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Bier aus Dießen

15.04.2015

Kleinbrauerei wird größer

Alles Handarbeit: Dr. Martin Hug füllt das Craftbräu-Helle in der ehemaligen Spenglerei in der Mühlstraße in Handarbeit in Flaschen ab.
Bild: Gerald Modlinger

Ehemalige Spenglereihalle wird umgenutzt, damit auch probiert werden kann

Die Kleinbrauerei („Craftbräu“) in der Dießener Mühlstraße wird größer: In der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses des Gemeinderates lag ein Antrag vor, weitere Teile der früheren Spenglerei in eine Brauerei umzunutzen, nachdem nach Angaben des Antragstellers der im vergangenen Jahr aufgenommene Braubetrieb gut angelaufen sei.

Wie die Sitzungsvorlage für den Bauausschuss ausführt, wird auf dem Anwesen einmal pro Woche Bier aus dem Brauraum beziehungsweise Innenhof verkauft. Das Gesundheitsamt bestehe jedoch darauf, dass der Verkaufsraum und ein Raum, in dem das Bier probiert werden kann, von den Reinbereichen getrennt werden. Zurzeit werde die jetzige Situation nur geduldet.

Um den Anforderungen gerecht zu werden, sollen die Vorhalle und der hintere Teil der ehemaligen Spenglereihalle umgebaut werden. Dort soll künftig der Verkauf von Fass- und Flaschenbier und die Rückgabe von Leergut abgewickelt werden. Im hinteren Teil der Halle, die vor zwei Jahren renoviert wurde, ist vorgesehen, einen Nassbereich einzubauen, um Flaschen, Fässer und Gläser zu reinigen. Eventuell werden auch noch selbstkühlende Lagertanks angeschafft. Im nordwestlichen Teil der Halle soll ein kleiner Stehausschank eingerichtet werden, von dem durch eine Glaskonstruktion in die Brauerei geblickt werden kann.

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Daneben wollen die Bierbrauer in der Mühlstraße auch an die historische Dießener Brautradition erinnern – durch Pläne und Bilder früherer Braustätten. Die Brauerei soll künftig dreimal pro Woche für mehrere Stunden geöffnet sein, um dort probieren und kaufen zu können. Darüber hinaus, so heißt es weiter, will das Unternehmen auch für innerörtliche Festivitäten (Mühlstraßenfest, Musiknacht, Dießen leuchtet) gerüstet sein, nachdem sich die Lokalität dabei im vergangenen Jahr großer Beliebtheit erfreut habe.

Der Bauausschuss erteilte einstimmig das Einvernehmen zur Erweiterung des Brauereibetriebs. Wenn jetzt noch die Genehmigung des Landratsamts folgt, dürfte der am Samstag, 9. Mai, geplanten Einweihungsfeier für die vergrößerte Braustätte nichts mehr entgegenstehen.

Craftbräu wird von Claus Bakenecker und Martin Hug, der eine Diplom-Sportlehrer, der andere promovierter Chemiker, betrieben. Rund zehn Hektoliter Helles, so der Plan, sollen künftig in der Mühlstraße 12 produziert werden, sagen die beiden. Theoretisch wäre auch noch eine größere Kapazität möglich. Doch der begrenzende Faktor seien derzeit die Flaschen. Trotz 50 Cent Pfand pro Flasche seien viele nicht mehr zurückgekommen – auch deshalb, weil etliche Hundert Flaschen Dießener Bier bereits ins Ausland umgesetzt wurden, wie die Bierbrauer erzählen.

Bakenecker und Hug nahmen im vergangenen Jahr die 91 Jahre lang unterbrochene Bierbrautradition in Dießen wieder auf. In der frühen Neuzeit gab es im Markt Dießen unter rund 200 Häusern zeitweise bis zu zehn Braustätten. Die beiden letzten stellten ihren Betrieb Anfang des 20. Jahrhunderts ein: Der „Unterbräu“ in der Mühlstraße 1915 während des Ersten Weltkriegs und der „Oberbräu“ an der Ecke Herren-/Von-Eichendorff-Straße im Jahr 1923.

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