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Kammerkonzert

25.02.2015

Majestätischer Beginn

Eine schöne Tradition ist das Kammerkonzert mit dem Schwabinger Klaviertrio im Sophiensaal in Kinsau.
Bild: Romi Löbhard

Musikabend im Sophiensaal

Eine schöne Tradition ist das Kammerkonzert mit dem Schwabinger Klaviertrio im Sophiensaal in Kinsau. Einmal im Jahr und heuer bereits zum 18. Mal, lädt der Autor und Sternenkundige Robert Powell, der sich zeitweise in dem kleinen Ort im südlichen Landkreis Landsberg aufhält, dazu ein.

Der klassische Musikabend ist Teil eines ebenfalls einmal im Jahr stattfindenden mehrtägigen, von Powell geleiteten Seminars mit dem Titel „Kosmischer Tanz der Rose der Welt“. Das Seminar lockt regelmäßig Gäste aus aller Welt nach Kinsau, die gemeinsam mit Besuchern aus den umliegenden Orten in den Genuss von hervorragend interpretierten, kammermusikalischen Leckerbissen kommen. Beim jüngsten Konzert war das Trio zum Quartett mutiert, neben Esther Schöpf (Violine), Klaus Kämper (Violoncello) und Norbert Groh (Klavier) war auch Charlotte Walterspiel (Viola) angereist. Zur Aufführung kamen drei Klavierquartette, denen eine gewisse Zusammengehörigkeit nachgesagt werden kann.

Der Abend begann mit Ludwig van Beethovens Klavierquartett Nr. 3 in C-Dur, einem Werk, das gleich zu Beginn große Virtuosität des Pianisten voraussetzt, was für diesen aber kein Problem darstellte, im Gegenteil. Norbert Groh offenbarte sichtliche Spielfreude, bei den schnellen Läufen flogen seine Finger schier über die Tasten. Begeisterung für die Musik auch bei den drei Streichern, diese kam besonders im pastoralen Charakter des gefühlvollen zweiten Satzes zum Ausdruck. Das folgende Klavierquartett KV 478 in g-moll von Wolfgang Amadeus Mozart wirkte im ersten Satz wie eine Gegenüberstellung zum erst gehörten Musikstück. Den aufregenden Beginn gestalteten die Musiker ziemlich dynamisch, was die Dramatik noch verstärkte.

Der etwas getragenere Mittelteil mit dem offenen Ende gefiel in seiner choralen Darstellung, beeindruckend klar und sauber war hier die Viola zu hören. Mozartsche Heiterkeit dann im dritten Satz, einem tänzerischen Rondo, das die vier Musiker ausnehmend vergnügt wiedergaben. Das Klavierquartett op. 16 in Es-Dur als Schlusspunkt des Programms im Sophiensaal, hat Beethoven ursprünglich für Bläser komponiert. Ursprüngliches Vorbild waren ähnliche Werke von Mozart, allerdings hat sich Beethoven schnell von den Methoden des Komponistenkollegen entfernt. Das Quartett begann majestätisch, ruhig, in schönem, harmonischem Gleichklang. Das Andante des zweiten Satzes enthält eine wunderbare Melodik, die von Esther Schöpf richtig ausgekostet wurde. Eher zart im Vergleich mit Beethovens späteren Werken wirkte auch das Rondo des Schlusssatzes, mit blumigen, nicht allzu schnellen Läufen und ausgesprochen harmonischen Phrasen.

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