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Utting

29.08.2019

Utting: Wie Monika Schiller zwei demenzkranken Frauen hilft

Monika Schiller ist als Alltagshelferin in Utting im Einsatz.
Bild: Jutta Bäzner

Monika Schiller aus Utting ist sogenannte Alltagsbegleiterin. Wen sie betreut und wie sie ausgebildet wurde.

Monika Schiller wohnt erst seit wenigen Jahren in Utting. Aber sie ist voll ins Dorfleben integriert. Weil sie auf Menschen zugeht, und fragt: „Wie kann ich helfen?“ Also hat sie beim Verein Füreinander angeklopft. Nun hilft sie beim Mittagstisch in der Küche und betreut zwei demenzkranke, alleinlebende Frauen. Sie unterstützt bei der Sitzgymnastik, beim Gedächtnistraining und in der Singgruppe. Mit diesen Angeboten möchte der Verein dazu beitragen, dass ältere Menschen so lange wie möglich zu Hause leben können. Und der Bedarf an Alltagsbegleiter steigt stetig.

„Mein Mann ist als Selbstständiger viel unterwegs, beide Söhne sind aus dem Haus und ich möchte neben meiner Halbtagsstelle noch weiter Sinnvolles tun“, sagt Monika Schiller. Die Frage nach einem Sinn im Leben stellt sich oft gerade Menschen, die aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind oder kurz davorstehen. Sie sind noch relativ jung, gesund und neugierig auf neue Herausforderungen.

Sie sorgt für Abwechslung

Monika Schiller hat eine Ausbildung als Betreuungskraft für Pflegeheime, beim Verein Füreinander ist sie als eine von 27 Alltagsbegleitern eingesetzt. Zweimal in der Woche besucht Monika Schiller daher „ihre“ beiden demenziell erkrankten Seniorinnen. „Die eine Dame hat eine gesetzliche Betreuerin, und der Pflegedienst kommt täglich“, erzählt Schiller. „Ich darf im Betreuungsteam für ein wenig Abwechslung im Alltag sorgen.“

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So gehen die beiden Frauen spazieren, auf den Friedhof oder auch mal in ein Café. „Sie erzählt dabei von den vielen Reisen, die sie früher gemacht hat.“ Monika hört zu. Sie korrigiert nicht, wenn die alte Dame ihre Reisen oder Lebensereignisse durcheinanderbringt. „Ich fordere nichts. Ich sage auch nichts, wenn die Wohnung mal nicht aufgeräumt ist – dafür sind andere zuständig.“ Wichtig sei die gegenseitige Sympathie und Wertschätzung. Für die andere Seniorin übernimmt sie auch Begleitdienste zum Arzt, zur Physiotherapie oder zum Friseur.

Die Schulung erfolgt in 40 Stunden

Die 40-stündige Schulung für Alltagsbegleiter bietet der Bürgerverein zusammen mit der Volkshochschule Ammersee und der Alzheimer Gesellschaft wegen des großen Bedarfs einmal im Jahr an. An fünf aufeinanderfolgenden Samstagen werden nun wieder, ab dem 5. Oktober, ganztägig die Aufgaben von Alltagsbegleitern besprochen – auch ihre Rolle in der Abgrenzung zu pflegerischer Tätigkeit.

Die Teilnahmegebühr für den Kurs beträgt 60 Euro, wobei die Summe beim Einsatz im Helferkreis rückerstattet wird. Mitglieder der Seniorenhilfe Uhu nehmen sogar kostenfrei teil. Der Einsatz ist ehrenamtlich, wird aber mit einem Stundensatz von 7,50 Euro als Aufwandsentschädigung bezahlt. „Für Menschen mit niedriger Rente kann das durchaus ein Anreiz sein“, sagt Andrea Birner, gerontopsychiatrische Fachkraft beim Verein Füreinander. Man spreche auch vom „neuen Ehrenamt“, das nicht allein von Selbstlosigkeit und Aufopferungswillen geprägt ist.

Eine Infoveranstaltung zur Schulung findet am Freitag, 13. September, von 17 bis 18.30 Uhr im Bürgertreff „17&Wir“ in Utting statt.

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