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Jugend musiziert

01.06.2015

Sieben Preise an den Lech entführt

Die erste Preisträgerin Carmen Steinmeier zusammen mit ihren Schwestern Anna (links) und Esther, eingerahmt von Ludger Gooßens vom Sparkassen- und Giroverband (links) und dem Vorsitzenden von „Jugend musiziert“, Prof. Reinhard von Gutzeit.
Bild: Erich Malter

Teilnehmer aus dem Landkreis punkten beim Bundeswettbewerb in Hamburg

„Jugend musiziert“ ist der größte Wettbewerb für den musikalischen Nachwuchs in Deutschland und mit der Teilnahme von Nachwuchsmusikern an Deutschen Schulen im Ausland auch der erfolgreichste Talentschuppen in Europa. Heuer, im 53. Jahr seines Bestehens, haben sich knapp 20000 Kinder und Jugendliche bei den vielen deutschlandweit ausgetragenen Regionalwettbewerben bewerten lassen, 7500 von ihnen konnten ihr Programm bei den Landeswettbewerben erneut vortragen. Zum 52. Bundeswettbewerb, der höchsten Stufe des Musikwettstreits für große Talente, schafften es schließlich 2500 junge Musiker. Die Reise nach Hamburg, wo der Jahr für Jahr in verschiedenen Städten ausgetragene Wettbewerb heuer stattfand, durften auch zehn musikalische Talente aus unserer Region antreten und bei fünf Solo- und zwei Ensemblewertungen an den Start gehen.

Mit Erfolg, wie sich am Ende der sieben Wettbewerbstage herauskristallisierte: Von den insgesamt 300 ersten, 440 zweiten und 544 dritten Preisen entführten sie einen ersten, vier zweite und zwei dritte Preise von der Elbe an den Lech (LT berichtete bereits kurz). Die meisten der Teilnehmer aus dem Landsberger Raum sind seit Jahren bekannt, haben sich regional bereits einen gewissen Namen gemacht. Dazu gehört Hannah Jacobs (Fagott), die bereits mit dem Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg ausgezeichnete Musikerin ist in ihrer Kategorie stets bei Jugend musiziert vertreten.

Das ist aber auch Sophie Wendinger (Blockflöte), die in den vergangenen Jahren solistisch, im Blockflötenensemble oder in der Kategorie „Alte Musik“ für Furore sorgte. Eliane Abe ist der Spross einer Musikerfamilie, auch ihr Name taucht immer wieder bei dem Talentsichtungswettbewerb auf.

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Ebenfalls nach Möglichkeit stets dabei sind Daniela Janker, Allegra Skiebe und Christian Brand, die gemeinsam mit Eliane Abe für die Kategorie „Besondere Besetzungen“ ein Klavierquartett gebildet hatten.

Fast omnipräsent aber ist der Name Steinmeier, wenn es um musikalische Höchstleistungen geht. Vier Geschwister aus der vielköpfigen Familie hatten für „Jugend musiziert“ Programme geübt und einstudiert. Drei von ihnen marschierten durch bis zum Bundeswettbewerb, der Jüngste durfte nur regional vorspielen. Carmen (18), Anna (15) und Esther (11) waren in jeweils zwei Kategorien angetreten, für Esther war aus Altersgründen in der Kategorie Violoncello/Klavier der Landeswettbewerb die Endstufe, ihre beiden Schwestern konnten sich auch beim Bundeswettbewerb zwei Mal bewerten lassen. Und es lief gut, ein erster und zwei zweite Preise waren die Beute der drei Schwestern, die sich gemeinsam mit Mutter Eva Kölzcze in der Zeit bis zu den Ergebnisbekanntgaben, die ja je nach Anzahl der Wertungen oft erst Tage später stattfindet, weitere Vorspiele anhörten.

Die Möglichkeiten an 34 verschiedenen Vorspielorten in Hamburg waren vielfältig: Musikinteressierte konnten unter 19 Solo- und fünf Ensemblewettbewerben das für sie Passende auswählen. Für das Steinmeier-Trio hatte der Wettbewerb eine weitere Überraschung parat. „Wir waren bereits abgereist und waren auf dem Rückweg bei Verwandten zu Besuch“, erzählt Eva Kölczce. Abends um halb elf habe sie dann ein Anruf erreicht, dass das Trio beim Abschlusskonzert auftreten darf und einen Sonderpreis überreicht bekommt. Also ging es zurück nach Hamburg, wo Carmen, Anna und Esther Steinmeier aus ihrem Wettbewerbsprogramm der Kategorie Besondere Besetzungen ein „Scherzando con moto“ von Jacques Ibert spielten.

Anschließend erhielten sie von Ludger Gooßens vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband den von der Sparkassen-Finanzgruppe ausgelobten, mit 5000 Euro dotierten „Sonderpreis für Familienensembles“. Eine willkommene Geldspritze, wie die Mutter meint, denn es müssten immer wieder Instrumente oder auch Zubehör angeschafft werden. Carmen übrigens, auch das erzählte Eva Kölczce, ist auf dem Sprung in ein Harfenstudium, das sie gern bei Maria Graf an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin absolvieren möchte.

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