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Steinhauser-Anwesen

20.12.2013

Versuchsballon am Uttinger Dorfbrunnen

Steinhauser-Modell12013.jpg
2 Bilder
Dieses Modell stellt das angefragte Gebäude für eine Nachfolgenutzung des Steinhauser-Anwesens an der Uttinger Bahnhofstraße dar.
Bild: Renate Greil

Bauvoranfrage für vier Stockwerke plus Dachgeschoss und Tiefgarage

Eine lebhafte Debatte, die Peter Noll (GAL) als „Schaufensterreden für den Wahlkampf“ bezeichnete, hat eine Bauvoranfrage für das Steinhauser-Grundstück in der Bahnhofstraße bei der jüngsten Uttinger Gemeinderatsitzung ausgelöst. Entschieden wurde allerdings nichts.

Seit Jahren steht das frühere Wohn- und Geschäftshaus leer. „Überm fremden Grund“ werde geplant, sagte Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL). Im Klartext heißt das, dass ein Kaufinteressent für das Grundstück das Baurecht ausloten will. Vier Stockwerke plus Dachgeschoss sieht der Entwurf eines Architekten in drei Gebäudeteilen, die in U-Form angeordnet werden sollen, für das rund 1300 Quadratmeter große Grundstück vor. Als Grundfläche gibt er 545 Quadratmeter an. Dazu soll eine Tiefgarage mit 17 Stellplätzen mit einer steilen Einfahrt von der Bahnhofstraße aus gebaut werden. Zum Mühlbach hin entstünde so ein Gebäudekomplex mit einer Länge von 17,5 Metern, die Firsthöhe beim höchsten Gebäude betrüge 16,5 Meter. Im Erdgeschoss sind überwiegend Gewerbeflächen beispielsweise für eine Galerie geplant, dazu kommen Wohnungen in den oberen Etagen. Da eine Stellungnahme der Städteplanerin Ulrike Angerer vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München erst zur nächsten Sitzung vorliegen wird, schlug Lutzenberger vor, eine Entscheidung zu vertagen. Dem wurde einstimmig entsprochen.

„Eiger-Nordwand am Mühlbach“

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Der Bürgermeister sah zwar die Möglichkeit, den „Schandfleck von Utting“ zu beseitigen, befand aber die Bebauungsdichte als „erheblich zu hoch“. Entlang des Mühlbaches entsteht eine „Eiger-Nordwand“ urteilte Ralf Stief (CSU). Er empfand die Dimensionen des Baukörpers als „ganz gewaltig übertrieben“. Der Mühlbach bekomme dann kein Sonnenlicht mehr, warnte er. Nur mehr ein einfaches Zimmer statt einer Wohnstube sei dann der Platz am Dorfbrunnen, meinte Horst Schnappinger (CSU). „Für ein so hohes Gebäude müssen wir zwei neue Feuerwehrfahrzeuge anschafften“, wandte Michael Weber (FWG) ein. Er regte an, die Tiefgarage von der Straße im Gries aus zu planen. Karl Sauter (CSU) sah in der Bauvoranfrage einen Versuch, „einen Ballon steigen“ zu lassen. Das Gebäude füge sich nicht in die Umgebung ein. Sauter regte an, rechtlich prüfen zu lassen, ob es „für Ruinen einen Bestandsschutz gibt“. Dann müsste sich ein Neubau am Bestand orientieren. Mit einem neuen Bebauungsplan und einer Veränderungssperre sollte der Gemeinderat das selbst in die Hand nehmen.

Den Ankauf des Grundstücks durch die Gemeinde favorisierte Martina Grunow (FWG), auch wenn man mehr Geld in die Hand nehmen müsse. Alternativ empfahl sie einen Bebauungsplan, der das Grundstück als „Gemeinbedarfsfläche“ kennzeichnet. Den Entwurf bezeichnete sie als Klotz.

Noll will keinen Fantasiepreis zahlen

Die Gemeinde habe „kein Geld für Fantasiepreise zu verschenken“ spielte Peter Noll (GAL) auf die kursierenden Kaufpreisvorstellungen an. Seit Jahren sind Gemeinde und Eigentümerin in Verhandlungen, die allerdings bislang gescheitert sind. Über das Grundstück sei im Gemeinderat oft genug gesprochen worden, meinte Noll.

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