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Nestbau

15.04.2015

Ist Utting bald ein Storchendorf?

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Auf einem Strommast in der Hofstattstraße in Utting haben sich am Dienstagabend Störche gepaart.
Bild: Ludwig Endreß

Paarung auf dem Strommasten. Tolerieren die Tiere Störung durch Isolierungsarbeiten?

Die Ammerseegemeinde Utting scheint einem Storchenpärchen ganz gut zu gefallen. Sie halten sich seit einigen Tagen dort auf und waren am Dienstag auf einem Strommast in der Hofstattstraße bei der Familiengründung zu beobachten. Die Untere Naturschutzbehörde veranlasste am Mittwoch, dass der Mast isoliert wird, damit die Tiere nicht zu Schaden kommen. Ob sie diese Störung tolerieren, wird sich zeigen. Vielleicht lassen sie sich auch in der direkten Nachbarschaft nieder: Hanno Ungeheuer will auf sein Haus an der Ecke Laibner Straße/Hofstattstraße eine Nisthilfe bauen lassen.

Raisting gilt bisher als das Storchendorf im Ammerseeraum, dort sind laut Homepage der Schutzgemeinschaft Ammersee bis auf einen Horst alle anderen besetzt. Die Storchexpertin des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) in der Geschäftsstelle in Hilpoltstein, Oda Wieding, hält es für unwahrscheinlich, dass Raistinger Störche während der Brutzeit einfach nach Utting fliegen. Da Schnabel und Beine ausgefärbt sind, geht sie davon aus, dass es ausgewachsene Tiere sind. Ein Indiz dafür, dass sie sich hier ansiedeln wollen ist, dass sie schon eine gewisse Zeit in Utting verweilen und auch mehrfach kopuliert haben. „Es ist ein deutliches Zeichen, dass sie verpaart sind und auf Nistplatzsuche“, sagt Wieding. Die ersten Zweige hatten sie am Mittwoch auch schon zusammengetragen.

Inwieweit der Bereich einen guten Lebensraum darstellt, muss sich zeigen. „Für die Störche ist interessant, wenn sie von den Futterflächen einen Blickkontakt zum Horst haben“, erläutert Wieding. Diese Bedingung scheint in Utting weniger gegeben, als beispielsweise im Gewerbegebiet in Raisting. Freilich würde in Utting wiederum der Konkurrenzdruck fehlen. Denn es gibt immer wieder Kämpfe um den Horst. In Utting fehlt den Tieren aber noch das Nest: Es dauere ein bis zwei Tage von der Befruchtung, bis zur Eiablage, erzählt Wieding. Die Tiere kopulierten jedoch auch, um die Paarbindung zu festigen, ohne dass es zur Befruchtung komme.

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Mit dem Nestbau haben sie am Mittwoch schon begonnen, was am Nachmittag jedoch durch die Isolierungsmaßnahmen unterbrochen wurde. Werner Steinbach von der Naturschutzbehörde in Landsberg hat dies veranlasst, damit die Tiere nicht gefährdet werden. Er war auch vor Ort. Einer trage einen Ring, den er aber nicht habe ablesen können.

„Ich habe die Störche zum ersten Mal zwei Tage nach dem Sturm auf der Wiese hinter der Leonhardikirche gesehen“, erzählt Hanno Ungeheuer. Der Turm an seinem Haus sei der höchste Punkt, darauf solle die hölzerne Nisthilfe, die nach Vorgaben des LBV angelegt ist, installiert werden. Es ist aber noch nicht sicher, wann ein Kran organisiert werden kann. Inwieweit die Tiere von dort aus auf die Wiesen im Süden sehen können, kann Ungeheuer nicht sagen, er hofft aber, dass nachdem sich Störche hier schon umsehen, sich auch welche ansiedeln. „Ich fände es genial, wenn Störche nach Utting kommen würden“, sagt der Hausbesitzer.

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