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12.02.2021

Valentinstag: Heute gibt es Blumen to go

Plus Die Deutsche Blumenfee Annika Stroers schickt Kanzlerin Merkel zum Valentinstag einen Blumenstrauß. Am Sonntag kann man trotz Lockdown Blumen kaufen. Wie sich Floristen im Landkreis vorbereiten.

Am Sonntag ist Valentinstag, der Tag, an dem auch Nichtromantiker einen Blumenstrauß für den Schatz nach Hause bringen. Normalerweise. Aber diesmal ist Lockdown und die Türen der Blumenläden bleiben geschlossen. Trotzdem kann man die Pflanzen im Landkreis Landsberg kaufen – ausnahmsweise sogar am Sonntag. Die Verkäufer haben der LT-Redaktion erzählt, wie sie sich vorbereitet haben und was für die Kunden die größte Schwierigkeit ist.

Deutsche Blumenfee schickt Merkel Blumen zum Valentinstag

Bundeskanzlerin Angela Merkel konnte sich gestern schon über blumige Valentinsgrüße freuen. Die amtierende Deutsche Blumenfee, Annika Stroers, ist Gärtnereimeisterin und arbeitet seit Oktober in der Gärtnerei Streicher in Utting. Dort hatte sie einen Strauß mit 16 verschiedenen Blumen, Blättern und Zweigen kreiert und in Berlin nach ihren Vorgaben binden lassen. „Frau Merkel hat sich gefreut, dass der Frühling ins Kanzleramt einziehe“, sagt Stroers, die per Videoschalte mit der Kanzlerin verbunden war.

Wer im Landkreis Landsberg Blumen möchte, muss sie sich selbst holen:„Bei uns kann man bestellen und dann die Blumen vor der Türe abholen“, sagt Hedi Wiedemann, Inhaberin von Blumen Wiedemann in Landsberg. Obwohl Kunden Blumenläden derzeit nicht betreten dürfen, laufe das Geschäft eigentlich ganz gut. Aber die Käufer täten sich schwerer als sonst: „Sie müssen beim Bestellen grob sagen, was sie wollen, ohne die Blumen zu sehen. Sie können sie ja nicht wie sonst im Laden anschauen.“ Viele Vorbestellungen für den Valentinstag habe sie schon bekommen, das meiste werde bereits am Samstag abgeholt. Aber bayerische Blumengeschäfte dürfen ausnahmsweise auch am Sonntag von 8 bis 12 Uhr für Selbstabholer geöffnet haben. Unentschlossene können sich also noch kurzfristig ein Sträußchen sichern.

Blumen kaufen am Valentinstag trotz Lockdown

Die Auswahl sei momentan aber nicht so groß wie sonst, sagt Wiedemann. „Das hat nichts mit der Jahreszeit zu tun, das ist nur diesmal so chaotisch.“ Es kämen gleich mehrere Dinge zusammen: Von Lieferanten aus Holland sei zur Zeit nur wenig zu bekommen, außerdem hätten die heimischen Gärten wegen der Wetterlage nicht viel zu bieten. Und auch auf die Kunden habe das Wetter einen ungünstigen Einfluss: „Bei der Kälte bekommt man kaum Lust zum Blumenkaufen. Wenn es draußen warm und sonnig ist, ist die Nachfrage viel größer, da werden die Sinne geweckt.“ In ihren 42 Jahren als Inhaberin habe Wiedemann noch nie einen so einen seltsamen Valentinstag gehabt, sagt sie. „Sonst ist es immer ein Hype, aber diesmal – schauen wir mal, was auf uns zukommt.“

Eines hat sich trotz all der ungewöhnlichen Umstände auch an diesem Valentinstag nicht geändert: „Leider ist auch dieses Jahr wieder die rote Rose die beliebteste Blume zu diesem Anlass“, berichtet Markus Pfleger, Inhaber des Blumendesign in der Landsberger Katharinenstraße. Normalerweise verkaufe er etwa 500 Exemplare für den Valentinstag. Diesmal habe er nur 50 Stück gekauft: Sechs bis acht Euro finde er als Preis für eine rote Rose zu hoch. „Lieber verkaufe ich einen Blumenstrauß mit pastellfarbenen Rosen, die nicht so viel kosten. Es muss ja nicht immer rot sein.“ Pastellige Töne lägen im Trend, sagt Pfleger, und seine Kunden kauften auch gerne Sträuße im Boro-Stil: „Das sind lockere, gebundene Sträuße, sehr wild, sehr wiesig. Eine Kombination aus Frisch- und Trockenblumen.“

Blumensträuße können nur per Click and Collect gekauft werden

Eigentlich sei der Valentinstag kein Bestelltag: „Die meisten Männer kommen normalerweise spontan in den Blumenladen und holen etwas. Ich hatte schon Bedenken, weil das heuer nicht geht, aber viele haben mitgedacht und vorbestellt.“ Trotzdem werde bei ihm bis Sonntag das Telefon bestimmt ununterbrochen klingeln, vermutet Pfleger.

Der Dießener Blumenhändler Richard Demmel erwartet vergleichsweise wenig Umsatz am Valentinstag.
Foto: Gerald Modlinger

Damit seine Kunden sich vorher ansehen können, was sie kaufen, veröffentlicht Pfleger auf seiner Website und in den sozialen Medien viele Bilder der Sträuße und Kränze, die er verkauft. Und in seine Schaufenster habe er neben die Dekorationen Schilder mit Nummern gestellt, die Passanten bei der Bestellung angeben können. Offenbar geht sein Konzept auf: „Ich hätte nicht gedacht, dass es mit dem Valentinstag so gut läuft dieses Jahr.“

Allerdings klappt es nicht bei allen Blumenläden so gut mit dem Geschäft. „Dieses Jahr läuft es vor dem Valentinstag nicht annähernd so wie sonst. Da helfen auch die Sonderöffnungszeiten in meinen Augen nichts“, sagt Richard Demmel vom gleichnamigen Blumenladen in Dießen. Nicht einmal die Hälfte der Vorbestellungen der vergangenen Jahre seien bislang eingegangen.

Und es gibt noch ein weiteres Problem: Demmel war sich unsicher, wie viele Blumen er für den bevorstehenden Valentinstag ordern soll. „Bestelle ich zu viele, kann ich nächste Woche die übrig gebliebene Ware entsorgen“ sagt er. Wenn er zu vorsichtig ordert, bestehe allerdings die Gefahr, dass er Kunden abweisen muss und sie damit unter Umständen verärgert.

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