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Snowdance in Landsberg

02.02.2018

Michael Fitz: Rhythm and Blues auf Bairisch

Ein Auftritt mit melancholischer Grundstimmung: Michael Fitz in der Säulenhalle.
Bild: Julian Leitenstorfer

Snowdace - das ist nicht nur Kino: So war im Rahmen des Filmfestivals in Landsberg der Schauspieler und Musiker Michael Fitz zu sehen und zu hören. So war sein Auftritt.

Endlich ist es in der Säulenhalle mal so richtig gemütlich. Wo sonst hohe (und niedrige) Kunst hängt und die Leute sich mit einem Vernissage-Prosecco in den kühlen Räumen verlieren, sitzen die Menschen heute dicht gedrängt in bequemen Sesseln halbrund um ein kleines Podium. Ein kleiner Bierstand, eine Lichtanlage, eine Discokugel. Und mitten drin, keinen Meter von seinem Publikum entfernt, Michael Fitz und seine Gitarre.

Im Rahmen des Snowdance Independent Film Festivals tritt der Schauspieler und Musiker Michael Fitz mit seinem musikalischen Soloprogramm auf. Von 1990 bis 2007 war er der Münchner Tatortkommissar Carlo Menzinger (neben Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl), wurde mit dem Bayerischen wie auch dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet (für seine Rolle in „Marias letzte Reise“) und ist bis heute als Schauspieler unterwegs.

Doch heute geht es um Fitz‘ musikalische Seite. Seit Mitte der 80er-Jahre ist er als Songwriter und Interpret von deutschsprachiger Pop- und Rockmusik tätig, tourte in mehreren Bands, schreibt seit 2006 Lieder in bayerischer Mundart und ist seit 2008 solo unterwegs.

Nicht-Bayern tun sich schwer

„Das Programm ist selbsterklärend“, sagt Fitz zu Beginn und schiebt nach „wenn man denn bairisch kann.“ Leider versteht man seine Texte als Nicht-Bayer kaum, und auch anwesende Münchner taten sich auf Nachfrage nicht immer leicht. Aber das ist der einzige Kritikpunkt an einem ansonsten wunderbaren Konzertabend. Satter Sound, super Akustik (besser als im Foyer oder im Stadttheater selbst), brillantes Gitarrenspiel von Rhythm and Blues über Folk bis zu spanischer Gitarre, eine variationsreiche, sehr angenehme Stimme und eine melancholische Grundstimmung, unterlegt mit selbstironischen, nachdenklichen bis bissigen Texten.

Ob der momentan allgegenwärtige Narzissmus, Autofahrer-Tourette, Beziehungsvariationen, „betreutes Leben“, ein Liebeslied („aber von hinten durch die Brust ins Auge“), die Zeit oder sein Leben als Fernsehpersönlichkeit, ob melancholisch, sehnsuchtsvoll oder mitreißend, ob sanft und leise oder laut und rockig, Michael Fitz‘ Musik berührt. Ein bayerischer Liedermacher, der nichts Heimattümelndes hat, sondern sympathisch und eigenwillig daherkommt und vor allem ein ausgezeichneter Musiker ist. Ein zweistündiges Panoptikum der kleinen und großen menschlichen und vor allem männlichen Gefühle und Befindlichkeiten. (felt)

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