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Landsberg

14.06.2020

Schüler machen Kunst für den Frieden

Die Schülerinnen Nena Mayr (links) und Elisa-Marie Schilling arbeiten in der alten Wache an ihrem Kunstwerk.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Weiße Tauben, Dunkelheit und Kriegsgeschichten im Landsberger Frauenwald. Was junge Menschen bei dem Projekt „Kunst hält Wache“ machen.

Nach der coronabedingten Verzögerung startet das vom Issinger Künstler Franz Hartmann initiierte Projekt „Kunst hält Wache“ am 18. Juni. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das den Besucher zur Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg und Frieden einlädt: Insgesamt 30 Künstler gestalten 75 Jahre nach Kriegsende die Wachräume der ehemaligen Munitionsfabrik der Nazis im Landsberger Frauenwald. Es gibt ein vielfältiges Programm: Malerei, Installationen, Video, Aktions- und Objektkunst, Vorträge, Lesungen, Performances, Filmvorführungen und Gesprächsrunden. Hartmann freut besonders die aktive Beteiligung der Landsberger Schulen. Das Landsberger Tagblatt hat sich die Ausstellungsvorbereitung der Jugendlichen angesehen.

Vier kleine Räume im hinteren Bereich der Anlage stehen den Jugendlichen zur freien Verfügung, insgesamt nehmen vier Klassen aus drei Schulen sowie zwei junge Solo-Künstlerinnen teil. Die Schülerinnen der zwölften Klasse der Waldorfschule karren in ihrer freien Zeit gerade jede Menge Sand in „ihren“ Raum. Darauf soll in einer Ecke ein Stück Kunstrasen liegen, mit einem Roboterrasenmäher, auf dem ein Gartenzwerg mit einer Taschenlampe auf der Stirn den Weg beleuchtet. In dieser friedlichen Installation wird es ein Stück Dunkelheit geben, das – so erläutert eine der Schülerinnen – mahnen soll, dass der Frieden trügerisch sein könnte.

Die Schülerinnen Nena Mayr (links) und Elisa-Marie Schilling arbeiten in der alten Wache an ihrem Kunstwerk.
Bild: Julian Leitenstorfer

Kunstlehrerin Sabine Barth erzählt auch von den Kindern ihrer fünften Klasse, die weiße Fahnen mit Friedenswünschen bestickt haben, während sie sich gegenseitig – inspiriert vom GEOlino Sonderheft „75 Jahre nach Kriegsende“ – von den Kriegserfahrungen ihrer Großeltern erzählen. Auch diese Fahnen werden ausgestellt.

Schüler machen Kunst für den Frieden

Organisationstechnisch hat es die elfte Klasse der Waldorfschule etwas leichter. Sie hatte bereits mit ihrer Kunstlehrerin Jessica Sartor-d’Avigdor während der thematischen Romantik-Epoche die „friedliche Stimmung des Waldes“ aufgenommen und diese Eindrücke auf Acryl umgesetzt. Der Aufruf zur künstlerischen Gestaltung eines Raumes von „Kunst hält Wache“ kam da Anfang des Jahres genau passend, so Sartor. Zusätzlich planen die Jugendlichen Ihre Bilder mit „Fragmenten beziehungsweise herunter gebrochenen Gedanken“ der romantischen Dichter und Schriftsteller zu vertonen und mit Waldgeräuschen zu installieren.

Es wird noch fieberhaft gearbeitet

Einen wilden „Media Mix“ wird die achte Klasse der Mittelschule beitragen. Klassenlehrerin Michaela Pöschl berichtet von den komplexen Themen wie Demokratie, Flüchtlingsproblematik, Krieg und Frieden, die sie in der Zeit vor Corona mit ihren Schülern durchgenommen und diskutiert hat. „Wir sind noch mitten im Geschehen“, sagt Pöschl.

„Wir haben uns entschieden, die Munitionsfabrik in unseren Raum zu holen“, erklärt Kunstlehrerin Stephanie Kaltecker zum Projekt einer elften Klasse am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium. Dazu sollen Bauschutt aus der Munitionsfabrik, alte Rohren und Scherben aus Ton, in den Raum geschüttet werden. Auf dem Schutt stehen alte Röhrenmonitore, die aus unterschiedlichen Perspektiven Filmsequenzen von fliegenden weißen Tauben zeigen.

75 weiße Tauben sollen eine Friedensbotschaft schicken

Des Weiteren wird die 18-jährige Schülerin und Dichterin Anna Münkel (ehemals Montessorischule) 75 weiße Papiertauben basteln und sie mit kleinen Friedensbotschaften versehen. Sie hofft, dass auch die Besucher nach ihrer Anleitung basteln werden. Emily Mester, ebenfalls 18 Jahre alt, hatte im W-Seminar ein großes Fotomosaik erschaffen: Aus unzähligen kleinen Vietnamkriegsfotos hat sie das berühmte Bild „War is hell“ des deutschen Fotografen und Kriegsberichterstatters Horst Faas zusammengeklebt.

Das Projekt „Kunst hält Wache“ wurde und wird vom Verein „Kunst hält Wache“ gemeinsam mit dem Kulturbüro der Stadt Landsberg geplant und umgesetzt.

Ausstellung „Kunst hält Wache“: vom 18. bis 28. Juni, Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 22 Uhr, für Schulklassen auch nach Anmeldung außerhalb der Öffnungszeiten.

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