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Jahresausstellung

01.09.2014

Qualität und Vielfalt

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3 Bilder
Angelika Waskönig, Azteke – Ton und Dispersion.
Bild: Thorsten Jordan

RBK-Künstler zeigen ihre neuesten Werke in der Säulenhalle

Qualität und Vielfalt erwarten den Besucher der Jahresausstellung des Regionalverbands Bildender Künstler in der Landsberger Säulenhalle. Beachtlich ist dies vor allem, weil der RBK anlässlich des Herkomerjahres bereits die Sonderausstellung „RBK goes Herkomer“ auf die Beine gestellt hat und viele der im Verband vertretenden Künstler in diesem Jahr auf zahlreichen weiteren Ausstellungen vertreten waren.

Als Rückbesinnung auf das eigentliche „Kerngeschäft“ werden nunmehr in der Säulenhalle neueste Arbeiten gezeigt, die einige Überraschungen bereithalten. Zu diesen zählt nicht zuletzt das Experimentieren mit neuen Techniken. So präsentiert Grazyna Guerrero Arbeiten in Intagliotypie, einer modernen, umweltfreundlichen Form des Tiefdrucks. Ein weiterer Vorzug dieser Technik besteht darin, dass sich auch digitale Motive auf die Druckplatte, von der je nach Motiv bis zu 70 Abzüge gemacht werden können, übertragen lassen.

Ganz klassisch dagegen sind die Radierungen von Claus Nicolaus entstanden, die er in der Galerie Josephski in Issing druckt. Formal zurückhaltend und unaufdringlich entwickeln sie im Ausdruck ungeheure Tiefe. Als Zeichner (wieder-) entdecken lassen sich Mica Knorr-Borocco, vor allem aber auch Hubert Lang, dessen zarte Landschaftsstudien in Aquarelltechnik und kleinem Format fesseln. Johann Neuhauser ist mit einem kleinen Stillleben vertreten, die schlichte Zeichnung ist mit Wachs überzogen, wodurch sie eine Art Patina erhält. Beeindruckend und trotz ihrer Größe nicht dominierend ist die Arbeit „Goldrausch“ von Otto Scherer, der eine runde Holzscheibe von knapp zwei Meter Durchmesser mit Blattgold beschossen hat, wodurch eine bewegte, flirrende Oberfläche entsteht. Es ist ein Kunstwerk, an dem man sich im Wortsinn berauschen kann. Durch die sich ständig verändernde Oberfläche entstehen einzigartige Lichtreflexe, die dem Werk zusammen mit dem leisen Rauschen des Blattgoldes ein Eigenleben verleihen. Berührend auch die Skulptur „Zuneigung“ von Franz Hämmerle. Viel Sehenswertes gibt es auch im Bereich der Malerei. Gisela Detzer hat sich wieder der Farbe zugewandt, Marlen Labus, die zuletzt mit der Radierung experimentiert hat, ist mit malerischen Farbsonaten zu sehen, während Kathinka Schneweis den „Zeitgeist“ auf Leinwand gebannt hat.

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Auch die beiden Neuzugänge im RBK, Wolfgang Bauer und die Grafikerin Barbara Manns, halten dem künstlerischen Anspruch des RBK mühelos stand. Als Malerei mit der Kamera könnte man die Bilder von Wolfgang Bauer bezeichnen, der damit an den Picturalismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts anknüpft. Stilistisch erreicht wird dies durch verringerte Schärfe der Konturen, nebulöse, streuende Lichtführung und fließende Übergänge. Im Zentrum der Papiercollagen von Barbara Manns steht die menschliche Figur, vor allem die Frau. Ihre „Putta mit schweren Flügeln“ strahlt Widerstandskraft und Optimismus aus.

Die 26. Jahresausstellung des RBK ist außerordentlich geglückt. Sie präsentiert Arbeiten von durchgängig hohem Niveau und ermöglicht es darüber hinaus, einzelne künstlerische Entwicklungen zu verfolgen. Das Präsentationskonzept bietet dem Betrachter Raum und Zeit, sich auf die unterschiedlichen Kunstwerke einzulassen.

Geöffnet ist die Ausstellung in der Säulenhalle bis zum 14. September jeweils von Montag bis Freitag von 16 bis 20 Uhr und samstags und sonntags von 14 bis 20 Uhr.

Mehr Fotos in unserer Bildergalerie.

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