Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Von alten Hasen und Neulingen

Stelzer

23.06.2015

Von alten Hasen und Neulingen

Wegen einer Gewitterwarnung wurde in der Lechturnhalle geprobt. Bis zur ersten Gesamtprobe lagen aber hinter den rund 70 Jugendlichen schon zahlreiche Übungsstunden.
Foto: Wolfgang Hauck

Das RuethenFestSpiel ist wieder am Hauptplatz zu sehen. Die Vorbereitungen laufen

Für viele Landsberger Jugendliche hieß es in den Pfingstferien: Trainieren statt in der Sonne liegen. Text lernen statt im Inselbad zu relaxen. Zwei Wochen intensives Stelzen- und Theatertraining liegen hinter ihnen. Geprobt haben sie für das RuethenFestSpiel „Licca Line – Eine lange Fahrt ins sagenhafte Damasia“, das beim Ruethenfest wieder zu sehen ist. Die erste Gesamtprobe fand schon statt. Wegen einer Gewitterwarnung wurde in der Lechturnhalle geprobt.

Rund 70 Mitwirkende waren dabei: die jugendlichen Stelzer, Eltern, Helfer, Organisatoren und die Leiter der Musikabteilungen der Sing- und Musikschule, um die Einsätze der Musiker zu besprechen. Im Mittelpunkt stehen 37 Jugendliche im Alter von neun bis 18 Jahren, die auf 60 bis 160 Zentimeter hohen Stelzen den Hauptplatz bespielen. Fast ebenso viele Jugendliche begleiten die Vorstellung als Musiker: ein Kinder- und Jugendchor sowie ein Schlagwerk- und Bläser-Ensemble der Städtischen Sing- und Musikschule gestalten die Aufführung mit.

„Trotz der improvisierten Umstände hat unsere erste Gesamtprobe sehr gut geklappt“, sagt Wolfgang Hauck, Theaterleiter der Stelzer. Allen habe es großen Spaß gemacht. Viele hätten aber auch zum ersten Mal erlebt, wie stressig es auch hinter der Bühne zugeht, damit vor der Bühne alles klappt. Die nächste große Bewährungsprobe sei die Generalprobe am 5. Juli. Trainiert und geprobt werde bis dahin nicht mehr. „Text, Abläufe, das Laufen auf den Stelzen – all das sitzt“, sagt Regisseur Peter Pruchniwitz. „Trotzdem eine aufregende Sache, denn die Generalprobe auf dem Hauptplatz wird das erste Mal sein, wo wir unter realen Bedingungen spielen. Erst jetzt spielen wir mit den echten Distanzen.“

Obwohl das Stück inhaltlich bis auf Kürzungen im Prolog weitgehend gleich bleibt, gibt es in anderen Bereichen einige Neuheiten. Durch den umgebauten Hauptplatz werde sich für das Ensemble eine neue Spielfläche ergeben, die räumlichen Bedingungen seien völlig andere. Auftritte, Abgänge, Spielorte verändern sich. Die „alten Hasen“ müssten daher umlernen. Denn für die Wiederaufnahme des RuethenFestSpiels wurde nur rund die Hälfte der Darsteller neu besetzt. 20 Jugendliche hätten bereits 2011 und 2012 mitgewirkt, 17 Jugendliche seien neu hinzugekommen.

Zwei professionelle Schauspieler werden ebenfalls mitwirken: der Münchner Uli Zentner, der wie bei den vergangenen Aufführungen den Allweil spielt, und Julia Mann, die ebenfalls aus München kommt, und neu dabei ist. Sie wird die Zuschauer als furchteinflößende Obertrude beeindrucken. Nahezu alle der „alten“ Darsteller spielen in diesem Jahr andere Figuren. Einige von ihnen übernehmen etwas kleinere Rollen, da sie wegen Studium oder Schule einfach weniger Zeit haben. Der mittlerweile 18-jährige Philipp Hätscher aus Landsberg, der bei den vergangenen Aufführungen einen Flößerjungen spielte, wird dieses Jahr bei der zweiten Vorstellung am 19. Juli sogar „als Inzipient fahren“. Er hat die wichtige Aufgabe, dem Licht, Ton und Orchester die Zeichen für die Einsätze und Wechsel zu geben. Er vertritt damit Theaterleiter Peter Pruchniewitz, der an diesem Tag aufgrund von eigenen Proben bei den Salzburger Festspielen nicht anwesend sein kann.

„Auch unsere Neuen waren mit großer Begeisterung dabei und beherrschten das Stelzenlaufen bereits in erstaunlich kurzer Zeit“, sagt Wolfgang Hauck. Das sei auch deswegen so schnell gegangen, weil die Erfahrenen, wie die 13-jährige Sarah Gaschnig, alle angeleitet und auch angespornt hätten. Neu dabei ist die 15-jährige Amelie Bader aus Landsberg. Sie wird ein Zauberwesen, ein Schaf und eine Salzsäule spielen. Bei Licca Line mitzuwirken findet sie toll: „Das Stelzenlaufen ist cool – und gleichzeitig habe ich auch viele nette Leute kennengelernt.“

Die 13-jährige Caroline Schwarz aus Schöffelding spielt als „Neuling“ sogar gleich eine Trude – eine Rolle, die stelzenläuferisch sehr anspruchsvoll ist, da sie viele choreografische und tänzerische Elemente beinhaltet. Das ist für sie jedoch kein Problem. Dennoch, vor so einem großen Publikum zu spielen, sei schon sehr aufregend. (lt)

Das RuethenFestSpiel „Licca Line – Eine lange Fahrt ins sagenhafte Damasia“ ist am ersten Ruethenfest-Wochenende, am Samstag und Sonntag, 18. und 19. Juli, jeweils ab 21 Uhr auf dem Hauptplatz in Landsberg zu sehen.

Im Internet

www.LiccaLine.de

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren