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Lechsteg: Alles eine Frage der Perspektive

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Kommentar Von Gerald Modlinger
15.07.2019

Dass Oberbürgermeister Mathias Neuner am umstrittenen Lechsteg festhält, überrascht - aber nur auf den ersten Blick. LT-Redakteur Gerald Modlinger kommentiert.

Keine neue Planung, keine neue Ausschreibung und kein Nachschlag durch den Papierbach-Investor, oder anders herum gesagt: Die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Lech soll so gebaut werden wie geplant, auch wenn sie deutlich über drei Millionen Euro mehr kostet als von den Planern berechnet. Oberbürgermeister Mathias Neuner will den Steg jetzt und ohne Abstriche.

Bei einer solchen Kostensteigerung verwundert dieses unbeirrte Festhalten Neuners – aber nur auf den ersten Blick. Die Alternativen zum „Weiter so“ wären mit vielen Unwägbarkeiten gepflastert. Eine dritte Ausschreibung lässt angesichts der verfahrenen Situation, der Baukonjunktur und der Komplexität des Auftrags keine wesentliche Kostensenkung erwarten.

Noch mal ausschreiben, wird wohl nichts bringen

Eine Neuplanung und -genehmigung dauert, am Ende könnte der Einspareffekt einer abgespeckten Version verpuffen, weil die Preise allgemein weiter steigen. Und jede neue Planung trägt als Hypothek die Planungskosten für eine verworfene Variante mit.

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Nachverhandlungen mit dem Investor könnten zum Aufschnüren des städtebaulichen Vertrags - so formuliert es der Oberbürgermeister - führen, sofern sich die Papierbach-Entwickler nicht als Mäzene für den Steg sehen. Auch da ist nicht zu überblicken, was am Ende für die Stadt herauskommen könnte.

So setzt Mathias Neuner auf einen raschen Fortschritt und darauf, dass ein gutes Ergebnis die Kostendebatte in den Hintergrund drängt, zumal „alles eine Frage der Perspektive“ ist, wie der Kabarettist Helmut Schleich sagt. 8,6 Millionen Euro für eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke sind das Eine. Das Andere sind 3,3 Millionen Euro, die die Stadt noch aus der eigenen Tasche nehmen muss, um den Steg zu bauen. Eine gute Million Euro ist schon für Planungen ausgegeben, 2,9 Millionen Euro zahlt der Staat und der Investor gibt ja auch noch 1,3 Millionen Euro.

Lesen Sie auch den Artikel zum Kommentar: Krisengespräch: So will OB Neuner die Lechsteg-Pläne retten

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