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St. Ottilien

13.10.2014

Weit hinter dem Horizont

Segnung durch Erzabt Wolfgang Öxler und Oberstudiendirektor Heinz Reinhardt im Inneren der Sternwarte.
Bild: Hertha Grabmaier

Die Schulsternwarte des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums wurde eingeweiht

In die Sterne schauen. Das kann man jetzt auch in der Schule, zumindest in St. Ottilien. Dort wurde die Einweihung der neuen Schulsternwarte gefeiert. Oberstudiendirektor Michael Häußinger begrüßte bei strahlend blauem Himmel, die Gäste vor der weißen Sternwarte.

Erzabt Wolfgang Öxler verwies in seiner Rede auf zahlreiche Bibelstellen, in denen der Sternenhimmel vorkommt, und auf das, was weit über das für uns Sichtbare hinausgeht. „Menschen, die in die Sterne schauen, haben Erwartungen im Leben und erweitern ihren eigenen kleinen Horizont“. Die Vorsitzende des Elternbeirats, Susanne Plesch, zitierte Goethe: „Die Sterne begehrt man nicht, man erfreut sich ihrer Pracht.“

Als Abtpräses Jeremias Schröder 2011 um Unterstützung für das Projekt bat, waren die Elternvertreter fasziniert von der Idee. Maria Dörner hat verschiedene Gruppen koordiniert und Christiane Drexler ließ in der eigenen Bäckerei zu jedem sich bietenden Anlass Sternenbrezen herstellen und verkaufen.

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Oberstudiendirektor a. D. Heinz Reinhardt machte seine leidenschaftliche Begeisterung für das Projekt in einer humorigen Festrede spürbar und erlebbar. „Ist das eine Fata Morgana, nein sie ist echt, die neue, wunderbare Sternwarte“. Mit der Astronomie, als ältester Wissenschaft der Welt, beschäftigen sich die Menschen, seit es sie gibt. „Vor 130000 Jahren ängstigte sich Herr Neandertaler sehr, wenn eine Sternschnuppe vom Nachthimmel an seiner Höhle vorbeisauste.“

Viel später, so Reinhardt, habe Marie Curie dazu bemerkt: „Vor nichts im Leben muss man sich fürchten, man muss es nur verstehen.“ „Aber selbst jetzt“, so Reinhardt, „wo wir uns dem riesigen Sternensystem der Milchstraße zugehörig wissen und auf dem Mond landen können, haben wir noch nicht alles entzaubert.“ Neugierig seien wir und „wollen es auch bleiben und nicht aussterben wie einst die Dinosaurier, weil wir einen auf uns zukommenden Meteoriten nicht bemerken und darauf reagieren können.“ Auf die Frage, „wozu betreiben wir Astrophysik“, sei die Antwort, „weil wir selbst ein Teil dieses Weltraumes sind“. Als er das erste Mal in St. Ottilien gewesen sei und in diesen wunderbaren Sternenhimmel geblickt habe, habe er zu überlegen begonnen und unermüdliche Mitstreiter und großzügige Sponsoren für die „g’spinneten Ideen eines alten Physikers gefunden. Bei denen wolle er sich an diesem großen Tag als Leiter der Projektgruppe „Astroturm“ bedanken.

Die anfänglichen Widrigkeiten seien überwunden, die Sternwarte sei heute, dank vieler Helfer, mit einem reichhaltigen Grundstock ausgestattet. Was fehle, sei ein ortsnaher Raum, in dem sich die Sternengucker in kalten Winternächten aufwärmen könnten. Vielleicht stehe noch irgendwo ein heizbarer Bauwagen rum.

„Die Sternwarte wird in den Physikunterricht integriert, die Lehrer stehen in den Startlöchern und wenn sie sich in einigen Wochen selbst gut zurechtfinden, kann die neue Sternwarte“, so Heinz Reinhardt mit einem Schmunzeln, „benachbarten Schülern, Vhs-Seminaren, Mutter-Kind-Gruppen und interessierten Sternenfreunden auf Anfrage zugänglich gemacht werden“. Vor der Segnung durch Erzabt Wolfgang Öxler und Gebeten richtete Häußinger nochmals Dankesworte an alle Unterstützer und lud zum bayerischen Imbiss.

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