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Landsberg

17.07.2019

Wie Landsberger Ruethenfestkinder auf Gemälde kommen

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3 Bilder
Malschulenleiter Roland Schamberger bietet Porträts von Ruethenfest als Auftagsarbeit an. Egal ob von Landsknechten, Fahnenschwingern, Marketenderinnen oder von edlen Stadtfrauen.
Bild: Thorsten Jordan

Roland Schamberger leitet in Landsberg eine Malschule. Einige Teilnehmer des vergangenen Ruethenfestes hat er porträtiert und so für moderne Bilder gesorgt, die an die Historie erinnern.

Edelfräulein, Marketenderin, Landsknecht, Pandurengeisel, die Kaiserlichen, die Schweden, Herzog Ernst: Solche Begriffe schwirren derzeit mit Sicherheit in den Köpfen vieler Landsberger Eltern und ihrer Kinder herum. Schließlich steht das Ruethenfest, das alle vier Jahre stattfindende historische Kinderfest, vor dem großen Finale. Die Kostüme werden derzeit fleißig getragen, Tänze und Auftritte werden noch mal geübt. Bei Roland Schamberger in der Alten Bergstraße allerdings ist schon seit einigen Monaten Ruethenfest. Der Maler hat Kinder, die vor vier Jahren dabei waren, in ihrem historischen Outfit gemalt und zeigt die Werke in den Schaufenstern seines Ateliers.

Die Ruethenfestkinder erzählten in den Kursen von ihren Auftritten

„Dazu gekommen bin ich durch die Kinder meiner Malschule“, berichtet der 47-Jährige. Im Malkurs werde viel erzählt. Die kleinen Künstler berichten aus ihrer Freizeit, und da nehme ein solches, nur alle vier Jahre stattfindendes Fest natürlich großen Raum ein. Er habe sich vorgestellt, so Schamberger, dass Porträts der Kinder in altem Stil doch eine schöne Erinnerung für diese seien. Als Vorbild für die Art des Malens wählte der Künstler Hans Holbein den Jüngeren. Somit sei der Renaissancemaler, dessen Stil er ausprobieren wollte, weiterer Auslöser für die Entstehung der Bilder.

Ein alter Stich als Vorlage

Entstanden sind die Porträts der Ruethenfestkinder nach der Vorlage von Fotos. Den jeweiligen Hintergrund hat Schamberger auf die entsprechende Zeit angepasst. So steht das Edelfräulein auf einer Anhöhe, im Hintergrund ist das historische Landsberg – gemalt nach einem alten Stich – zu sehen. Roland Schamberger bedauert, dass der von Geschäftsleuten der Alten Bergstraße während des Ruethenfests geplante, mittelalterliche Kunsthandwerkermarkt am Spitalplatz nicht zustande gekommen ist. Dort hätte er die Gemälde ausgestellt. Jetzt seien sie eben nur in seinen Schaufenstern zu sehen.

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Roland Schamberger ist gelernter Bürokaufmann und hat diesen Beruf auch einige Jahre lang ausgeübt. „Gemalt und gezeichnet habe ich aber schon immer.“ Er bildete sich in Kursen fort, begann eine Ausbildung zum Gemälderestaurator bei Christiane May-Stroner in der Alten Bergstraße.

Roland Schamberger ist eigentlich gelernter Bürokaufmann

„Dieser Beruf war mir aber zu einsam“, meint er schmunzelnd, „das hat einfach nicht gepasst.“ Als May-Stroner zurückging in ihre ursprüngliche Heimat Reutlingen, übernahm Schamberger deren Atelier und die Malschule. Beides führt der 47-Jährige heute noch. Er gibt Mal- und Zeichenkurse, schult das Sehen der Teilnehmer, führt in Farbenlehre oder Materialkunde ein.

Er selbst entwickelt sich und seine Malkunst immer weiter, wie er sagt. Er malt und zeichnet mit unterschiedlichen Materialien, filzt seit einiger Zeit und lässt dabei lebensecht wirkende Figuren entstehen. Seine neueste Vorliebe ist „Freihandnähen“ oder „Nähmalen“. Den Bildern mit dieser Technik ist nur bei Betrachtung aus nächster Nähe anzusehen, dass Konturen und Schattierungen genäht und nicht gemalt sind.

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