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Dießen

23.10.2019

Warum das Kleine Format in Dießen ganz groß ist

Bei der Vernissage im Blauen Haus war jede Menge los. Hier die Figuren von Dörte Baumer Raumanzüge für innere Werte. Die Installationen und Figuren nehmen im Kleinen Format immer mehr einen großen Rahmen ein.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Diese Ausstellung ist ein Kunstgenuss in Dießen. Sie zeigt besondere Arbeiten von 33 Künstlern aus dem Landkreis. Und es gab auch einige Preise zu gewinnen.

Gesellschaftskritik in der Kunst ist nicht mehr allzu oft anzutreffen. Da ist es umso schöner, dass diese Form bei der aktuellen, neunten Ausgabe von „Das Kleine Format“ einen nicht zu übersehenden Platz gefunden hat. Doris Leuschners Installation „Breath of the Ocean“ wirkt wie ein riesiges, kugeliges Lebewesen. Es erinnert an die Körper von Seeigeln wie auch an die ungewöhnlichen Formen von Quallen und erinnert dabei an die beängstigende Vermüllung der Meere.

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Von bedrohten Tierarten

Auch Nicola von Thurn liefert einen umweltpolitischen Beitrag und stellt bedrohte und bereits ausgestorbene Tierarten nebeneinander. Bedrohte Tierarten wurden von ihr als zarte Porzellanfiguren gearbeitet, wie der Eurasische Luchs, der Grashüpfer oder der Uhu, während sie ausgestorbene Tiere als Negativ belichtete Cyanotypie zeigt.

Die Gäste genießen sichtlich die Ausstellung und haben gute Laune.
Bild: Julian Leitenstorfer

Jede Menge Besucher feiern mit

Arbeiten von 33 Künstlern des Landkreises, der Fünf-Seen-Region und darüber hinaus werden derzeit im Blauen Haus präsentiert. Ihnen gemeinsam ist das kleine Format, das 40 x 40 Zentimeter (gilt nur bei Bildern, nicht bei Installationen) nicht übersteigen darf, und auch in Sachen Preisgestaltung ist bei 700 Euro eine Grenze gesetzt. Andere Vorgaben gibt es nicht, so dass die Ausstellung mit unterschiedlichsten Positionen aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Graphik, Fotografie, Bildhauerei und Installation lockt. Am Eröffnungsabend sprachen sich Schirmherr und Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch, Landrat Thomas Eichinger und MdL Gabriele Triebel sehr lobend über das Engagement und die Initiative von Organisatorin und Kuratorin Annunciata Foresti aus. Aussagen, die schon angesichts der überaus zahlreich erschienen Besucher absolute Berechtigung fanden.

Warum das Kleine Format in Dießen ganz groß ist

Die Gewinner der Preise

Neben dem am Vernissage-Abend durch schriftliche Abstimmung ermittelten Gewinner des Publikumspreis, wurde zur Eröffnung auch der 2017 erstmals vom Landkreis gestiftete Jurypreis in Höhe von 1000 Euro erneut vergeben. Die Juroren, Bernd Zimmer, Werner Kroener, Jan Davidoff und Angelika Högerl bestimmten die in Dießen beheimatete Künstlerin Katharina Ranftl als Preisträgerin für ihre teils zeichnerische, teils bildhauerische Auseinandersetzung mit dem zukunftsorientierten Thema des „Menschseins nach dem Menschen“.


Auch ein Publikumspreis

Der Publikumspreis erging an Franziska Ghirardo, die neben einer Installation, eine Serie kleiner Bronzeguss-Figuren präsentiert, die die Badefreuden des Sommers in Erinnerung rufen. Der mit dem Publikumspreis verbundene Ankauf durch die Gemeinde, ließ Bürgermeister Herbert Kirsch eine passende Ergänzung für die Rathaussammlung finden. Mit dabei sind außerdem in Sachen Malerei, Zeichnung, Graphik und Illustration Anh Duc Nguyen, Annunciata Foresti, Corinna Mayer, Cristina Blank, Dirk Eckert, Dörthe Bäumer, Eva Mähl, Eva Vilemina Urbank, Janos Fischer, Judith Grassl, Lia Fischer, Michaela Ringler, Nicole Mahrenholtz, Petra Herrmann, Tom Kristen und Ursula Singer. Lea Jade zeigt eine malerische Umsetzung einer eigenen Musikkomposition; dabei setzt sie auf das „Hören von Farbvisionen“, um die Melodie als vollkommenes Bild darzustellen. Fotografien von inszenierten Befindlichkeiten oder natürlichen Ansichten präsentieren Gesine Dorschner, Johann Hinrichs, Jürgen Wassmuth, Lena Ritthaler und Saskia Pavek.

Die Bildhauerischen Arbeiten stammen von Katja von Lübtow, Mary Kim, Ramona Bertl, Stefanie von Quast und Christiane Osann, die mit ihren Miniaturfiguren in alltäglichen Szenen den Betrachter gleichsam in eine Allmachts-Position rückt, was fast automatisch Fragen zur Einschätzung und Bewertung der vorgestellten Situationen führt. Neben eingangs erwähnter Installation von Doris Leuschner und einer weiteren Arbeit von Franziska Ghirardo zeigen außerdem Katharina Lehmann und Elias Naphausen installative Werke.

Die sehr sehenswerte Ausstellung, „Das Kleine Format“ ist bis einschließlich Sonntag, 3. November, jeweils Freitag, Samstag und Sonntag zwischen 14 bis 18 Uhr im Blauen Haus, Prinz-Ludwig-Straße 23, in Dießen zu sehen. www.das-kleine-format.de

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