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Geschichte

15.07.2014

Seit 150 Jahren die Heimat der Sportler

Schon in den 20er-Jahren war Fußball beliebt: die erste Mannschaft des VfL in der Saison1925/1926.
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Schon in den 20er-Jahren war Fußball beliebt: die erste Mannschaft des VfL in der Saison1925/1926.
Bild: VfL Denklingen

Der VfL Denklingen feiert ein großes Jubiläum. Gründer Berthold Bing hatte es am Anfang nicht leicht.

Der Volksschullehrer Berthold Bing war ein großer Anhänger von Turnvater Jahn, der die Turnbewegung in Deutschland angeführt hat. Bing glaubte an die Bedeutung des Turnens. Dass einmal die Hälfte aller Denklinger Mitglied in seinem Verein sein würde – das hätte Bing vor 150 Jahren wahrscheinlich nicht zu träumen gewagt. Der Verein für Leibesübungen Denklingen, kurz VfL, den Bing am 1. Mai 1864 ins Leben rief, begeht nun vom kommenden Donnerstag, 17. Juli, bis Sonntag, 20. Juli, sein großes Jubiläum. Mit einem Festprogramm wird der VfL mit seinen über 900 Mitgliedern und dem Vorsitzenden Wolfgang Martin an die Gründung des Vereins erinnern.

„Wir sind eine sportlich begeisterte Gemeinde“, sagt Martin. Er sehnt das Festwochenende bereits herbei. „Wir haben viel gearbeitet in den letzten Wochen.“ Denn nicht nur das Fest habe vorbereitet gehört, auch der geplante Neubau eines Sportheims koste viel Vorbereitungszeit. Der VfL will gemeinsam mit dem Musikverein und der Landjugend ein neues Vereinsheim beziehen.

Galt Sport zur Zeit der Gründung in erster Linie der militärischen Jugenderziehung, steht heute das gesellige Miteinander auf gleicher Ebene mit dem sportlichen Ehrgeiz. Längst haben laut Martin Teamgeist, Begeisterung für den Sport und großes ehrenamtliches Engagement einen Verein wachsen lassen, der nicht nur auf 150 Jahre bewegende Geschichte zurückblicken dürfe, sondern mit Zuversicht in die Zukunft schaue.

Seit 150 Jahren die Heimat der Sportler

Dabei waren die Anfänge des VfL geprägt von Schwierigkeiten, Anfeindungen und Zerstörungen. In der 180 Seiten starken Festschrift zum Jubiläum steht zu lesen: „Fünf Jahre später wurde der Lehrer zwangsversetzt, da er immer wieder mit Zwistigkeiten im Dorf in Verbindung gebracht wurde. Tobias Huber übernahm für die folgenden 20 Jahre den Vorsitz. Bis zum Jahr 1889 konnte sich der Verein noch erfolgreich gegen seine Gegner durchsetzen, doch dann wurden eines Nachts alle Turngeräte zerstört. Recke, Barren, Tische, Stühle... es war nichts mehr heil.“

30 Jahre dauerte es, bis sich der Schock gelegt hatte und Julius Bald im Jahr 1923 das sportliche Leben im Dorf wieder aktivierte und den Turnverein „Gut Heil“ gründete. Wieder folgten Jahre, in denen der VfL Denklingen laut Chronik vor allem durch das Engagement und die Willenskraft seiner Mitglieder fortbestand. Besonders das Fußballspiel, das sich in diesen Jahren entwickelte, bereitete der Vereinsführung große Schwierigkeiten. Denn der Sportplatz, der sich damals schon an der Stelle des heutigen Sportplatzes befand, grenzte an Krautgärten, deren Besitzer sich immer wieder über dort gelandete Bälle beschwerten.

Aber der Verein hielt allen Schwierigkeiten stand – bis der Zweite Weltkrieg nicht nur dem VfL Denklingen ein jähes Ende bereitete. Nach dem Krieg lebte der Verein wieder auf und wurde, mit nur einer Unterbrechung von 1959 bis 1964 aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen Vorstand und Gemeinderat, immer beliebter.

Neue Sparten wurden gegründet: Basketball, Eishockey, Fußball und Bergwandern folgten genauso wie Kinder- und Damenturnen, Kegeln oder Tischtennis. Josef Dacher und Peter Aßner zeichneten für die Wiederbelebung und Weiterentwicklung des Vereins in dieser Zeit verantwortlich. Unter ihrer Regie entstand 1974 die Sportanlage am Forchet. Bis heute ist dies die Heimatadresse des VfL Denklingen. Die Sparten Tennis, Theater, Allkampf und Tanzsport folgten und im April 2013 übernahm Wolfgang Martin den Vorsitz des Denklinger Sportvereins.

Geht es nach den Wünschen des VfL, macht sich der Verein heuer das wohl größte Jubiläumsgeschenk selbst – und feiert neben dem runden Geburtstag in diesem Jahr auch noch den Spatenstich für das neue Vereinsheim.

Vom 17. bis 20. Juli steht nun aber erst einmal der runde Geburtstag im Vordergrund. Im Festzelt wird aller Voraussicht nach auch das Trinkhorn, das Berthold Bing als Zeichen des Zusammenhalts und der Geselligkeit 1864 stiftete, zu sehen sein. Dieses Trinkhorn hat, genau wie der VfL Denklingen, die Anfeindungen, Kriegswirren und andere Turbulenzen der vergangenen 150 Jahre unbeschadet überstanden.

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