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Künstler privat

06.10.2011

Mit einer Diva beim Abendessen

Von links: Veranstalter Werner Roch, Ulrike Ditz, Gudrun Landgrebe und Pianist Sebastian Knauer in der Lobby des Parkhotels Residence in Bad Wörishofen.
Bild: Foto: Alois Kramer

Eine Lesung und ein Abendessen mit Gudrun Landgrebe

Bad Wörishofen Die Menükarte im Restaurant „mediteraneo“ des Parkhotels in Bad Wörishofen hörte sich besonders vornehm an: „Kleines Dinner für Frau Landgrebe und ihre Gäste“. Dahinter verbarg sich köstlicher Weißwein aus deutschen Lagen und eine runder gehaltvoller Rotwein aus Südtirol. Beide Weine begleiteten Zander und Kalbsrückenmedaillon, die für die Gäste der Diva im „mediteraneo“ gereicht wurden.

Die berühmte deutsche Schauspielerin trat zuvor im fast vollbesetzten Kurtheater der Stadt mit einer Lesung von Briefen aus der Feder von Bettina von Arnim, geborene Brentano, auf. „Wort trifft Musik“ lautet der Titel des Abends. In Briefen schildert von Arnim ihre Begegnungen mit Ludwig van Beethoven. Sie zeichnet den großen Musiker als ein Genie, das selbstbewußt aber auch ein bisschen linkisch ist und erzählt interessante Details aus dem Leben des Komponisten. Die Textstellen der Bettina von Arnim ergänzte und vertiefte der Hamburger Pianist und Echo-Klassikpreisträger Sebastian Knauer mit seinem wunderbaren Spiel auf dem Konzert-Steinway des frisch renovierten Kurtheaters in Bad Wörishofen. Er interpretierte großartige Klaviermusik von Ludwig van Beethoven und brillierte am Schluss mit einer vorzüglichen, präzisen, intensiven Sonate in cis-moll, opus 27, Nummer 2 von Beethoven, den meisten besser bekannt als die „Mondscheinsonate“.

Die Augen blicken in eine imaginäre Ferne

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Kaum wird das Licht gedämpft im Saal setzt sich die Schauspielerin auf ihren Sessel auf der Bühne. Groß ist sie nicht, aber auf dem Podium wirkt sie viel größer als sie ist. Das zeigt sich nach der Lesung. Sie scheint ein bisschen nervös zu sein, aber das legt sich schnell. Die Sicherheit kehrt gleich zurück. Landgrebe liest mit sehr guter einnehmender Sprechstimme, paraphrasiert die einzelnen Sätze hervorragend. Die blassen hellblau-grünen Augen suchen keinen Kontakt mit dem Publikum sondern blicken weit darüber hinweg in eine imaginäre Ferne. Sie glitzern. Einen großen grünen Stein trägt sie an der linken Hand. Er korrespondiert mit der Farbe der Augen. Über einer dunklen Hose trägt sie einen Blazer. Alles sehr zurückhaltend.

Die Frau, die mit der Hauptrolle in dem Film „Die flambierte Frau“ von Robert van Ackeren den Adrenalinspiegel vieler deutscher Männer hat steigen lassen, wird bei dem Abendessen nur zugegen sein. Um diese Uhrzeit isst sie nichts mehr, erklärt sie.

Dort wartet bereits eine Entourage aus Veranstalter, Familienmitgliedern des Veranstalters und der Hotelmanagerin Ulrike Ditz. Gudrun Landgrebe spricht nicht viel am Tisch. Die Frage, ob sie mal in Landsberg eine Lesung halten möchte, beantwortet sie mit einem rätselhaften Lächeln. Die Gesellschaft beim Essen plaudert fröhlich vor sich hin, Landgrebe sitzt da, höflich, trinkt Mineralwasser und ein bisschen Weißwein.

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