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Landkreis Landsberg

04.07.2016

Streetart belebt den Summerpark

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2 Bilder
Die Künstler Loomit (rechts) und Nils Jänisch (links) vor einer Stellwand zusammen mit Wolf-Eckart Lüps vom Kulturforum.
Bild: Foto: Stefanie Millonig

Bis Herbst sind in Uttings öffentlichem Grün vier Stellwände mit gesprayten Werken von Loomit und Jänisch zu sehen

Ein grüner Frosch springt dem Parkbesucher regelrecht entgegen. Übergroße Möwen, eine Wespe, eine Eidechse, eine Heuschrecke und zwei Fische sind auf riesigen Spanplatten zu sehen. Der Summerpark in Utting hat eine neue Attraktion: Auf den vier übergroßen Tafeln haben die Street-Art-Künstler Mathias Köhler alias Loomit und Nils Jänisch ihre Spraykünste gezeigt. Loomits Figuren erinnern an Gebilde aus auseinandergeschnittenem Weißblech einer Konservendose. Fast irritierend wirkt das Werk von Nils Jänisch mit einer großen Spirale, auf dem auch ein Bootssteg und der See zu erkennen sind. Von der richtigen Position aus verschmilzt das Gemälde mit der Realität im Hintergrund.

Initiiert hat das Kulturforum Utting die Aktion im Grünen. Der Park soll stärker als öffentlicher Kunstraum wahrgenommen, so die Intention. Damit wollen die Initiatoren dem entgegentreten, dass der Summerpark in lauen Sommernächten immer mehr zur Partyfläche mit entsprechender Müll- und Lärmproblematik verkommt. „Das gefällt uns total gut. Das ist eine schöne Bereicherung für unsere Parkanlage hier am See“, meint eine ältere Uttingerin. „Besonders gut finde ich die gewählten Tiermotive. Die passen zum See und der Umgebung. Vor allem die Vögel und die Fische. Aber auch die Wespe. Das hat was von Sommer“, ergänzt ihr Lebensgefährte.

Eigentlich sollte den ganzen Samstag lang das Schaffen der Künstler zu verfolgen sein, doch das Wetter machte dem einen Strich durch die Rechnung. Loomit und Jänisch nutzten die Gelegenheit für einen Besuch bei anderen Künstler im Rahmen der Uttinger Ateliertage statt im Nassen zu Sprayen. Bei der offiziellen Eröffnung der kleinen Streetartausstellung am Sonntag, meinte Jänisch, dass er den herzlichen Empfang genossen hätte und es eine willkommene Abwechslung gewesen sein, anderen zuzusehen.

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Hierherzukommen war keine große Frage für Loomit, ein Arbeitsumfeld mit Restaurant, Ateliers, im Sommer am See. Das Grün der Landschaft, das Blau des Wassers mitaufnehmen, aber auch die Natur als Motiv, das lag der Bildkonzeption zugrunde, wie Loomit erläuterte. Freilich sollte dies nicht naturalistisch geschehen, Mathias Köhler hat seine Tiere ausgehöhlt, „aus einer Rolle entstehen lassen“. Loomit ist die Region auch nicht unbekannt, er wuchs in Buchloe auf und war beteiligt am „Geltendorfer Zug“, laut Wikipedia „der erste großflächig mit Graffiti besprühte Zug in Deutschland“. Dies war 1985. Mittlerweile sind die Street-art-Werke des Künstlers auf Wänden in vielen Ländern zu sehen, wie auch Wolf-Eckart Lüps berichtete. Mit Bettina Senger und Angelika Högerl hat er die Aktion organisiert.

Und Lüps ist zufrieden mit dem Ergebnis „unserer Bemühungen, einen Kulturraum zu schaffen“. Für ihn besetzt die Seebühne, aber auch der Kunsthandwerkermarkt die öffentliche Grünfläche bereits als Kunstraum und er setzt darauf, dass durch die bis Herbst ausgestellten Streetart-Tafeln – einer Kunstrichtung, die auch die Jugend anspricht – dem Summerpark wieder mehr Respekt entgegengebracht wird. Die Bilder können ab Herbst von den Künstlern erworben werden. Lüps kann sich vorstellen, dass das Kulturforum später an anderer Stelle für Jugendliche eine Sprayaktion organisiert. Apropos andere Stelle: Beim Spaziergang durch Utting hat Loomit kaum Wände entdeckt, die er für seine Kunst geeignet hält – bis auf die Garage einer ehemaligen Metzgerei in der Bahnhofstraße ...

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