Huosigau müssen laut Gauvorsitzendem Sepp Kaindl nicht mehr groß üben, denn „marschieren können wir alle“. Aus dem Landkreis beteiligen sich mit Dießen, Geltendorf, Schondorf und Utting vier Huosigau-Trachtenvereine. „Wir wollen eine bunt gemischte Trachtenvielfalt zeigen, insgesamt gehen Vertreter aus 18 Vereinen mit“, erklärt Kaindl. Jede Gruppe besteht allerdings aus maximal acht Erwachsenen und sechs Jugendlichen – sonst werde es zu viel. Das letzte Mal war der Huosigau beim Trachtenzug 2011 dabei. „Damals war es so verregnet, da hat uns der Münchener Festring angeboten, dass wir noch einmal teilnehmen dürfen.“

Echte Wiesn-Profis sind mittlerweile die Landsberger Tanzlmusikanten. Bereits 2010 spielten sie auf der alten Wiesn, die zum Oktoberfest-Jubiläum stattfand. Seitdem waren die Tanzlmusikanten, bestehend aus fünf bis zehn Musikern, immer dabei auf der „Oiden Wiesn“ am Rande des Oktoberfests und spielen somit heuer zum vierten Mal. Am 29. September spielt das Ensemble von 12 bis 16 Uhr im Museumszelt, aber es darf danach auch noch spontan werden: „Letztes Jahr haben wir dann einfach im großen Zelt weitergespielt, weil dort keine Kapelle engagiert war“, berichtet Marc Kiffe von den Tanzlmusikanten. Je nach Stimmung biete er dann auch kleine Volkstanzkurse an – das sorge bei den Besuchern für Stimmung. Am Montag, 29. September, spielt die Lechgaukapelle im Festzelt Tradition ebenso auf der Oiden Wiesn.

Bis zur Wiesn ist jetzt nur noch wenig Zeit, die Gruppen aus dem Landkreis fühlen sich aber gut vorbereitet. Das einzige Problem für Stadtkapelle und Ruethenkinder: einheitliche Schuhe zu finden, die zum historischen Kostüm passen, in denen man aber auch laufen kann. „Da gibt es strenge Regularien, wahrscheinlich haben wir zu wenige einheitliche Schuhe“, meint Wiedner. Beim Festzug dürfen zudem keine Sonnenbrillen getragen werden, auch offene Haare werden nicht gern gesehen und trinken während des Zugs sei auch nicht erlaubt. Ansonsten sei aber alles vorbereitet. „Wir freuen uns darauf“, sagt Dirigent Martin Heller.

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